Über uns

Leitbild

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau ist ein international agierendes Museum in München, in dem sich die Präsentation von Kunst mit dem dazugehörigen Diskurs zu einer sinnstiftenden Einheit und Identität verbinden.

Das Lenbachhaus sammelt, bewahrt, erforscht und präsentiert die Münchner Kunst des 19. Jahrhunderts, die Kunst des Blauen Reiter und der Neuen Sachlichkeit sowie vor allem die internationale Gegenwartskunst. Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich gegenseitig. Sie informieren das Münchner sowie das internationale Publikum über bedeutende Kunstentwicklungen. Dabei hat das Neue und Bewegende Vorrang vor allgemeiner Akzeptanz. Die Perspektive des Lenbachhauses ist es, die Sammlungen immer wieder neu zu gruppieren, miteinander in Bezug zu setzen, unterschiedlich zu präsentieren und zugleich ein Ausstellungsprogramm zu realisieren, das aus der Spannung zwischen dem Neuen, Aktuellen und dem geschaffenen Fundament der Sammlung lebt.

Schon immer war München ein wichtiger Standort für Kunst und kunsthistorische Entwicklungen. Das Lenbachhaus hat sich zur Aufgabe gesetzt, diese zu erkennen, zu fördern und zu präsentieren.

Zunehmend von Bedeutung ist dabei die Vermittlung der Kunst an ein breit gefächertes Publikum. Die Vermittlungsaufgabe muss gleichberechtigt neben den klassischen Museumsaufgaben gesehen werden.

Geschichte

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau hat ihren Sitz in der ehemaligen Künstlerresidenz Franz von Lenbachs (1836–1904). Der erfolgreiche Porträtmaler ließ sich in den Jahren 1887–1890 nach Plänen des damaligen Münchner Stararchitekten Gabriel von Seidl ein repräsentatives Ateliergebäude und eine Villa im toskanischen Stil errichten. Ergänzt wurde das Ensemble durch eine Gartenanlage des ebenfalls renommierten Max Kolb. Die exponierte Lage seiner Residenz an der Brienner Straße, in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz und den königlichen Kunstsammlungen, unterstrich den repräsentativen Anspruch dieses Künstlerfürsten der Gründerzeit.

Als seine Witwe Lolo von Lenbach das Anwesen 1924 an die Stadt München veräußerte, war damit die Schenkung des Inventars sowie zahlreicher Werke Lenbachs verbunden. Mit dem Kauf erfüllte sich die Stadt ihren lange gehegten Wunsch nach einem Museum, das der Münchner Schule des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart gewidmet sein sollte. Man erwarb Werke der Malerei und Skulptur im Kunsthandel, von ortsansässigen Künstler_innen und deren Nachkommen. Um genügend Raum für die Sammlungen und Ausstellungen zu gewinnen, ergänzte der Architekt Hans Grässel Lenbachs Atelier- und Wohnhaus zu einer Dreiflügelanlage. Am 1. Mai 1929 konnte die Städtische Galerie und die darin integrierte Lenbachgalerie eröffnet werden.

Schon nach wenigen Jahren wurde das Museum mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 und der Ernennung parteikonformer Museumsleiter Teil eines Regimes, das "Säuberungsaktionen" in Museumssammlungen durchführte, Ausstellungen von Kunst parteigenehmer Künstler_innen zeigte und ankaufte und auch vor, aus heutiger Sicht, unrechtmäßigen Erwerbungen von Sammlungsstücken nicht zurückschreckte.

1944/45 wurde das Museum durch Bombenangriffe schwer zerstört, die Sammlungen waren ausgelagert, doch die einzigartige Innenausstattung von Lenbachs Atelierflügel ging dabei großenteils verloren. Im Juni 1947 konnte im notdürftig wiederhergestellten Nordflügel eine erste Ausstellung Münchner Künstler stattfinden.

1957 machte die einzigartige Schenkung Gabriele Münters die Städtische Galerie zu einem Museum von Weltrang. Das herausragende Geschenk der Künstlerin anlässlich ihres 80. Geburtstags umfasste zahlreiche Werke Wassily Kandinskys bis 1914 und von Münter selbst sowie Arbeiten von Künstlerkollegen aus dem erweiterten Kreis des Blauen Reiter. Es folgten weitere bedeutende Ankäufe sowie Schenkungen wie die zu Ehren von Bernhard Koehler, dem bedeutenden Mäzen und Sammler von Werken Franz Marcs und August Mackes. Damit wurde das Lenbachhaus zum zentralen Ort der Erforschung und Vermittlung der Kunst des Blauen Reiter.

Ab den 1970erJahren präsentierte das Museum in seinen Ausstellungen wesentliche Tendenzen des westlichen Kunstgeschehens, doch erst in den 1980er Jahren kam es mit dem kontrovers diskutierten Ankauf der Arbeit "zeige Deine Wunde" von Joseph Beuys auch zu einer entsprechenden Neuorientierung in der Sammlungspolitik.

1994 wurde der Kunstbau des Lenbachhauses eröffnet, ein großer unterirdischer Raum über dem U-Bahnhof Königsplatz, von dem Münchner Architekten Uwe Kiessler zum Ausstellungsraum gestaltet. Seitdem bietet der Kunstbau Platz für große Sonderausstellungen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lenbachhaus.

Von 2009 bis 2013 wurde das Museum nach Plänen von Foster + Partners generalsaniert, ein inzwischen inadäquater Bauteil aus den 1970er Jahren von Heinrich Volbehr und Rudolf Thönessen abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet, um den Anforderungen an ein zeitgemäßes Museum gerecht zu werden. Damit kann das Lenbachhaus seinen Ausstellungs- und Veranstaltungsbetrieb flexibler gestalten und seine lokalen, überregionalen und internationalen Besucher_innen in einem modernen Museum willkommen heißen.

Historische Aufnahme Sepia um 1900 Lenbachhaus Garten Außenansicht Franz von Lenbach Alte Villa
Villa und Ateliertrakt um 1900
Franz von Lenbach, Franz von Lenbach mit Frau und Töchtern, 1903, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, aus dem Nachlass Franz von Lenbach, Schenkung Lolo von Lenbach 1925
Gemälde Kandinsky Frauenportraet Weißes Kleid Blaue Schleife
Wassily Kandinsky, Porträt Gabriele Münter, 1905, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Joseph Beuys, zeige deine Wunde, 1976, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Lenbachhaus, Ernst Jank

Bibliothek

Die hausinterne Bibliothek des Lenbachhauses umfasst circa 60.000 Medieneinheiten. Analog zur Kunstsammlung liegen die Schwerpunkte auf Publikationen zur Münchner Malerei des 19. Jahrhunderts, zum Thema Blauer Reiter sowie ausgewählten Bereichen der Kunst nach 1945.

Seit 2009 erfolgt die Katalogisierung online im Bibliotheksverbund Bayern, Berlin, Brandenburg (B3Kat). Zentrale Teile des Bestandes können im Verbundkatalog bzw. im Lenbachhaus-OPAC recherchiert werden.

Die Publikationen sind nicht entleihbar, stehen aber nach Terminabsprache auch auswärtigen Interessierten zur Verfügung.

Kollektiv Crèmbach

Das Kollektiv Crèmbach gibt jungen Menschen mehr Lautstärke in der Kultur. Es setzt sich dafür ein, dass das Lenbachhaus ein Museum für alle wird. Das Kollektiv öffnet einen Raum zum Treffen, für Vielfalt und eigenes Gestalten.

E-Mail: kollektiv.crembachgmailcom

Koordination:
Charlotte Coosemans, wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung
T +49 (0) 89 233 82623, charlotte.coosemansmuenchende
 

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes
 

Zum Instagram-Account von Kollektiv Crèmbach

Die Vielen

Neben Berlin, Hamburg, Dresden sowie vielen anderen Städten und Bundesländern haben sich auch in Bayern Kultureinrichtungen zusammengeschlossen, um im Rahmen einer Pressekonferenz am 1. Februar 2019 eine bayerische Erklärung zu verabschieden und sich damit dem Bündnis DIE VIELEN anzuschließen. In der ERKLÄRUNG DER VIELEN kündigten die bayerischen Erstunterzeichner_innen zwei "Glänzende Demonstrationen" für ein "EUROPA DER VIELEN" an. Diese fanden am 19. Mai 2019 in Nürnberg und München als Teil einer bundesweiten Großdemonstration für die Schönheit der Vielfalt statt.

Das Lenbachhaus unterstützt als Erstunterzeichner das Bündnis DER VIELEN. Unser Programm spiegelt die Vielfalt unserer Gesellschaft wieder und greift daher Themen wie Dialog, Freiheit, Vielfalt und Gleichberechtigung auf. Unser erklärtes Ziel ist es, offen für alle Menschen zu sein, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung.

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