10 Gründe, warum das Lenbachhaus das beste Museum Münchens ist

Von Charlene Rovinson Arias.

Es gibt Museen, und es gibt das Lenbachhaus. Ein Ort, an dem die Sonne immer ein wenig wärmer scheint, die Farben kräftiger leuchten und selbst die Kunstwerke aussehen, als hätten sie gute Laune.

Klar, "das beste Museum Münchens" ist eine kühne Behauptung, aber ab und an darf man ein wenig übertreiben. Und wer einmal dort war, weiß: Ganz so abwegig ist es gar nicht. Hier sind also 10 Gründe, warum das Lenbachhaus vielleicht, ganz vielleicht, das beste Museum der Stadt ist, gesehen mit einem kleinen Augenzwinkern natürlich.

1. Der Museumsgarten — Kunst trifft Natur

Starten wir mit dem Offensichtlichen: Das Lenbachhaus besitzt den wohl schönsten Garten Münchens. Und das Beste daran ist, der Eintritt ist kostenlos!

Der historische Garten wurde vom Landschaftsarchitekten Max Kolb entworfen. Die toskanisch inspirierte Anlage fügt sich harmonisch an die Architektur der Villa. Zwischen geschnittenen Hecken, Rasenflächen und Skulpturen, darunter Werke von Max Ernst, lädt der Garten zum Spazieren ein. Zwei Brunnen bilden das Herz des Gartens und machen jeden Besuch zu einer kleinen Zeitreise. Als Ort für alle liegt er mitten im Herzen der Stadt.

Und hier kommt noch ein süßer, summender Fun-Fact: Auf dem Dach des Lenbachhaus leben Bienen. Der Imker Jürgen Brandl kümmert sich um die Mitbewohner*innen, die fleißig für gute Stimmung und leckeren Honig sorgen, den es auch im Museumsshop zu kaufen gibt.

 

2. Vielfältiges Ausstellungsprogramm — nie zweimal dasselbe

Unser wechselndes Ausstellungsprogramm bringt Kunst aus unterschiedlichen Epochen und Perspektiven zusammen. Von der Kunst des 18. Jahrhunderts über die Klassische Moderne und die Neue Sachlichkeit bis hin zur Zeitgenössischen Kunst, zeigt das Museum, wie lebendig und wandelbar Kunst ist.

Zwei Schwerpunkte prägen das Haus besonders: der Blaue Reiter und die internationale Gegenwartskunst. Das Herzstück des Lenbachhauses ist die Sammlung des Blauen Reiters, die auf der Schenkung Gabriele Münters von 1957 basiert. Sie umfasst Ölbilder, Aquarelle, Skizzenbücher und Druckgrafiken von Künstler*innen wie Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Elisabeth Epstein, Erma Bossi, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin.

Ebenso bedeutend ist die Gegenwartskunst: Seit den 1980er Jahren sammelt das Lenbachhaus internationale Kunst sowie Werke von Künstler*innen mit München-Bezug. Die Sammlung umfasst Arbeiten von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Isa Genzken, Sarah Morris und weiteren. Tatkräftig unterstützt wird das Museum dabei von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, der KiCo Stiftung, der Christoph Heilmann-Stiftung, der Walter Storms-Stiftung, der Herbert Schuchardt-Stiftung, der Eva Margarete Lückenhaus-Stiftung und dem Förderverein Lenbachhaus e. V.

 

3. Kunstgespräche — wo Kunst wirklich spricht

Ab und an entstehen beim Betrachten Fragen: Warum gerade dieses Werk? Was haben sich die Künstler*innen eigentlich dabei gedacht? Wenn’s Euch bei eurem nächsten Besuch auch so geht, könnt Ihr kostenlos mit Kunstvermittler*innen ins (Kunst)Gespräch kommen. Die Gespräche sind die Gelegenheit, um über Eure Fragen und Interessen zur Ausstellung zu sprechen. Und zwar offen, direkt und ohne Hürden. Wenn Ihr also Lust auf einen Deep Dive in Themen, Hintergründe und Geschichten habt, seid Ihr hier genau richtig.

Die Kunstvermittler*innen erkennt Ihr ganz einfach an dem pinken "Was Tun!" Anstecker.

 

4. Zahlreiche (Kreativ-)Workshops — Werde selbst Teil des Ganzen

Viele besuchen ein Museum, um Werke zu betrachten, aber einigen von Euch wollen auch selbst kreativ werden oder etwas besser verstehen. Genau dafür gibt es im Lenbachhaus eine Vielzahl an Workshops, die Kunst, Kultur und Literatur aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Angeboten werden Schreibrunden, Diskussionsformate oder Kreativ-Workshops.

Eines dieser Formate ist der "Space-Lit Circle". Die Reading Group widmet sich Texten zu den Themen des Hauses oder dem Glitch-Kosmos und verbindet unterschiedliche Genres sowie gesellschaftliche Fragen mit Kunst. Der Fokus wechselt gelegentlich zu Sci-Lit, Sur-Lit oder Space-Lit. Die Treffen finden dabei im Lenbachhaus oder im Glitch Bookstore statt und bieten Raum für Diskussionen auf Deutsch oder Englisch.

Zudem bieten wir die Workshopreihe "Bienenschwärmerei" an, eine kreative Begegnung von Kunst und Natur. Über das Jahr hinweg begleiten die Teilnehmer*innen das Bienenjahr am Lenbachhaus, beobachten, forschen und entdecken Parallelen zwischen künstlerischen Prozessen und dem Leben im Bienenstock.

Alle Veranstaltungen und Termine findet Ihr auf unserer Webseite.

5. Kostenlose Veranstaltungen — Kunst und Kultur für alle

Im Lenbachhaus darf gefeiert, getanzt und gestaunt werden, regelmäßig bei freiem Eintritt. Bei den Ausstellungseröffnungen könnt Ihr als Erste einen Blick auf die neuen Werke werfen, mit Künstler*innen ins Gespräch kommen und den Abend in inspirierender Gesellschaft genießen. 

Ein Publikumsliebling sind die Free&Easy Abende. Während Ihr durch die Ausstellungsräume flaniert, sorgt Radio 80000 für den Soundtrack des Abends. Dazu gibt’s kühle Drinks und unter Olafur Eliassons schimmerndem "Wirbelwerk" entsteht die Art von Abend, die im Gedächtnis bleibt.

Wer es lieber ruhig angeht, findet bei den regelmäßigen Filmvorführungen den passenden Ausgleich. Gezeigt werden Filme, zu Kunst, Gesellschaft und Geschichte, die zum Weiterdenken anregen. Danach bleibt Zeit, sich zurückzulehnen und mit Freund*innen über das Gesehene auszutauschen. Alle Veranstaltungen findet Ihr auf unserer Homepage im Kalender.

 

6. Inklusion — Kunst, die verbindet

In unserem Museum ist Kunst für alle da, das gesamte Haus ist barrierefrei zugänglich. Alle Ausstellungsräume sind mit dem Rollstuhl erreichbar, Aufzüge verbinden die Etagen, und an der Kasse stehen auf Anfrage Rollstühle und Rollatoren zur Verfügung, die vorab reserviert werden können. Der Garten ist über das Tor erreichbar und das Wachpersonal hilft gern weiter. Ein Plan an der Kasse und ein Leitsystem im ganzen Haus sorgen für gute Orientierung.

Damit sich alle Besucher*innen gut zurechtfinden, gibt es auf unserer Website auch Informationen in Leichter Sprache. Sie erklären die wichtigsten Inhalte sprachlich und inhaltlich vereinfacht, für Menschen mit Lernschwierigkeiten, eingeschränkter Lesekompetenz oder solche, die gerade erst Deutsch lernen.

Auch etablieren wir nach und nach mehr Programme in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Gemeinsam mit den Museum Signers veranstalten wir regelmäßig öffentliche Führungen in DGS, bei denen ausgewählte Werke vorgestellt und in der Gruppe besprochen werden. Auch bei allen Ausstellungseröffnungen ist eine Simultanübersetzung in Deutsche Gebärdensprache Teil des Programms.

Darüber hinaus findet sich DGS auch im kostenlosen Mediaguide, der an der Kasse erhältlich ist. Kurze Videos erklären hier zentrale Werke in Gebärdensprache. Der Guide kann auch online genutzt werden.

 

7. Audioguides — Für alle, die lieber hören als lesen

Manchmal wollen Besucher*innen beim Museumsbesuch ein bisschen mehr wissen, ohne gleich in dicken Katalogen zu blättern. Dafür gibt es im Lenbachhaus kostenlose Audioguides. Sie erzählen zu ausgewählten Werken des Blauen Reiters, von Franz von Lenbach, der Kunst des 19. Jahrhunderts und der Neuen Sachlichkeit, wie sie entstanden sind, was sie bewegt hat und warum sie bis heute faszinieren.

Und weil Kunst auch die Kleinsten von uns begeistern kann, gibt es für sie etwas ganz Besonderes: den Kinder-Audioguide, gemacht von Kindern für Kinder. Gemeinsam mit den Künstler*innen Mirja Reuter und Florian Gass, Radiomacher*innen und der Autorin Susanna Partsch erforschten die Kinder die Geschichten hinter den Bildern, schrieben Drehbücher und nahmen eigene Hörspiele auf. Entstanden ist ein spielerisches, spannendes und humorvolles "Kunsthörspiel".

Alle Audioguides könnt Ihr direkt im Museum anhören oder auch online.

 

8. Rund ums Lesen — Wenn der Museumsbesuch zum Buchkapitel wird

Lesen und Kunst gehören im Lenbachhaus einfach zusammen. Wer nach einem Besuch nicht sofort in den Alltag zurück möchte, kann in die Welt der Bücher eintauchen. Dafür gibt es im Lenbachhaus gleich mehrere Orte.

Direkt vor dem Museum steht der leuchtend rote Kunstbücherschrank. Hier kann jede*r stöbern, entdecken oder Bücher hineinstellen. Mit dem Austausch und der kostenlosen Bereitstellung fördert das Lenbachhaus das Lesen.

Im Haus befindet sich außerdem die Museumsbibliothek, das Gedächtnis des Museums. Sie bewahrt rund 75.000 Medien zu Münchner Kunst, dem Blauen Reiter und weiteren Themen. Die Bibliothek ist nicht frei zugänglich, Bücher können jedoch per E-Mail angefragt und eingesehen oder ausgeliehen werden.

Und dann gibt es noch die Leseecke. Sie hat keinen festen Platz, sondern zieht mit den Ausstellungen durchs Haus. Hier könnt Ihr durch Bücher stöbern, lesen und Euch ausruhen.

 

9. Sammlung Online — Das Lenbachhaus jederzeit und von überall entdecken

In unseren Ausstellungen präsentieren wir Euch eine große Auswahl an Werken aus unserer Sammlung. Damit Ihr kein Kunstwerk verpasst, ist unsere gesamte Sammlung auch online für Euch zugänglich. Mit rund 25.000 Werken lädt die Sammlung Online dazu ein, Kunst jederzeit und überall zu entdecken. Sie ist der ideale Ort für alle, die nicht vor Ort sein können oder sich für Werke interessieren, die aktuell nicht ausgestellt sind.

Ihr könnt dort gezielt nach Künstler*innen, Epochen, Stilrichtungen oder Jahrgängen suchen oder einfach neue Werke entdecken.

 

10. Museumsshop & Restaurant — Vom Kulturkauf zur Kaffeepause

Nach dem Besuch lohnt sich ein Abstecher in den Museumsshop. Hier findet Ihr alles, was Euer Herz höherschlagen lässt: Bücher, Kataloge und Literatur, von den Klassikern des Blauen Reiters bis zu ästhetischer Theorie oder internationaler Fotografie. Zu den Ausstellungen gibt es liebevoll zusammengestellte Büchertische und ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment an Extras, Designobjekten, Postkarten, Kinderbücher, Drucke und Reproduktionen.

Wer danach noch ein wenig bleiben möchte, sollte unbedingt im Restaurant Ella vorbeischauen. Mit dem Blick auf den Königsplatz gehört die Terrasse zu den schönsten Sonnenplätzen Münchens. Hier könnt Ihr den Museumsbesuch bei köstlichen Gerichten und Getränken entspannt ausklingen lassen, über das Erlebte sprechen oder einfach den Moment genießen.

Tipp: Mit einem Tagesticket oder der Jahreskarte gibt es das Blaue-Reiter-Menü zum Sonderpreis.

Also gut, vielleicht sind wir nicht ganz objektiv – aber das macht doch den Charme aus, oder? Das Lenbachhaus hat etwas, das schwer in Worte zu fassen ist: eine Mischung aus Geschichte, Kunst, Atmosphäre und eine Menge Herzblut. Natürlich wissen wir, dass München noch viele andere großartige Museen hat, aber manchmal darf man sich einfach ein bisschen in die eigene Sammlung verlieben. Kommt vorbei und überzeug Euch selbst – wir freuen uns darauf!