Kunstbücherschrank

Bücher für alle!

Seit dem 5. Juni 2025 steht ein offener Kunstbücherschrank vor dem Lenbachhaus. Alle können eigene Empfehlungen mitbringen – besonders gerne Kunstbücher – und in den Regalreihen nach interessanten Fundstücken stöbern.

Mittlerweile gibt es im Münchner Stadtbild viele dieser "offenen Bibliotheken", deren ständig in Bewegung befindliche Bestände beliebte Treffpunkte sind. Das Besondere hier am Lenbachhaus: Es ist der erste öffentliche Bücherschrank, der sich thematisch auf Kunstbücher im weitesten Sinne konzentriert und direkt vor einem Museum platziert ist.

Wer sich für alle Arten von Kunstbüchern interessiert – vom Ausstellungskatalog bis zur Aufsatzsammlung –, wer eigene Lieblingsbücher weitergeben oder neue finden möchte, kann in Zukunft jederzeit den Bücherschrank vor dem Lenbachhaus ansteuern. Das bibliothekarische "Gesetz der guten Nachbarschaft", das überraschende Zufallsfunde gegenüber der zielgenauen Suche begünstigt, wird von allen, die hier zum Tauschen und Lesen vorbeikommen, umgesetzt. Im offenen Kunstbücherschrank gibt es Bücher für alle, das ganze Jahr über, Tag und Nacht. 

Als Mitarbeitende eines Kunstmuseums war es uns wichtig, einen inhaltlichen Bezug zu unserem Haus herzustellen und den Schrank auf Kunstbücher im weitesten Sinne zu spezialisieren. In unserer täglichen Arbeit haben wir sehr viel mit Büchern zu tun. Sie dienen nicht nur als wichtige Quellen für unsere wissenschaftlichen Recherchen, sondern sind oft auch Teil der Ausstellungen selbst, sei es in Form von Exponaten in Vitrinen oder ganzen Leseräumen. Regelmäßig veröffentlichen wir auch eigene Publikationen in Form von Ausstellungskatalogen, Künstler*innenbüchern oder Textsammlungen – häufig auch im Eigenverlag. Eine große Aufmerksamkeit liegt dabei auf der Spezifik des jeweiligen Themas und der Frage: Was könnte auch nach Abschluss einer Ausstellung noch von Interesse sein?

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus betreibt seit ihrer Gründung 1929 eine eigene Bibliothek, die für die Forschung und Recherchen am Haus genutzt wird und für wissenschaftliche Zwecke öffentlich zugänglich ist. Hier finden sich Publikationen zu allen Künstler*innen der Sammlung sowie zu den in Ausstellungen und Projekten verhandelten Themen.

Unser Kunstbücherschrank steht im Zusammenhang mit verschiedenen Überlegungen zur Attraktivität und den Nutzungsmöglichkeiten des Museumsvorplatzes, die uns seit einiger Zeit beschäftigen. Dabei ist es ein Anliegen, den Aufenthalt auf unserem Platz für alle Besucher*innen des Museums sowie für die allgemeine Öffentlichkeit angenehmer zu machen.

Städte und ihre Museen sollten Orte der Begegnung und des Austauschs für alle darstellen. Unseren offenen Kunstbücherschrank sehen wir als nicht kommerzielles Angebot, das öffentlich zugänglich ist und sich abseits von klassischen Konsumorten in der Stadt positioniert. Unser Wunsch ist es, dass der Museumsvorplatz künftig nicht nur als Durchgangsort genutzt wird, sondern verstärkt auch zum Verweilen einlädt. Lesen, Austausch und Diskussion sollten unserer Meinung nach wesentliche Bestandteile des öffentlichen Raums sein, diesen mitprägen und damit auch unser Zusammenleben stärken.