Datierung
1909
Objektart
Gemälde
Material
Öl auf Pappe
Maße
49,7 cm x 53,6 cm x 0,5 cm
Signatur / Beschriftung
u. r.: A. Jawlensky 09
Ausgestellt
Inventarnummer
GMS 678
Zugang
Schenkung 1957
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
Zitiervorschlag / Permalink
Alexej von Jawlensky, Murnauer Landschaft, 1909, Öl auf Pappe, 49,7 cm x 53,6 cm x 0,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/murnauer-landschaft-30012461

Werktext

Während der Phase des gemeinsamen Arbeitens in Murnau um 1908-09 kann Alexej Jawlensky für eine gewisse Zeit als der am weitesten Fortgeschrittene im Quartett der Künstlerfreunde gelten. Ein Bild wie die "Murnauer Landschaft" von 1909 bestätigt dies. Mit der Reduktion der Landschaft auf geometrische, kantige Flächen ist eine hohe Stilisierung erreicht, wobei sich die Farben in bisher nicht gekannter Kühnheit vom Naturvorbild lösen. Zwischen den Gegenständen und ihren Schatten, zwischen Himmel und Erde wird in der Farbbehandlung nicht mehr unterschieden, in unversöhnlichen Kontrasten stehen sich das künstlich leuchtende Violett und Gelb, Grün und Orange gegenüber, ergänzt durch das Zinnoberrot der Baumfigur im Hintergrund und den türkisblauen Hügelzug. Die 'Farbproben' rechts unten bekräftigen den autonomen Charakter des Bildes, dessen Wirklichkeit eine andere als die des unmittelbaren Sinneseindrucks ist.

Für die kantigen, verzerrten Formen des Bildes konnten Einflüsse des französischen Kubismus nachgewiesen werden, besonders Henri Le Fauconniers, der in seiner Flächengestaltung wiederum auf Paul Gauguin und Emile Bernard zurückgriff. Le Fauconnier wurde neben Georges Braque, Andre Derain, Maurice de VIaminck, Pablo Picasso, Kees van Dongen und anderen Vertretern der Avantgarde als Gast zur Teilnahme an der zweiten Ausstellung der 'Neuen Künstlervereinigung München' eingeladen.