Kaihо̄ 解放

Japanische Künstlerinnen nach 1945 –

Kaihо̄ 解放

Die Ausstellung widmet sich dem Werk von neununddreißig Künstlerinnen aus Japan, die von der Nachkriegszeit bis ins frühe 21. Jahrhundert das globale Kunstgeschehen maßgeblich mitprägten. Ausgehend von ihrer schöpferischen Widerstandskraft und ihren persönlichen Lebenswegen entfaltet sich die Ausstellung über fünf thematische Kapitel, die mehr als 120 Werke vereinen. Viele davon waren bisher nur selten, wenn überhaupt, außerhalb Japans zu sehen.

Anhand von Malerei, Skulptur, Fotografie, Film und Installation zeichnet die Ausstellung nach, wie sich die Künstlerinnen mit den tiefgreifenden Umbrüchen im Nachkriegsjapan auseinandersetzten. Zugleich verfolgt sie ihre transnationalen Wege durch Asien, Europa, die USA und Brasilien. lhre Werke entstanden in einer Zeit, in der sich patriarchale Strukturen zunehmend auflösten und sich das Verhältnis der Menschen zum Nationalstaat wandelte. Dabei stellten die Künstlerinnen verfestigte Vorstellungen nationaler Identität ebenso infrage wie westlich geprägte Kunstgeschichten.

Obwohl sie sich kritisch mit Geschlechterungerechtigkeit, Imperialismus und ökologischem Wandel auseinandersetzten, sind die meisten von ihnen im vorherrschenden kunsthistorischen Kanon bis heute weitgehend unbeachtet geblieben. "Kaihō 解放: Japanische Künstlerinnen nach 1945" rückt ihre bedeutenden Beitrage zu prägenden Kunstströmungen wie Gutai und Fluxus ebenso ins Licht wie ihre Rolle bei der Entwicklung multimedialer und performativer Praktiken. Der Titel des Projekts, "Kaihō" (Befreiung), verweist auf das Anliegen der Ausstellung, die miteinander verflochtenen Geschichten der globalen Moderne und ihre Nachwirkungen in der zeitgenössischen Kunst neu zu denken.

Mit Werken von: Saori Akutagawa, Ruth Asawa, Akiko Fujita, Hideko Fukushima, Mako Idemitsu, Mao Ishikawa, Ishiuchi Miyako, Tari Itō, Yuki Katsura, Sayako Kishimoto, Shigeko Kubota, Yayoi Kusama, BuBu de la Madeleine, Shōko Maemoto, Toshi Maruki, Yōko Matsumoto, Kyōko Michishita, Seiko Mikami, Kimiyo Mishima, Aiko Miyawaki, Kazuko Miyamoto, Mariko Mori, Nobuho Nagasawa, Fujiko Nakaya, Yūko Nasaka, Machiko Ogawa, Tomie Ohtake, Yoko Ono, Takako Saito, Yoshiko Shimada, Mieko Shiomi, Chiharu Shiota, Mitsuko Tabe, Minami Tada, Toshiko Takaezu, Atsuko Tanaka, Taeko Tomiyama, Tsuruko Yamazaki, Shizuko Yoshikawa

Die Ausstellung wird kuratiert von Florence Ostende, Leitung Künstlerische Programme am Guggenheim Bilbao mit Yurika Imaseki, Wissenschaftliche Mitarbeit, und Anaël Daoud, kuratorische Assistentin am Mudam Luxembourg.

Die Ausstellungspräsentation im Lenbachhaus wird kuratiert von Eva Huttenlauch, Leiterin der Abteilung Sammlungen/Ausstellungen/Vermittlung und Sammlungsleiterin/Kuratorin Kunst nach 1945 am Lenbachhaus München.

Die Ausstellung wird vom Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und dem Guggenheim Museum Bilbao organisiert.

Die Partnerinstitutionen danken Reiko Kokatsu, Kunsthistorikerin und Kritikerin, für ihre beratende Unterstützung.

Mit freundlicher Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.

Werke