extra+ feat. Radio 80000
Open House mit Drinks & Music
Do, 5. März 2026, 18–22 Uhr

mehr Informationen

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus wurde 1929 in der ehemaligen Künstlerresidenz Franz von Lenbachs eröffnet. Lenbach prägte im späten 19. Jahrhundert den Mythos von München als Kunststadt entscheidend mit.
Aufgewachsen als dreizehntes Kind des Stadtmaurermeisters von Schrobenhausen inszenierte er seinen Aufstieg zum gefeierten Porträtmaler seit den 1870er Jahren ganz bewusst: Er setzte sich als weltgewandter, virtuoser Künstler in Szene. Dazu ließ er sich in den Jahren 1887 bis 1890 in unmittelbarer Nähe zum Königsplatz ein großzügiges Atelier mit Wohnhaus erbauen, das er in Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekten Gabriel von Seidl realisierte. Die renovierten Repräsentationsräume im 1. Stock der Villa vermitteln einen Eindruck von der ehemaligen Pracht der Residenz des "Malerfürsten". Internationale Gesellschaftsgrößen gingen in Lenbachs Haus ein und aus und ließen sich von ihm porträtieren. In seiner Malweise orientierte er sich an alten Meistern wie Rubens, Tizian und Veronese, gleichzeitig nutzte er die Fotografie als Hilfsmittel seiner produktiven Porträtpraxis.
Lenbach errichtete sein Anwesen direkt vor dem symbolischen Stadttor der Propyläen und in unmittelbarer Nähe der großen staatlichen Kunstsammlungen, insbesondere der Glyptothek und dem Königlichen Kunstausstellungsgebäude (heute Antikensammlung) am Königsplatz, aber auch zur Alten und Neuen Pinakothek. Diese Lage unterstrich den repräsentativen Anspruch des Gebäudes.
Zunächst entstand der Ateliertrakt, der sowohl Arbeitsräume als auch Empfangsräume für seine vornehme Klientel bot. Dann folgte der mittige Wohntrakt, der sich formal an toskanischen Villenanlagen orientierte; das Ensemble wurde von Max Kolb durch eine Gartenanlage mit Brunnen gerahmt.
Dem nach außen hin vorgetragenen Anspruch der Lenbachschen Villa entsprach die prächtige, historistische Innenausstattung. Wohn- und Repräsentationsräume sowie Atelier- und Galerietrakt waren eingerichtet mit kostbaren antiken Skulpturen, mittelalterlichen Malereien, seltenen Teppichen und Gobelins, aber auch mit Kopien, wo Originale nicht erhältlich waren. Hinter den Kulissen war Lenbachs Wohnhaus eines der modernsten in München: Es war über eine hauseigene Dynamomaschine komplett elektrifiziert und besaß eine Dampfheizung, ein Bad sowie ein Fotoatelier.
In diesem Prachtbau wurde verwirklicht, was zu Lenbachs Zeit unter der Residenz eines "Malerfürsten" verstanden wurde. Damit konnte er selbst höchsten Gästen gerecht werden: Fürst Bismarck zum Beispiel, dessen öffentliches Bild Lenbach durch seine zahlreichen Porträts geprägt hatte, nahm anlässlich seines Besuchs 1892 auf dem Balkon der Villa die Ovationen der Münchner Bevölkerung entgegen.
Nach den Zerstörungen der Anlage 1944/45 konnten 1952 nur noch das Foyer und die Repräsentationsräume im ersten Stock des Mitteltraktes wiederhergestellt werden. 1994 erhielt die Eingangshalle ihre originale Farbigkeit zurück, 1996 wurden die Repräsentationsräume im 1. Stock der Villa anhand alter Fotografien mit den originalen Möbeln und Objekten rekonstruiert und sind heute der Kunst Franz von Lenbachs und dem von ihm geschaffenen Gesamtkunstwerk gewidmet.

Adolf von Hildebrand
Badende Frauen, 1880 - 1885

Adolf von Hildebrand
Zum Brautgemach, um 1885

Franz von Lenbach
Selbstporträt, 1902/03

Franz von Lenbach
Der Kupferstecher Conrad Geyer, 1869

Franz von Lenbach
Margarethe von Stumm (?), um 1902

Franz von Lenbach
Mary Lady Curzon of Kedleston, 1901/02

Franz von Lenbach
Theodor Freiherr von Cramer-Klett, Anfang der 1880er Jahre

Franz von Lenbach
Studie zu dem Gemälde Der Titusbogen in Rom, 1858

Franz von Lenbach
Kegelgesellschaft – Zehn Künstlerporträts, 1862

Franz von Lenbach
Ludwig I. König von Bayern, um 1890

Franz von Lenbach
Hofnarr Philipps IV. von Spanien, Kopie nach Velázquez' Gemälde in Madrid, 1868

Franz von Lenbach
Marion Lenbach in Ritterrüstung, 1902

Franz von Lenbach
Flucht nach Ägypten, mit Baron Karl Eduard von Liphart als Joseph, Zweite Hälfte 1860er Jahre

Franz von Lenbach
Die Töchter des Leukypos, Kopie nach Rubens' Gemälde in München, um 1866

Franz von Lenbach
Danae, Kopie nach Tizians Gemälde in Neapel, 1864/65

Franz von Lenbach
Josephine Lenbach, 1864

Franz von Lenbach
Der Maler Franz von Seitz, um 1878

Franz von Lenbach
Straße in Kairo, 1876

Franz von Lenbach
Mary Stuck (geb. Lindpaintner), 1898

Franz von Lenbach
Adolf Oberländer, Beginn der 1890er Jahre

Franz von Lenbach
Franz von Lenbach mit Frau und Töchtern, 1903

Franz von Lenbach
Franz Lenbach, Mitte der 1860er Jahre

Franz von Lenbach
Marchesa di Montagliari, Mitte der 1880er Jahre

Franz von Lenbach
Hermann Levi als Araber; Brustbild, 1890

Franz von Lenbach
Fürst Bismarck; Skizze, 1895

Franz von Lenbach
Prof. Theodor Mommsen; Brustbild ohne Hände, 1899

Franz von Lenbach
Madonna mit Kind und Engeln; zeitgenössische Kopie nach Madonna unter dem Apfelbaum

Franz von Lenbach
Spanische Landschaft mit Gewässer

Peter Paul Rubens
Ceres und die Nymphen, Kopie nach Rubens' Gemälde in Madrid, 1890er Jahre

Unbekannt
Susanna im Bade; Statuette einer kauernden weiblichen Figur, 2. Hälfte des 16 Jhd.

Unbekannt
Heiliger Sebastian am Marterpfahl, 1. Hälfte 17. Jhd.

Unbekannt
Kirchenfürsten; a) Abguß der Büste des Pietro Mellini von Benedetto da Majano; b) Abguß der Büste des Philippo Strozzi von Benedetto da Majano, a) 1474; b) um 1490

Unbekannt
Wappen: Fürst Fugger-Kirchberg; wohl süddeutsch, Ende 17. Jhd.

Unbekannt
Zwei Vasen holländischer Art, bemalt mit Blumen und Vögeln, Gold auf schwarzem Grund, 19. Jhd.

Unbekannt
2 Vasen, Nachahmung antiker Vasen

Unbekannt
Gobelin; flämisch; Vase unter Pergola; sehr kaputt, zum Teil eingesetzt, 17. Jhd.

Unbekannt
Schrank, gotisch, mit 1 Türe, im Aufsatz, 2 Schubfächer, 2. Hälfte des 19. Jhd.

Unbekannt
Lavabo-Schränkchen, mit Schubfach, Aufsatz mit 2 Türen, französische Renaissance, Lyonstil, Aufsatz mit 4 gedrehten Füßen; wohl oberitalienische Arbeit im französischen Stil, 19. Jhd.

Unbekannt
Hochzeitstruhe mit flachem Deckel, altes Schloß

Unbekannt
Hocker mit Plüschpolster, barock, geschnitzt vergoldet; Hocker mit Plüschpolster geschnitzt, spätes 17. Jhd.

Unbekannt
Spiegelrahmen mit Metallbeschlägen im Stil des venezianischen 18. Jhd., 2. Hälfte des 19. Jhd.

Unbekannt
Spiegel in Bologneser Blattrahmen, schwer geschnitzt, Holzrahmen gold, 17. Jhd.

Unbekannt
Muscheln; a) Muschel mit Messingfuß, Drachen, b-k) verschiedene Muscheln; l) Tuba-Muschel, groß, Nautilus-Pokal