Lange Nacht der Museen 2024
Abendöffnung
Sa, 19. Oktober 2024, 18–01 Uhr

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"Der Satz, dass die gutgemalte Rübe besser sei, als die schlechtgemalte Madonna, gehört bereits zum eisernen Bestand der modernen Ästhetik. Aber der Satz ist falsch; er müsste lauten: Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna." Dieses Zitat Max Liebermanns (1916) ist Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Lenbachhaus, die untersucht, was und vor allem wie die Künstlerinnen und Künstler im 19. und frühen 20. Jahrhundert gemalt haben. Die Präsentation widmet sich der Frage, was "gut gemalt" bedeutet, und untersucht verschiedene Aspekte des Malerischen.
Dazu gehören beispielsweise das Tempo beim Malen, das Glück des Anfängers, Zuschreibungsfragen, Farbverbote und die Suche nach einer reinen Malerei: So schuf Lovis Corinth in nur drei Tagen einen riesigen gemalten Blumenstrauß als Geburtstagsgeschenk für seine Frau. Als Franz von Stuck begann, mit Ölfarben zu experimentieren, notierte er auf der Vorderseite des gelungenen Bildes stolz "mein erstes Ölgemälde" - für sich wie für die Nachwelt. Ein virtuos hingeworfenes, unsigniertes Frauenporträt könnte sowohl von Wilhelm Busch wie von Franz von Lenbach stammen, die beide in jungen Jahren sehr ähnlich malten. Wer denkt, dass Landschaftsmaler doch ein ganz besonderes Faible für die Farbe "Grün" haben müssten, wird sich darüber wundern, dass reines Grün aus der Tube als "Spinat" verspottet wurde. Wilhelm Leibl schließlich interessierte nur das "Wie", nicht das "Was"; Leibls Streben nach dem "Reinmalerischen" inspirierte seinen Kollegen Carl Schuch zu einem radikal vereinfachten Stillleben mit Lauch.
Kuratiert von Karin Althaus
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Bundesrepublik Deutschland
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"Doch nachdem man vor zwei Jahren unter dem Titel 'Bildschön' dem 'Was', also dem Dargestellten, in der Kunst des 19. Jahrhunderts nachgegangen war, hat man nun das 'Wie' und damit die Malweise in den Mittelpunkt gestellt. Man hat herausragende Einzelkünstler und Malschulen zueinander in Beziehung gesetzt, und ist ihren Einflüssen aufeinander nachgegangen."
"Das Münchner Lenbachhaus wagt unter dem Titel 'Das Malerische – Die Kunst, die richtige Farbe auf den richtigen Fleck zu setzen' einen aufgefrischten Blick auf seine Bestände aus dem 19. Jahrhundert."
"Es geht um die Frage, was 'gut gemalt' ist und warum, um das Tempo, die Suche nach der reinen Malerei und das Glück des Anfängers. Kurz: um die verschiedenen Aspekte des Malerischen."

Carl Schuch
Bauernhaus in Ferch am Schwielowsee, 1878 ?

Wilhelm von Diez
Strauchritter, um 1875/1900

Max Slevogt
Danae, 1895

Carl Spitzweg
Wo brennts?, um 1850

Wilhelm Leibl
Knabenkopf, 1896

Hermann Groeber
Malschüler, um 1908

Wilhelm Busch
Auf der Weide, um 1885/90

Wilhelm Leibl
Kopf eines Blinden, um 1866/67

Wilhelm Trübner
Kartoffelacker bei Weßling in Oberbayern, 1876

Carl Schuch
Männliches Bildnis, undatiert

Franz von Lenbach
Hüterbub auf einem Grashügel, um 1859

Franz von Lenbach
Zwei Bauernjungen an einem Abhang, 1859

Carl Spitzweg
Einsiedler und Teufel, um 1870

Lovis Corinth
Hymnus an Michelangelo, 1911

Wilhelm Busch
Landschaft, um 1890

Franz von Stuck
Die Wilde Jagd, um 1888

Lovis Corinth
Der Walchensee bei Mondschein, 1920

Ludwig Willroider
Viehweide bei Morgenstimmung, 1872

Johann Sperl
Wiese vor Leibls Atelier in Aibling, 1893

Eduard Schleich der Ältere
Oberbayerische Ebene mit heimziehender Schafherde, um 1860/1870

Wilhelm Trübner
Brüsslerin mit blauer Krawatte, 1874

Albert Weisgerber
Pariser Café, 1906

Karl Haider
Katharina Haider, 1875

Wilhelm Trübner
Linde auf Herrenchiemsee, 1874

Emilie von Hallavanya
Selbstbildnis, um 1905 (?)

Eduard Schleich der Ältere
Sandgrube an der Schleißheimer Allee, um 1860/1870

Albert Weisgerber
Im Münchner Hofgarten, 1911

Max Slevogt
Selbstbildnis mit schwarzem Hut, 1913

Wilhelm Leibl
Der Maler Julius Bodenstein, 1876

Wilhelm Busch
Bildnis eines Knaben mit großem Hut, um 1871/1872

Carl Schuch
Stillleben mit Porree, um 1886/88

Lovis Corinth
Der Pianist Conrad Ansorge, 1903

Lovis Corinth
Selbstbildnis mit Skelett, 1896

Max Liebermann
Amsterdamer Waisenkind, 1881

Franz von Lenbach
Arthur Georg Freiherr von Ramberg, um 1862

Franz von Lenbach
Unbekanntes Mädchen, 1877?

Franz von Lenbach
Bauernjunge beim Brotessen in der Stube, 1856/58

Theodor Alt
Bildnis eines Revolutionärs, 1. Hälfte 1870er Jahre

Wilhelm Leibl
Frau Anna Gentz, um 1868