Open House mit Drinks & Music
Free&Easy feat. Radio 80000
Do, 4. Dezember 2025, 18–22 Uhr

mehr Informationen

Im Jahr 1994 ist der Kunstbau der städtischen Galerie im Lenbachhaus München eröffnet worden, entworfen vom Architekturbüro Uwe Kiessler + Partner. Mit der unterirdischen Ausstellungshalle, die in ihren Ausmaßen dem darunterliegenden U-Bahnhof entspricht, erhielt das Lenbachhaus eine neue Dimension für das Ausstellen von Kunst.
Anlässlich der Eröffnung hat Dan Flavin (1933–1996) eine seiner letzten "Situationen" entwickelt. Als "Situationen" bezeichnete Flavin für einen bestimmten Ort geschaffene Arbeiten, in denen der Fokus auf dem Lichtraum und der Wahrnehmung liegt.
Kein Werk ist so eng mit dem Kunstbau verbunden wie "untitled (for Ksenija)". Das Spätwerk bekräftigt Flavins fortwährende künstlerische Auseinandersetzung im Spannungsfeld von Lichtkunst und Architektur. Flavin transformiert den Ausstellungsraum, indem er ihn als Erfahrungsraum illuminiert. Fluoreszierendes Licht, Farbe, Raum sowie die Körper und Sinne der Besucher*innen treten in eine untrennbare, diffundierende Wechselwirkung.
Als bedeutender Vertreter der Minimal Art – einer Kunstrichtung, die industriell gefertigte Materialien einbezieht und den persönlichen Ausdruck radikal reduziert – wandte sich Flavin bewusst von illusionistischen Bildwelten der Malerei, dem gestischen Ausdruck des abstrakten Expressionismus und der figurativen Sprache der Pop Art ab. Seine Werke beziehen sich stets auf ihre räumliche Umgebung, wodurch die Wahrnehmung der Betrachter*innen und ihr Verhältnis zum Raum integrale Bestandteile der Arbeit werden.
Nach Anfängen in der Malerei arbeitete Dan Flavin ab Mitte der 1960er Jahre ausschließlich mit normierten, handelsüblichen Leuchtstofflampen, die er in variierenden Arrangements als künstlerisches Material einsetzte. Seine minimalistischen Bleistiftzeichnungen dienten fortan als präzise konzeptuelle Grundlagen für diese Installationen.
Am 8. März 1994 erreichte das Lenbachhaus ein Fax aus dem Dan Flavin Studio in New York, das eine solche zeichnerische Minimalstudie enthält. Diese hält sowohl das Konzept als auch die spezifischen Vorgaben für die Installation der Leuchtstofflampen an der Beleuchtungsschiene des Kunstbaus fest und dokumentiert die künstlerische Konzeption des Werks. Flavin entwickelte diese Zeichnungen zu operablen Strukturen, die sich für jede Ausstellung als neues, eigenständiges Modell realisieren ließen.
Entlang der vier architektonisch definierten Beleuchtungsschienen des Kunstbaus sind farbige Leuchtstofflampen installiert. Ihre physische Präsenz tritt zugunsten eines Erfahrungsraums zurück, der vollständig durch das Licht bestimmt wird. Dieses bringt nicht nur die Architektur zum Leuchten, sondern beeinflusst tief die Selbstwahrnehmung der Besucher*innen: Bewegung, Lichtanpassung und Farbwahrnehmung werden zu Elementen einer ästhetischen Erfahrung, die zur Reflexion über Raum, Körper und Wahrnehmung anregt.
Heiner und Philippa Friedrich schenkten dem Lenbachhaus "untitled (for Ksenija)" zum Andenken an ihre Eltern Erika und Harald Friedrich sowie Dominique und John de Menil. Die Installation ist fest in der Sammlung verankert und wird im Sinne der Stifter*innen nun zum zehnten Mal gezeigt.
In der Rotunde des Kunstbaus finden sich weiterführende Informationen zum Werk und zur Ausstellungshistorie.
Nach der Präsentation von Dan Flavins "Situation" "untitled (for Ksenija)" öffnet vom 2. bis 7. Dezember 2025 ein Kooperationsprojekt mit akustischen Arbeiten von Studierenden aus dem Programm „Sound und Experiment“ von Florian Hecker (Bayerisches Spitzenprofessurenprogramm – Akademie der Bildenden Künste München) im Kunstbau einen neuen Erfahrungsraum.
Wir widmen diese Präsentationen dem Gedenken an den Architekten Uwe Kiessler (1937–2025), der mit seinem herausragenden Beitrag die Architektur und Kultur Münchens nachhaltig geprägt hat.
Eintritt frei
Kuratiert von Johannes Michael Stanislaus
Mit freundlicher Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.
"Nun ist die Licht-Installation erneut im Kunstbau zu sehen und lädt ein, in dieses immersive Erlebnis aus Licht einzutauchen. Und auch danach geht es mit immersiven Erlebnissen an diesem einstigen Un-Ort weiter. Denn vom 2. bis 7. Dezember werden Studierende der Akademie der Bildenden Künste aus dem Programm "Sound und Experiment" von Florian Hecker den Kunstbau mit akustischen Arbeiten in einen neuen Erfahrungsraum verwandeln."
"Das Lichtkunstwerk von Dan Flavin wurde extra 1994 für die Eröffnung des Kunstbaus gestaltet. Vier Reihen von Leuchtstoffröhren in Grün, Blau, Gelb und Pink folgen den leicht gekrümmten 110 Metern Raumlänge in etwa sechs Metern Höhe. Die Wirkung ist fast magisch. Mit jedem Schritt ändern sich Farben und Perspektiven."
"Seine Idee, war selbst ursprünglich kostengünstig: Der Lichtkünstler Dan Flavin (1933 - 1996) wollte, dass alle Materialien seiner Kunst in einem Baumarkt erhältlich sind, weshalb man ihn unter die Kategorie "Arte povera" oder "Minimal Art" zählt. Dabei ist seine Kunst nicht ärmlich, sondern spektakulär."







