Die köstlichste Zeit des Jahres
Von Jürgen Brandl und Emily Schlumberger
Die Prozesse der Natur im Spätsommer
Wandert man durch die Hitze des Augusts und stößt auf eine Obstwiese, können reife und aromatische Äpfel, Pflaumen und Mirabellen entdeckt werden. Saftige Heidelbeeren spicken die Sträuche, und auch Gemüse wie Kohl und Zucchini ist zu finden. Zwischen alldem kann ein stetiges Summen vernommen werden. Insekten fliegen fleißig von den Blüten des Sonnenhuts zur Sonnenbraut und dann wieder zur kräftig gelben Sonnenblume. Auch andere Spätblüher wie Efeu, Roseneibisch und Waldrebe versorgen unter anderem die Bienen mit letzten Pollen- und Nektarvorräten vor dem drohenden Winter. Durch die verminderte Eiablage der Bienenkönigin sowie durch die zunehmende Belastung der Varroa-Milbe, nimmt die Bienenpopulation ab. Die Bienen arbeiten in diesem Monat hart an der Sicherung des Winterfutters und auch der Imker kämpft nun mit organischen Säuren wie Ameisensäure, Milchsäure oder Oxalsäure gegen die destruktive Varroa-Milbe.
Ein Rückblick auf die diesjährige Ernte
Im Schnitt konnten pro Volk zwischen 20 und 26 Kilogramm Honig geerntet werden, was ein zufriedenstellendes Ergebnis bedeutet. Im Frühling beeinträchtigte die ausbleibende Feuchtigkeit vor allem die Löwenzahnblüte. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Juni und Juli stellten vor allem die Lindenblüte vor eine große Herausforderung. Die Blüten bestanden nur wenige Tage und stellten daher eine geringere Menge an Nektar zur Verfügung.
Honig als Wundermittel der Natur
Naturbelassener Honig enthält über 180 verschiedene Inhaltsstoffe. Darunter befinden sich unzählige Vitamine und Mineralstoffe, die zur Steuerung von Muskel- und Nervenfunktionen beitragen sowie wichtige Kohlenhydrate. Diese füllen die Energiereserven wieder auf und Enzyme wandeln Zucker in antibakterielle Stoffe um. Bestimmten Inhaltsstoffen des Honigs werden zudem entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Auch bei Erkältungskrankheiten in den kalten Wintermonaten kann Honig die Stärkung der Abwehrkräfte fördern und wohltuend wirken. Für ein gut funktionierendes Stoffwechselsystem sorgen die Aminosäuren, während Aromastoffe das Immunsystem stimulieren. Pollen und Säuren regen den Appetit an und wirken verdauungsfördernd. Der wärmeunbehandelte, kaltgeschleuderte und naturbelasse Honig der Lenbachhaus-Bienen ist nicht nur ein Wundermittel der Natur, er hat geschmacklich auch einiges zu bieten!
Lenbachhaus-Sommerhonig und sein einzigartiger Geschmack
Der Sommerblütenhonig aus München, der vor allem durch Allee- und Parkbäume geprägt wird, hat einen einzigartigen Geschmack. Durch das häufige Vorkommen von Lindenbäumen in München sind trotz der verkürzten Blütezeit typische Nuancen im Lenbachhaus-Honig auszumachen. Heller Lindenhonig hat sehr besondere Aromen. Neben der markanten Mentholnote kann er auch malzige und würzige Nuancen aufweisen. Manchmal schmeckt er sogar leicht nach Zitrone. Durch sein Mentholaroma eignet sich der Honig ausgezeichnet zum Süßen von aromatischem Tee. Sommerlichen Salatdressings verleiht er Frische und verfeinert helle Soßen und Fischgerichte auf edle Weise. So wird der August wohl zur geschmackvollsten Zeit des Jahres. Mit jedem Glas wird nicht nur die heimische Imkerei unterstützt, sondern auch ein Beitrag zum Schutz unserer Bienen und der Artenvielfalt geleistet.