August Macke, Türkisches Café, 1914

Türkisches Café von August Macke

Datierung
1914
Objektart
Gemälde
Material
Öl auf Holz
Maße
60 cm x 35 cm
Signatur / Beschriftung
u. r.: Aug. Macke 1914
Ausgestellt
Inventarnummer
G 13325
Zugang
Schenkung 1965
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Zitiervorschlag / Permalink
August Macke, Türkisches Café, 1914, Öl auf Holz, 60 cm x 35 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/tuerkisches-cafe-30019622

Werktext

Im April 1914 unternahm August Macke zusammen mit Paul Klee und Louis Moilliet die später legendär gewordene Tunisreise. Unter dem Eindruck des südlichen Lichts und der intensiveren Wirkung der Farben erfuhr seine Kunst eine letzte Steigerung. Mit einer Fülle von Aquarellen und Skizzen kehrte er aus Tunis zurück. Das Gemälde "Türkisches Café" führte er später in Bonn in zwei Versionen aus, die vorliegende schenkte er Bernhard Koehler, der die Reise finanziell unterstützt hatte. Nach der Erinnerung Moilliets handelte es sich bei dem Motiv um den überdachten Eingang am Fuße der Treppe zum damals berühmten Café des Nattes in Sidi-Bou-Said.

Während Macke in den Zeichnungen seines Skizzenbuches dieses Motiv mit einer Reihe von Einzelheiten festhält, konzentriert er sich im Ölbild ganz auf die lapidare Kraft reiner, stark farbiger Flächen von nahezu abstrakter Qualität. Auch die lichthaltigen Raumvolumen, die in den Bildern von 1913 noch eine gewisse Rolle gespielt haben, sind dem Diktat der puren Farbe gewichen. Aus der blauen Fläche der Hausmauer scheint die grüne Figur des sitzenden Arabers herausgeschnitten, sein roter Fez bildet den komplementären Kontrast dazu. Auch das Orange und Violett der Türfüllung steht als reiner, kaum aufzulösender Komplementärkontrast lotrecht im Bild. Das Blau der Hauswand findet im Gelb des Stuhls und der Markise seine komplementäre Ergänzung. Auf andere Weise wie etwa in den Werken Franz Marcs oder Wassily Kandinskys gewinnen Mackes Bilder ihre "innere Notwendigkeit", indem sie in ihren farbigen und formalen Elementen zu größter Einfachheit reduziert werden.