Was machen die Bienen eigentlich im Winter?
Von Jürgen Brandl.
Bei diesen frostigen Temperaturen fragen Sie sich bestimmt was die Bienen eigentlich im Winter so machen. Monate der Kälte müssen die Bienen überstehen und der kalte Winter verlangt den Insekten einiges ab. Der Winter ist für Bienen eine wirklich kritische Zeit und Teamarbeit ist hier gefragt.
Halten die Bienen Winterschlaf?
Der Winter ist grundsätzlich eine Jahreszeit der Ruhe. Honigbienen können aber keinen Winterschlaf halten, da sie nicht zu den gleichwarmen, sondern zu den wechselwarmen Tieren zählen. Die Bienen verlassen den Stock mehrere Monate nicht und sitzen ganz eng in der sogenannten Wintertraube zusammen. Auf diese Weise halten sie sich gegenseitig warm. In der Traube teilen sich die Bienen die Arbeit auf: Bienen, die außen an der Traube saßen und durch Muskelkontraktion geheizt haben, dürfen sich später in der warmen Mitte erholen. Dabei sitzt die wichtigste aller Bienen, die Königin, in der Mitte der Traube.
Wie warm ist es im Bienenstock im Winter?
Dank des fleißigen Einsatzes ihrer Arbeiterinnen herrscht dort stets eine Temperatur von mindestens 25 Grad. Aber nicht permanent: Die Temperatur regeln die Bienen im Stock mit einem raffinierten Rhythmus mit kühlen und warmen Phasen. Sobald im Spätherbst keine Brut mehr im Stock aufgezogen werden muss, kann die Temperatur zeitweise auf zehn Grad abfallen. Wenn es dennoch zu kalt wird oder Futterbedarf besteht, wird der Bienenstock über Muskelzittern temporär auf bis zu 30 Grad aufgeheizt. So wird auch das Futter flüssig und die Bienen können den Honig genießen. Danach kühlt der Bienenstock wieder runter und Energie wird eingespart.
Wie lange können die Bienen einen Winter aushalten?
Im Sommer werden die Arbeiterinnen nur etwa sechs Wochen alt. Winterbienen können hingegen bis zu neun Monate alt werden, sie leben meist von August bis April. Doch wieso leben sie so viel länger? Das ist so, weil sie die meiste Zeit ihres Lebens im Stock sitzen und nicht fliegen müssen. Winterbienen verausgaben sich nicht durch Brutpflege und Sammelflüge und werden damit sehr viel älter als ihre Artgenossinnen im Sommer. Das Fliegen ist für die Bienen körperlich nämlich so anstrengend, dass die Bienen im Sommer auch deshalb so früh sterben.
Die Winterbienen haben nur die eine elementare Aufgabe: Sie überbrücken die kalte Zeit bis im Frühjahr wieder die ersten Bienen schlüpfen. Ihre verantwortungsvolle Aufgabe ist es, die Königin und die im Vorfrühling beginnende Brut warm zu halten und zu schützen.
Für uns Menschen ist die Winterphase auch eine Zeit der Erholung und der Vorfreude auf den heran nahenden Frühling: Genießen Sie diese Jahreszeit mit einem Löffel Honig, der die Erinnerungen an die warme Jahreszeit und ihre Blütenvielfalt wachrüttelt!