Eröffnung Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten

Wann:
Mo, 23. März 2026, 19 – 22 Uhr

Kostenlos

Sonstiges:

Es wird simultan in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Wann:
Mo, 23. März 2026, 19–22 Uhr

Kostenlos

Sonstiges:

Es wird simultan in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Am Montag, 23. März ab 19 Uhr findet die Eröffnung der Ausstellung "Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten" statt. Das Lenbachhaus lädt Sie und Ihre Freund*innen herzlich dazu ein.

Eine Schutzbrille aus Plexiglas steht am Anfang der Ausstellung "Eingestellte Gegenwarten" von Franz Wanner (*1975, Bad Tölz). Die Brille wurde bei Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen geborgen. Über die inhaftierte Person, die zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt war und mit der Brille ihr Augenlicht schützte, gibt es bislang keine auffindbaren Informationen. Ihr Wunsch sich zu schützen, zeigt sich bis heute an diesem Objekt.

Franz Wanner interessiert sich für die Lücke zwischen Realität und Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Dafür recherchiert er deren Geschichte, und betrachtet aufmerksam, wie diese für die Gegenwart beschönigt, bereinigt und instrumentalisiert wird. Die Ausbeutung von Arbeitskraft ist das zentrale Thema seiner Ausstellung am Lenbachhaus: Im Nazismus war der Einsatz von Zwangsarbeiter*innen in allen gesellschaftlichen Bereichen weit verbreitet. Auf den massiven Strukturen der NS-Zwangsarbeit fußten später die Anwerbeabkommen mit Italien, der Türkei, Griechenland und Jugoslawien. So wurden die Menschen, die ab 1955 angeworben wurden und nach Deutschland zogen, teils in ehemaligen NS-Baracken untergebracht, die als "Gastarbeiterlager" bezeichnet wurden; die gesetzliche Grundlage der Abkommen basierte auf einer NS-Verordnung aus dem Jahr 1938.

Durch seinen prüfenden Blick auf heutige staatliche Institutionen wie den Geheimdienst und die Polizei, die Verzahnung von universitärer Forschung und Rüstungsindustrie, sowie Deutschlands aktive Rolle in der auf Abwehr ausgerichteten Migrationspolitik der Europäischen Union fragt Wanner, wo und wie sich der Nazismus von einst im Wirtschaftsliberalismus von heute fortschreibt.


Mit Reden von
Florian Roth, Stadtrat der Landeshauptstadt München in Vertretung des Oberbürgermeisters
Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses
Stephanie Weber, Kuratorin der Ausstellung

Im Rahmen der Ausstellung