Workshop
Erbe und Erinnerung:
Die Hofkunsthandlung Georg Stuffler, Max und Anna Michels und ihre Verbindungen zum Lenbachhaus
In Erinnerung an die jüdische Kunsthändlerfamilie
Wann:
Mi., 8. April 2026, 10.30–13 Uhr
Kostenlos
Dauer:
ca. 2,5 Stunden
Die Zahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt (15 Personen).
Eine Anmeldung ist erforderlich: lisa.kern(at)muenchen.de

Wann:
Mi., 8. April 2026, 10.30–13 Uhr
Kostenlos
Dauer:
ca. 2,5 Stunden
Die Zahl der Teilnehmer*innen ist begrenzt (15 Personen).
Eine Anmeldung ist erforderlich: lisa.kern(at)muenchen.de
Anlässlich des Tags der Provenienzforschung widmet sich das Lenbachhaus in diesem Jahr der bislang wenig erforschten Geschichte des jüdischen Kunsthändlers Max Michels und seiner Frau Anna Michels und ihrer Verbindung zur Städtischen Galerie im Lenbachhaus.
Das Ehepaar Michels führte seit Beginn der 1920er Jahre eine Kunsthandlung am Münchner Karolinenplatz. 1930 übernahmen sie die renommierte Hofkunsthandlung Stuffler und führten ihr Geschäft fortan am Maximiliansplatz weiter. Zu ihrem Portfolio gehörten unter anderem Werke von Anselm Feuerbach, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Max Liebermann und Carl Spitzweg.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 geriet das Ehepaar zunehmend unter Druck. Schon bald nahm das Geschäft Schaden durch Boykottaufrufe sowie Ermittlungen der Gestapo gegen den jüdischen Inhaber Max Michels. Er übertrug die Geschäfte 1936 auf seine Frau. Dennoch wurde das Geschäft 1938 nach den Novemberpogromen zeitweise geschlossen. Die anhaltenden Schikanen zwangen Max und Anna Michels im Dezember 1938 schließlich zur Scheidung. Anna Michels konnte die Hofkunsthandlung Georg Stuffler bis 1958 weiterführen. Max Michels wurde am 29. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 18. Oktober 1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet.
Das Lenbachhaus pflegte seit seiner Gründung im Jahr 1925 Geschäftsbeziehungen zu der Kunsthandlung von Max und Anna Michels und kaufte insgesamt 15 Werke an – darunter die früheste erhaltene Erwerbung des Museums. Im Rahmen des Workshops sehen wir uns Originale in den Ausstellungsräumen an, untersuchen Gemälderückseiten auf Spuren und berichten über Aufgaben und Praxis der Provenienzforschung.
Der Workshop richtet sich an Kulturinteressierte, Wissenschaftler*innen und alle, die sich mit der NS-Zeit und den Auswirkungen für die jüdischen Kunsthändler*innen in den 1930er Jahren in München auseinandersetzen und mehr über die Arbeit der Provenienzforschung erfahren wollen.
Mit Lisa Kern (Provenienzforschung und Sammlungsarchiv am Lenbachhaus)