DAS MALERISCHE

AB 19. NOVEMBER 2019 im Lenbachhaus

Das Malerische

 

Die Kunst, die richtige Farbe auf den richtigen Fleck zu setzen

„Der Satz, dass die gutgemalte Rübe besser sei, als die schlechtgemalte Madonna, gehört bereits zum eisernen Bestand der modernen Ästhetik. Aber der Satz ist falsch; er müsste lauten: Die gutgemalte Rübe ist ebenso gut wie die gutgemalte Madonna.“ Dieses Zitat Max Liebermanns (1916) ist Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Lenbachhaus, die untersucht, was und vor allem wie die Künstlerinnen und Künstler im 19. und frühen 20. Jahrhundert gemalt haben. Die Präsentation widmet sich der Frage, was „gut gemalt“ bedeutet, und untersucht verschiedene Aspekte des Malerischen.

Dazu gehören beispielsweise das Tempo beim Malen, das Glück des Anfängers, Zuschreibungsfragen, Farbverbote und die Suche nach einer reinen Malerei: So schuf Lovis Corinth in nur drei Tagen einen riesigen gemalten Blumenstrauß als Geburtstagsgeschenk für seine Frau. Als Franz von Stuck begann, mit Ölfarben zu experimentieren, notierte er auf der Vorderseite des gelungenen Bildes stolz „mein erstes Ölgemälde“ - für sich wie für die Nachwelt. Ein virtuos hingeworfenes, unsigniertes Frauenporträt könnte sowohl von Wilhelm Busch wie von Franz von Lenbach stammen, die beide in jungen Jahren sehr ähnlich malten. Wer denkt, dass Landschaftsmaler doch ein ganz besonderes Faible für die Farbe „Grün“ haben müssten, wird sich darüber wundern, dass reines Grün aus der Tube als „Spinat“ verspottet wurde. Wilhelm Leibl schließlich interessierte nur das „Wie“, nicht das „Was“; Leibls Streben nach dem „Reinmalerischen“ inspirierte seinen Kollegen Carl Schuch zu einem radikal vereinfachten Stillleben mit Lauch.

 

Kuratiert von Karin Althaus

 

 

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PRESSESTIMMEN

"Doch nachdem man vor zwei Jahren unter dem Titel "Bildschön" dem "Was“, also dem Dargestellten, in der Kunst des 19. Jahrhunderts nachgegangen war, hat man nun das "Wie" und damit die Malweise in den Mittelpunkt gestellt. Man hat herausragende Einzelkünstler und Malschulen zueinander in Beziehung gesetzt, und ist ihren Einflüssen aufeinander nachgegangen." (Süddeutsche Zeitung, Evelyn Vogel)

"Das Münchner Lenbachhaus wagt unter dem Titel „Das Malerische – Die Kunst, die richtige Farbe auf den richtigen Fleck zu setzen“ einen aufgefrischten Blick auf seine Bestände aus dem 19. Jahrhundert." (Münchner Merkur, Simone Dattenberger)


"Es geht um die Frage, was "gut gemalt" ist und warum, um das Tempo, die Suche nach der reinen Malerei und das Glück des Anfängers. Kurs: um die verschiedenen Aspekte des Malerischen."
(tz, Simone Dattenberger)

 

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