Studie zu einem Selbstporträt von August Macke

Details

Datierung
1907
Objektart
Gemälde
Material
Öl auf Pappe
Maße
26,3 cm x 18,5 cm x 0,4 cm
Signatur / Beschriftung
unbezeichnet
Ausgestellt
Nein
Inventarnummer
G 19027
Zugang
Ankauf 2017
Personen / Institutionen
August Macke (Dargestellte_r)
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, erworben aus dem Familienbesitz von August Macke 2017 mit einer zweckgebundenen Spende des Fördervereins Lenbachhaus e. V.
Zitiervorschlag / Permalink
August Macke, Studie zu einem Selbstporträt, 1907, Öl auf Pappe, 26,3 cm x 18,5 cm x 0,4 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, erworben aus dem Familienbesitz von August Macke 2017 mit einer zweckgebundenen Spende des Fördervereins Lenbachhaus e. V.
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/studie-zu-einem-selbstportraet-30035736
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Werktext

Als eines der frühesten Selbstporträts des jungen, erst zwanzigjährigen Künstlers entstand dieses kleinformatige Gemälde als Studie zu der noch kleineren Endfassung "Selbstbildnis" von 1907. Für das frühe Œuvre August Mackes vor 1909, als mit dem Aufenthalt in Tegernsee seine erste produktive Schaffensphase mit zahlreichen Gemälden einsetzt, stellt die "Studie zu einem Selbstbildnis" ein herausragendes Zeugnis dar. Die sensible, lebendige Studie entstand in Bonn, nach Mackes Aufenthalt in Kandern im Schwarzwald bei seiner Schwester im Frühjahr 1907. Dort war der Künstler erstmals mit Werken des Impressionismus in Berührung gekommen, zuvor hatte er nur wenige Dutzend Gemälde realisiert.

Auf dem Bildnis blickt der Künstler sich und die Betrachter*in frontal an, in seinen locker modellierten Gesichtszügen paaren sich zögerliche Unsicherheit und jugendliche Empfindsamkeit mit einem Selbstbewusstsein, das vor allem durch den direkten Blick aus den weit geöffneten Augen zum Ausdruck kommt. Mit seiner unmittelbaren, ungeschminkt ehrlichen Wirkung ist das Bild ein bedeutendes Zeugnis für Mackes künstlerische und persönliche Verfassung zu dieser Zeit. Auch in der Farbgebung erscheint die Studie als Selbstaussage von überzeugender Natürlichkeit, die in der Endfassung zugunsten einer 'seriöseren' Erscheinung verändert wird: Während im vorliegenden Bild Augen, Lippen und Gesichtshaut in lebhaften Abtönungen von grün-blau, grün-rosa-beige mit unruhigen Pinselstrichen gestaltet sind, verkörpert das fertige Bildnis, auf dem sich Macke in demselben braunen Anzug mit blauer Krawatte vor dunkelbraunem Hintergrund darstellt und auf dem alle Farbwerte, selbst die Augen, dunkel abgetönt sind, eine reifere, beinahe altmeisterliche Würde.

August Macke ist derjenige Künstler aus dem Kreis des Blauen Reiter, der mit Abstand die meisten Porträts geschaffen hat, darunter in erster Linie die vielen bekannten Bildnisse seiner Frau Elisabeth. Während später Expressivität der Farbe und Stilisierung hinzutreten, bleibt die Lebensechtheit, wie sie sich in der "Studie zu einem Selbstbildnis" von 1907 ankündigt, ein Kennzeichen von Mackes Porträts.

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mit dem Schlagwort
"Der Blaue Reiter"