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Open House with Drinks & Music
Thu, April 2, 2026, 6pm–10pm

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"Shifting the Silence" is the title of Etel Adnan's last book, published in 2021. The German translation "Die Stille verschieben" was published posthumously in 2022. Recognizably writing at the end of her life, Etel Adnan offers melancholy, poetic, and very personal thoughts on major themes of life. Short prose pieces, everyday observations, feelings, anecdotes, and memories define the non-linear narrative. Her intense confrontation with her own death creates a serious, philosophical depth. At the same time, however, Etel Adnan celebrates the beauty of life, which can be interpreted as a political defense against social silencing. It is the text of a painter whose artistic career began as a writer and philosopher. One room of the exhibition is therefore dedicated to her paintings.
The exhibition proposes appropriating a central concern of "Shifting the Silence": reflecting on the difficulty of fully verbalizing works of visual art and making them tangible. Linguization—i.e. the translation of artworks and aesthetic experiences into words and language—poses a challenge in many respects. Language is not only a means of communication, it is also limited and sometimes even a handicap when it comes to conveying complex impressions and perceptions. Etel Adnan suggests "shifting" silence—in other words, expanding the boundaries of what can be said and not rationalizing the poetic nature of the many forms of expression in the arts, but accepting it as an intrinsic value.
With works by Etel Adnan, Saâdane Afif, Nevin Aladağ, Harold Ancart, Tolia Astakhishvili, Leilah Babirye, Cana Bilir-Meier, Mel Bochner, Thea Djordjadze, Simone Fattal, Amy Feldman, Dan Flavin, Isa Genzken, Adrian Ghenie, Zvi Goldstein, Sheela Gowda, Giorgio Griffa, Philipp Gufler, Samia Halaby, Candida Höfer, Jenny Holzer, KAYA, Alexander Kluge, Jiří Kovanda, Goshka Macuga, Nick Mauss, Rosemary Mayer, Małgorzata Mirga-Tas, Roméo Mivekannin, Matt Mullican, Marcel Odenbach, Roman Ondak, Anri Sala, Curtis Talwst Santiago, Spomenko Škrbić, Sung Tieu, Gülbin Ünlü, Nicole Wermers and Issy Wood.
"Shifting the Silence" makes room for free association, and is the guiding idea behind this exhibition, accompanying and illuminating the artworks as an open model of interpretation.
Curated by Eva Huttenlauch and Matthias Mühling
With donations by:
Doris Keller-Riemer and Hans-Gerd Riemer
Jörg Johnen
Nevin Aladağ
Amy Feldman
Zvi Goldstein
Goshka Macuga
Nick Mauss
Gabriel and Renate Mayer
Thorsten Eimuth
Jan Fischer
Marion Grčić-Ziersch
Sammlung Thiess
Mathias-Pschorr-Stiftung
Förderverein Lenbachhaus e.V.
"Sprache ist eben so sehr ein Mittel zur Verständigung, wie sie zugleich begrenzt, trennt und manchmal sogar daran hindert, vielschichtigen Eindrücke und Wahrnehmungen zu vermitteln. 'Die Stille verschieben': offene Räume schaffen, die Grenzen des Sagbaren öffnen, um das Poetische der vielen Ausdrucksformen der Kunst nicht zu rationalisieren, sondern als Qualität anzunehmen – das ist Adnans Credo. (...) Man erlebt alle Ausdrucksmittel, die vorstellbar sind, dazu eine riesige Breite an Materialien, Techniken und Medien, die die Kunstwerke konstituieren."
"Der abwechslungsreiche Parcours bietet figurative und abstrakte Werke aller Genres und aus allen Himmelsrichtungen, geschlechter- und generationsübergreifend und meist in der Gegenüberstellung - teils mit bis zu vier Künstlerinnen und Künstlern pro Raum. Einige unter ihnen haben München-Bezug, viele Arbeiten drehen sich um Fragen zu Herkunft, Geschlecht und Zugehörigkeit. (...) Die Gegenwart setzt sich fort bis in die historischen Räume der Künstlervilla."
"Benannt ist die Schau nach dem letzten Buch von Etel Adnan, das kurz vor dem Tod der 96-Jährigen 2021 in Paris erschien. Am Ende ihres Lebens verfasst, reflektiert Etel Adnan darin sehr persönlich über den Tod und die Kunst als Mittel gegen das Verstummen in politisch unruhigen Zeiten. Die Grenzen des Sagbaren wollte sie in ihrer Kunst erweitern. Wie sehr das bis heute gilt, lässt sich an den 83 Arbeiten erfahren. (...) Sprache als Medium von Hoffnungen und Enttäuschungen, aber auch von Ausschluss und Diskriminierung taucht immer wieder auf. Die Romnia Malgorzata Mirga-Tas zeigt mehrere ihrer farbenfrohen Textilcollagen, die teils schon auf der Biennale in Venedig im polnischen Pavillon zu sehen waren. Frauen beim Kochen über dem Feuer, mit Kindern scheinbar idyllisch zu Hause. Doch die Romnia wurden seit dem 15. Jahrhundert verfolgt."
"Wo liegen die Grenzen der Sprache und wo kann bildende Kunst dann weitersprechen im Sinne von Verständigung, Selbstreflexion und Kritik? Diese Frage richtet das Lehnbachhaus an alle Neuankäufe, die hier zu sehen sind. (...) Sprache als Medium von Hoffnung und Enttäuschung, aber auch von Ausschluss und Diskriminierung. Die Romnier-Künstlerin Margojata Mirga Taz zeigt mehrere ihrer bunten Textilcollagen. Frauen beim Kochen über dem Feuer. Eine Anspielung auf ein früheres Werk der Kunstgeschichte aus dem 17. Jahrhundert."
"Warum braucht man gerade jetzt Kunst-Ausstellungen wie diese? Es geht nicht um den Klimawandel, es geht nicht um kriegerische Auseinandersetzungen, nicht um machtgierige Potentaten, die ihre Gegenspieler auf unterschiedlichste (und unlautere) Art und Weise außer Gefecht setzen - und auch nicht um Tod oder Leben. Und doch trifft diese neue Schau im Münchner Lenbachhaus ein ernstes Problem unserer Zeit: die Sprache, die wirverwenden. Den Ton, in dem wir miteinander umgehen. Überhaupt das Nachdenken über unsere Kommunikation, die ja von einer Überflutung von Reizen aller Art gekennzeichnet ist. Gut, von Kunstausstellungen darf man einen gewissen Tiefgang erwarten. Dabei können sie - wie hier - durchaus leise sein, sowohl im wörtlichen als auch übertragenen Sinn. Wörtlich: Es gibt hier keine lauten schrillen Videos, keinen Krach. Übertragen: Die Werke inspirieren, ergreifen das Publikum, regen assoziationsreich zum Nachdenken über das Kommunizieren an - ohne Vorschlaghammer oder Knalleffekte."










