Symposium Zu fragmentarisch ist Welt und Leben?
Kunst und Kultur, ein nationalkonservatives Milieu und die völkische Weltanschauung in München um 1900
When:
Thu, July 30, 2026, 10.30am–8.30pm
Free admission
Meeting point:
NS-Dokumentationszentrum München
Anmeldung bis 16. Juli 2026

When:
Thu, July 30, 2026, 10.30am–8.30pm
Free admission
Meeting point:
NS-Dokumentationszentrum München
Anmeldung bis 16. Juli 2026
Das Symposium ist Teil des gleichnamigen Forschungsprojekts “Zu fragmentarisch ist Welt und Leben?” mit dem sich das NS-Dokumentationszentrum München und die Städtische Galerie im Lenbachhaus einem bislang wenig beleuchteten Kapitel der Kulturgeschichte widmen. Im Zentrum steht die Frage, wie eng Künstlerpersönlichkeiten wie Franz von Lenbach, Hans Thoma oder Richard Wagner in die politischen, gesellschaftlichen und ideologischen Netzwerke ihrer Zeit eingebunden waren – Netzwerke, die Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich die völkische Weltanschauung prägten, und umgekehrt.
München, das um 1900 als internationale Kunstmetropole ‘leuchtete’ und zugleich Schauplatz ideologischer Verdichtungen war, bildet dabei den Ausgangspunkt. War die Stadt bereits politisch durchdrungen oder lediglich ‘vorpolitisch’? Das Projekt untersucht, wie sich zwischen 1880 und 1913 aus den engen Verflechtungen von Kunst, Gesellschaft und Ideologie langfristige Strukturen entwickelten, die schließlich im Nationalsozialismus kulminierten, München zur ‚Hauptstadt der 'Bewegung' machten – und bis in unsere Gegenwart hineinwirken. Denn Ideen, Ästhetiken und Narrative des Völkischen erfahren heute neue Hochkonjunktur, sei es in spirituell oder ökologisch aufgeladenen Szenen oder ‘klassisch’ rechtsextremen Milieus.
Das Symposium eröffnet hierzu interdisziplinären Perspektiven aus Geschichts-, Kultur- und Kunstwissenschaften, wie auch aus zeitgenössischer Kunst und Medien die Bühne und lädt alle Teilnehmenden zur Debatte ein.
Programm
10.30 Uhr Begrüßung & Einführung
Begrüßung: Prof. Dr. Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München)
Vis-à-vis. Die Familien Lenbach, Pringsheim und der Königsplatz als kultureller Topos: Laura Stadler (NS-Dokumentationszentrum München)
10.50 Uhr Historische Dimension & wissenschaftliche Perspektiven I
Keynote: Völkisch: Begriff, Weltanschauung, Bewegung und München um 1900
Prof. em. Uwe Puschner (FU Berlin)
Vortrag: Houston Stewart Chamberlains Wirken in München
Dr. Sven Fritz (Freischaffender Historiker)
Gemeinsame Diskussion, moderiert von Dr. Angela Hermann (NS-Dokumentationszentrum München)
12.10 Uhr Pause
12.40 Uhr Historische Dimension & wissenschaftliche Perspektiven II
Vortrag: Die Münchner Gesellschaft in der Prinzregentenzeit
Dr. Nikola Becker (Bayerische Akademie der Wissenschaften)
Vortrag: ‘Wagnerismus’ um 1900
Dr. Tobias Reichard (Ben-Haim-Forschungszentrum)
Vortrag: Friedrich August Kaulbach im Münchner Milieu
Dr. Carlos Alberto Haas (Historisches Kolleg, München)
Gemeinsame Diskussion moderiert von Dr. Paul-Moritz Rabe (NS-Dokumentationszentrum München)
14.00 Uhr Pause
15.25 Uhr Kunsthistorische Perspektiven
Vortrag: “Seelische Durchsonntheit”. Völkische Weltanschauungen in der Kunst
Prof. Petra Lange-Berndt (Universität Hamburg)
Vortrag: Austausch zwischen Wien und München.
Vorstellung der Ausstellung “Verborgene Moderne. Faszination des Okkulten” um 1900
Dr. Ivan Ristić und Matthias Dusini (Leopold Museum, Wien)
Gemeinsame Diskussion, moderiert von Dr. Karin Althaus (Lenbachhaus)
16.25 Uhr Pause
16.40 Uhr Künstlerische Perspektiven
Vortrag: Vorstellung der Arbeit “Blut und Bodenständig”
Caroline Kapp und Beo Tomek (freischaffende Künstler*innen)
Gemeinsame Diskussion moderiert von Dr. Matthias Mühling (Lenbachhaus)
17.40 Uhr Pause
19.00 Uhr Gegenwärtige Dimension & mediale Perspektiven
Diskussion: Bedrohlich aktuell: Die völkische Weltanschauung
Entstanden im späten 19. Jahrhundert, ist der Einfluss der völkischen Weltanschauung bis in unsere Gegenwart ungebrochen. Anhänger*innen rechtsextremer Parteien und Gruppierungen sind maßgeblich von völkischem Gedankengut beeinflusst.
Verfassungsschutzbehörden warnen seit geraumer Zeit davor, dass Teile der extremistischen Szene versuchen, unter dem Vorwand ökologischer Ziele neue Anhänger*innen zu gewinnen. Auch in esoterischen oder naturheilkundlichen Szenen finden sich zahlreiche Verbindungen in völkisch-rechtsextreme Milieus.
Im Gespräch mit Mirjam Zadoff werden der Filmemacher Florian Hoffmann sowie die Investigativjournalist*innen Andrea Röpke und Simon Wörz der gefährlichen wie vielgestaltigen völkischen Weltanschauung unserer Zeit auf den Grund gehen.