Das Museum

 

 

GENERALSANIERUNG UND NEUBAU DURCH FOSTER + PARTNERS

Make it More Domestic!
Norman Foster

Die Architekten Foster + Partners wurden in einer europaweiten Ausschreibung ausgewählt, um bauliche Missstände zu beheben und das Haus an veränderte museale Anforderungen anzupassen. 2006 erfolgte durch den Stadtrat der Landeshauptstadt München der Auftrag für eine »Generalsanierung mit teilweisem Neubau«.

Die Entwurfsidee der Architekten ging von folgenden Eckpunkten aus: Die historische Dreiflügelanlage durfte äußerlich nicht verändert werden; der als historisches Denkmal geschützte Garten sollte erhalten bleiben und die historischen Lenbachräume durften nicht angetastet werden. Allerdings entsprach der ursprüngliche Zugang durch den Garten und über die Freitreppe in die Villa nicht mehr den Anforderungen an ein zeitgemäßes Museum mit gestiegenem Besucheraufkommen und barrierefreier Zugänglichkeit. Zudem tat sich unmittelbar nach dem Betreten des Gebäudes ein unüberschaubares Raumgefüge auf.

Der wesentliche Ansatz der Architekten bestand darin, die historische Villa freizustellen und diesen Kernbau durch ein Atrium, das um Lenbachs Villa führt, hervorzuheben. Die zweite zentrale Überlegung basierte darauf, den Hauptzugang über den Museumsplatz vor den Propyläen anzulegen, da die meisten Besucher von der U-Bahn-Station Königsplatz, vom Hauptbahnhof oder über den Königsplatz kommen. Die Ansicht auf die Südseite des historischen Atelierbaus und den Kubus des Neubaus wird damit gestärkt; in umgekehrter Richtung eröffnet sich ein freier Blick über den Museumsvorplatz auf die Propyläen und den Königsplatz.

Die Verbindung von alt und neu

Durch diesen neuen Zugang über eine Vorhalle, die die Sicht auf die Gartenanlage freigibt, werden die Besucherinnen und Besucher in das Atrium geführt, das einen überraschenden Blick auf die freigestellte Villa Lenbachs bietet. Sie bildet den Kern des Museums. Hier findet man über der von Lenbach eingerichteten Beletage mehrere Räume für Vermittlungsaufgaben. Das großzügige Atrium übernimmt die Funktion der Verteilung zu den verschiedenen Sammlungs- und Ausstellungsräumen, die sich nun klar gegliedert vom Erdgeschoss bis in die neu gewonnene 2. Etage erstrecken; sie erschließt zudem die Serviceeinrichtungen wie Vortragssaal, Museumsladen, Café und Restaurant.

Der neue Eingang verbindet das alte Lenbachhaus mit dem Neubau von Foster + Partners. Dieser nimmt in seinem Volumen wie in der Farbigkeit und den Proportionen Bezug auf den Bau Gabriel von Seidls und ist zugleich ein eigenständiges Formelement unserer Zeit. Die von Grund auf neu errichteten Bauteile erhalten ihre Ausprägung durch messingfarbene Rundstäbe. Der Bauabschnitt über historischer Grundstruktur zeigt eine Folge von konkaven Paneelen, während neu hinzugewonnene Partien auf Altbaubestand mit flachen Blechen ummantelt sind. Dadurch wird auch ablesbar, dass an der Westseite ein zweites Stockwerk hinzugewonnen werden konnte. Innerhalb des ursprünglichen Aufbaus mit seinen Dachschrägen konnte im Bereich der Obergaden der Ausbau des zweiten Obergeschosses erfolgen.

Der erste und der zweite Stock dienen künftig ausschließlich der Aufnahme von Sammlungsräumen und sind über alle Bauteile hinweg ohne Niveauunterschied, also barrierefrei, gebaut. Die allgemeine Zugänglichkeit aller Ausstellungsräume, die es im alten Lenbachhaus wegen der zahlreichen Treppenabsätze nicht geben konnte, ist nun erreicht worden. Ein Leitsystem weist den Besucherinnen und Besuchern die Wege zu den unterschiedlichen Sammlungen des Hauses, die individuell angesteuert werden können.


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