Das Museum

  

 

GESCHICHTE

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus wurde 1929 in der ehemaligen Künstlerresidenz Franz von Lenbachs eröffnet. Als seine Witwe Lolo von Lenbach das Anwesen 1924 der Stadt München zum Kauf anbot, war damit die Schenkung des Inventars sowie zahlreicher Werke Lenbachs verbunden. Mit dem Erwerb des Lenbachhauses war es möglich, den seit langem gehegten Wunsch nach einem Städtischen Kunstmuseum zu erfüllen. Der Kunstbestand der Stadt München, der auf verschiedene kommunale Institutionen verteilt war, wurde zusammengeführt und mit städtischen Ankaufsmitteln erweitert. Um genügend Raum für die Sammlung und Ausstellungen zu gewinnen, ergänzte der Architekt Hans Grässel Lenbachs Atelier- und Wohnhaus zu einer Dreiflügelanlage. Am 1. Mai 1929 wurde die Städtische Galerie im Lenbachhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das vom Gründungsdirektor Eberhard Hanfstaengl formulierte Ziel, Münchner Malerei und zeitgenössische Kunst zu einer städtischen Kunstsammlung europäischen Rangs zu vereinigen, wurde nach 1933 durch die Nationalsozialisten schon im Keim erstickt.

Nachdem Eberhard Hanfstaengl einem Ruf nach Berlin gefolgt war, übernahm der Kunsthistoriker und überzeugte Nationalsozialist Franz Hofmann die Leitung der Städtischen Galerie von Juni 1934 bis Ende 1937. Er sorgte dafür, dass sich der Sammlungsbestand des noch jungen Museums um zahlreiche, von den Nationalsozialisten als „Verfallskunst“ diskriminierte Kunstwerke reduzierte. Anschließend blieb die Stelle des Direktors der Städtischen Galerie im Lenbachhaus unbesetzt. Das Haus wurde kommissarisch vom Direktor des Stadtmuseums, Karl Schießl mitgeleitet. Über die gesamte Museums- und Ankaufspolitik des Lenbachhauses entschied damals ein von den Nationalsozialisten besetzter Kunstbeirat.

Nach schweren Kriegsschäden, die 1944/45 große Teile des Hauses zerstörten, fanden bereits 1947, nach raschem Wiederaufbau, erneut Ausstellungen statt. Gleichzeitig wurde die Sammlung, trotz beschränkter Mittel, insbesondere um Werke zeitgenössischer Künstler erweitert.

Mit der großartigen Schenkung Gabriele Münters anlässlich ihres 80. Geburtstags am 19. Februar 1957 gelangte die Kunst des ›Blauen Reiter‹ mit herausragenden Werken der Künstlerin und ihres langjährigen Lebensgefährten Wassily Kandinsky sowie ihrer Künstlerfreunde in die Städtische Galerie. Damit wurde das Lenbachhaus von einer kommunalen Einrichtung mit lokaler Orientierung zu einem zentralen Ort der Klassischen Moderne und einem Museum von Weltrang.

Bernhard Koehler jun. gab 1965 seinen wertvollen Bestand an Gemälden unter anderem von Franz Marc und August Macke an das Lenbachhaus. Ein 1969 – 1972 errichteter Erweiterungsbau bot die räumliche Voraussetzung für die angemessene Präsentation der umfangreich gewordenen Bestände. Vier Jahre nach Gabriele Münters Tod wurde die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung 1966 rechtsfähig, die umfangreiches Archivmaterial zur Kunst des ›Blauen Reiter‹ beinhaltet. 1971 wurde zudem das Kubin-Archiv des Hamburger Sammlers Kurt Otte erworben.

Arbeiten von Paul Klee und weitere Werke von Künstlern aus dem Umfeld des ›Blauen Reiter‹ konnten im Laufe der Jahre aus den Ankaufsmitteln der Stadt und der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung erworben werden. Damit sind die Hauptvertreter des ›Blauen Reiter‹, allen voran Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, aber auch Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin, Franz Marc und August Macke mit herausragenden Werken in der Sammlung repräsentiert.

Seit den 1970er Jahren hat das Museum in Ausstellungen wesentliche Tendenzen und Künstler des internationalen zeitgenössischen Kunstgeschehens vorgestellt. Die Erwerbung von Joseph Beuys’ zeige deine Wunde 1979 ebnete den Weg für eine Neuorientierung der Ankaufspolitik, die es dem Lenbachhaus ermöglichte, nationale und internationale Kunst der Gegenwart für seine Sammlung zu erwerben. Seit 1994 bietet der Kunstbau Platz für große Sonderausstellungen in unmittelbarer Nachbarschaft der Künstlervilla am Königsplatz.

Die seit 2003 geplante Renovierung sowie die Um- und Neu- gestaltung des Lenbachhauses wurden seit Frühjahr 2009 ausgeführt. Das Büro Foster + Partners erhielt den Auftrag, für die gestiegenen Ansprüche an ein international renommiertes Museum mit hohem Besucheraufkommen ein Sanierungskonzept und den Entwurf für die Umgestaltung zu entwickeln. Das renovierte Haus mit seinem neuen Anbau wurde im Mai 2013 eröffnet.

Suche

Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein