VERANSTALTUNGEN

 

 

Vortrag

Vortrag von Carmen Mörsch
"Die Remise": Diskriminierungskritische Überlegungen zur künstlerisch-edukativen Arbeit im Projektformat

Begrüßung: Martina Oberprantacher, Kunstvermittlerin am Lenbachhaus
Moderation: Maximiliane Baumgartner und Karolin Meunier, Künstlerinnen
Sa, 7. Dezember 2019, 19 Uhr
im Georg-Knorr-Saal, Lenbachhaus
Eintritt frei

Im Jahr 2017 entwickelte Carmen Mörsch zusammen mit dem Schuldirektor Markus Schega das Konzept "Die Remise". "Die Remise" gestaltete sich zu einem Projektraum, einem lebendigen Archiv, einem Treffpunkt, einem Lern- und Ausstellungsraum für Besucher_innen jeden Alters auf dem Schulhof der Nürtingen Grundschule in Berlin-Kreuzberg.

Ausgangspunkt für das Projekt bildete der Wunsch nach einer rassismuskritischen Aufarbeitung von Materialien aus dem Schularchiv, darunter insbesondere Konferenzprotokolle und eine Schulchronik aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1980er Jahre. Anhand dieser Archivalien ist viel über strukturellen und alltäglichen Rassismus zu erfahren sowie über Widerstand und Anpassung in einer Schule der deutschen Migrationsgesellschaft. Unter Beteiligung und Leitung von vielen verschiedenen Personen fanden 2018 und 2019 Workshops mit Künstler_innen und Kindern aus zwei Schulen sowie Ausstellungen statt. Das Projekt wurde zudem im Rahmen der 11. Berlin Biennale 2019 in den Kunstkontext eingeladen.

Carmen Mörsch gibt in ihrem Vortrag einen Einblick in ihre Arbeit an dem Projekt "Die Remise" und dessen diskriminierungskritische Perspektive. Zunächst führt sie in das Konzept der Diskriminierungskritik ein bevor sie sich der Frage widmet, auf welchen Ebenen in der "Remise" eine Auseinandersetzung mit bestehenden Dominanzverhältnissen stattfinden konnte, wo es gelang diese zu verschieben und wo sie das Projekt wiederum einholten.

Carmen Mörsch ist ausgebildet als Künstlerin, Kulturwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin. Von 2004 bis 2008 war sie Juniorprofessorin für materielle Kultur und Didaktik an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Von 2008 bis 2018 hatte sie die Leitung des Institute for Art Education (IAE) an der Zürcher Hochschule der Künste inne. Seit Februar 2019 ist sie Professorin für Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Mainz. Sie ist Mitglied des internationalen Netzwerks Another Roadmap for Arts Education und bildet gemeinsam mit Nora Landkammer das Kollektiv e-a-r, education and arts research. Ihre Forschung und ihre pädagogische Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Bildung und Kunstproduktion, die sich kritisch mit vorherrschenden und diskriminierenden Sichtweisen auseinandersetzt.

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