I'm a Believer

SEIT 20. März 2018 im Lenbachhaus

Ulrike Ottinger, Aus der Serie „Journée d'un G. I.“, 1967, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Ulrike Ottinger

 

Pop art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung

Mit der Pop Art haben das Alltägliche, das Unterhaltsame und die Ironie die Hochkultur erobert. Die Pop Art führte die Kunst an den Puls der Zeit. Die Euphorie des Wirtschaftswunders und des florierenden Kapitalismus der 1950er und 60er Jahre fanden in dieser Kunstform ihr künstlerisches Spiegelbild. Pop Art war aber auch immer die kritische Umarmung der gesellschaftspolitischen Bedingungen, die nicht mehr bekämpft werden konnten. So bediente sich Andy Warhol der Prinzipien des Kapitalismus, der Werbung und politischen Agitation oder der Oberflächlichkeit des Fernsehens, um ironische Distanzierung zu bewirken. Das Ergebnis sind Bilder mit bis heute ungebrochener Popularität. Ein Verdienst der Pop Art bleibt, dass die Museen aus dem Schattendasein elitärer Bildung hinaustraten und bis heute erfolgreich beweisen, keineswegs langweilig und verstaubt zu sein.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung zwischen Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Posi­tionen von Andy Warhol, Thomas Bayrle und Ulrike
Ottinger bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vor­städte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti.

I’m a Believer ist zugleich ein Bekenntnis zur Malerei der 1950er und 60er Jahre in München. Räume von Hannsjörg Voth, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger und Irma Hünerfauth verbinden die Malerei dieser Zeit mit existentiellen Themen der neueren europäischen Geschichte in anderen Medien: Ein von Gerhard Richter eigens für das Len­bachhaus eingerichteter Raum stellt die Grenzen der Kunst im Allge­meinen und
der Malerei im Speziellen vor Augen. Richters Fotografie-Zyklus Birkenau macht die Darstellung des Undarstell­baren zum Thema. Er fragt, welche Bilder zur Erinnerung und Verarbeitung unserer Geschichte zur Verfügung stehen. Fotografien sowie Video- und Dia-Installationen von Gerard Byrne, Willie Doherty und Michaela Melián schließen sich diesen Fragen an und erweitern die Gattungen und Reflexionen der Ausstellung in die großen Themen unserer Gegenwart.

Mit Werken von Thomas Bayrle, Gerard Byrne, Miriam Cahn, Willie Doherty, Walker Evans, Hans-Peter Feldmann, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, Isa Genzken, Bruno Gironcoli, Judith Hopf, Irma Hünerfauth, Daniel Man, Michaela Melián, Ulrike Ottinger, Helga Paris, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Pietro Sanguineti, Stephen Shore, Hannsjörg Voth und Andy Warhol.

Kuratiert von Eva Huttenlauch und Matthias Mühling

WAS TUN!

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Kunst nach 1945 im Dialog mit...
Sa, 5., 12., 19. und 26. Januar, 2. und 9. Februar 2019, 14 Uhr

Wir stellen Pop Art und Gegenwartskunst Werke anderer Strömungen und Stile gegenüber, die im Lenbachhaus zu sehen sind. Gemeinsam werden wir Ähnlichkeiten, Unterschiede und Widersprüche diskutieren, um verschiedene Kunstbegriffe und Verständnisse zu beleuchten und zu hinterfragen.

DURCH DIE AUSSTELLUNG MIT...
Wir alle haben bei einem Ausstellungsbesuch eigene Assoziationen, Fragen und Ideen – so auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In dieser Führungsreihe beleuchten sie die Ausstellung aus ihrer persönlichen Perspektive und mit eigenen Akzenten.

Di, 19. März 2019, 18 Uhr
... Eva Huttenlauch, Kuratorin der Ausstellung, und Martina Oberprantacher, Kunstvermittlerin

Di, 9. April 2019, 18 Uhr
... Susanne Böller, Kuratorin, und Stephanie Weber, Kuratorin für Gegenwartskunst

Di, 14. Mai 2019, 18 Uhr
... Charlotte Coosemans, Kunstvermittlerin, und Elisabeth Giers, wissenschaftliche Mitarbeiterin 

Di, 9. Juli 2019, 18 Uhr
... Anna Straetmans, wissenschaftliche Volontärin, und Karin Althaus, Sammlungsleiterin 19. Jahrhundert

im Lenbachhaus
Dauer: ca. 1 Std.
Kosten: 3 Euro / Person zzgl. Eintritt
Tickets sind an der Museumskasse im Lenbachhaus, an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket oder online erhältlich.

PRESSESTIMMEN

 „Für viele eine echte Überraschung durfte der Künstlerraum von Ulrike Ottinger sein. Die 1942 in Konstanz geborene Filmemacherin schuf in den Sechzigerjahren in Paris ein wenig bekanntes druckgraphisches und malerisches Werk, das zahlreiche Bezüge zur Pop Art aufweist. Mit popkulturellen Zitaten und plakativen Motiven wandte sie sich gegen Sexismus, Gewalt und den Vietnamkrieg. Das Konvolut im Besitz des Lenbachhauses ist eine echte Entdeckung.“ (Evelyn Vogel, Süddeutsche Zeitung)

 

„Klassische Pop Art trifft auf Kunst, die sich bis heute mit Populärem beschäftigt; trifft auf Lust an Malerei; trifft auf Positionen, die testen, ob Kunst bestimmte Themen überhaupt darstellen kann.“ (Simone Dattenberger, Münchner Merkur)

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