Name
Albert Bloch
Lebensdaten
1882 – 1961
Geburtsort
St. Louis, Missouri (USA)
Sterbeort
Lawrence, Kansas (USA)
GND-Nr.
Biografie

Albert Bloch wurde 1882 als Sohn einer Familie deutsch-böhmischer Herkunft in St. Louis, Missouri, geboren. Von 1898 bis 1900 besuchte er die St. Louis School of Fine Arts und war ab 1905 Mitarbeiter der satirischen Wochenschrift "The Mirror", für die er zahlreiche Karikaturen lieferte. Ende 1908 ging Bloch auf Anraten und mit finanzieller Unterstützung von William Marion Reedy, dem Herausgeber des "Mirror", zum Studium der Malerei nach Europa. Er siedelte mit seiner jungen Familie nach München über und bildete sich überwiegend autodidaktisch fort. Anfang 1911 wurde er auf die "Neue Künstlervereinigung München" aufmerksam und bemühte sich um Kontakt mit der Gruppe.

Nach einem Arbeitssommer in Dachau erhielt er in seinem Atelier Besuch von Kandinsky. Danach bemühten Kandinsky und Franz Marc sich darum, Bloch als "ausländischen" Gast auf die geplante dritte Ausstellung der Gruppe einzuladen, was von der Jury jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin luden sie Bloch auf die kurzfristig realisierte 1. Ausstellung des "Blauen Reiter" im Dezember 1911 ein, mit der sie den sich schon länger abzeichnenden Bruch mit der "NKVM" vollzogen. Hier konnte er die bemerkenswerte Anzahl von sechs Gemälden zeigen und lieferte auch Zeichnungen für die 2. Ausstellung des "Blauen Reiter" 1912. Sein von antiakademischer Schlichtheit geprägtes Werk nahm in diesen Jahren besonders Einflüsse von Marc und Paul Klee, aber auch Heinrich Campendonk auf.

Während des Ersten Weltkriegs blieb Bloch in München und hielt besonders mit Marc an der französischen Front brieflichen Kontakt, während Herwarth Walden ihm in seiner Berliner "Sturm"-Galerie ein Forum für Ausstellungen bot. Im Frühjahr 1919 besuchte Bloch seinen Künstlerfreund Gordon McCouch in Ronco bei Ascona und fuhr im Anschluss nach St. Louis, wo er fast ein Jahr blieb. Im Sommer 1920 kehrte er ein letztes Mal nach Ascona und München zurück, Anfang 1921 fuhr er nach Wien, um Vorlesungen des von ihm verehrten Karl Kraus zu hören.

1922 erfolgte seine endgültige Rückkehr in die USA, wo er zunächst in Chicago unter materiell eingeschränkten Bedingungen lebte. 1923 wurde er zum Professor am "Department of Painting and Drawing" der University of Kansas in Lawrence berufen. Neben seinem malerischen Spätwerk befasste sich Bloch hier auch mit eigener, von Kulturpessimismus geprägter Lyrik, übersetzte Gedichte von Karl Kraus ins Englische und begann einen umfangreichen Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus dessen Umfeld, wie Mechthilde Lichnowsky oder Werner Kraft. Bloch starb am 9. Dezember 1961 in seinem Haus in Lawrence.

Bestandskatalog Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München, 2013.