Datierung
1908-09
Objektart
Gemälde
Material
Öl auf Pappe
Maße
33,1 cm x 40,6 cm x 0,2 cm , 33,7 cm x 41,5 cm x 0,8 cm
Ausgestellt
Nein
Inventarnummer
GMS 677
Zugang
Schenkung 1957
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
Zitiervorschlag / Permalink
Alexej von Jawlensky, Skizze aus Murnau, 1908-09, Öl auf Pappe, 33,1 cm x 40,6 cm x 0,2 cm , 33,7 cm x 41,5 cm x 0,8 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/skizze-aus-murnau-30012460

Werktext

Im Frühjahr 1908 hatten Wassily Kandinsky und Gabriele Münter bei einem Ausflug in die Umgebung Münchens Murnau am Rand des Staffelsees entdeckt und regten Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin an, auch dorthin zu fahren. Diese wiederum quartierten sich dort im folgenden Sommer ein und veranlassten Kandinsky und Münter, bald nachzukommen. Das war der Beginn einer äußerst fruchtbaren gemeinsamen Arbeit der vier Künstler in Murnau, die eine wichtige vorbereitende Phase für die Entwicklung des 'Blauen Reiter' und seiner revolutionären malerischen Neuerungen wurde. Besonders Jawlensky und Münter näherten sich hier vorübergehend eng aneinander an.

Jawlensky, damals als einziger ein bereits international erfahrener Maler, sah sich im Anfang der Murnauer Zeit oft als 'Lehrer' der Gefährten, denen er mit großer Freigiebigkeit eine Vielzahl von Anregungen seiner französischen Studien vermittelte. Auch die kleine, anspruchslose "Skizze aus Murnau" verrät noch deutlich den Einfluss der leicht hingesetzten Straßenszenen französischer Vorbilder, doch zeigt sich in den hellen kräftigen Rottönen Jawlenskys östlicher Sinn für die verhaltene Glut der Farben. In den Fronten der Häuser wird der ockerfarbene Grund der Malpappe miteinbezogen, die auch Kandinsky und Münter häufig als Malgrund für ihre Murnauer Bilder benutzten.