Thomas Demand, LENBACHHAUS, 2011/2012

LENBACHHAUS von Thomas Demand

Foto: Lenbachhaus, Ernst Jank und Simone Gänsheimer
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Datierung
2011/2012
Objektart
Plastik / Skulptur
Material
Aluminium, Öllack, Kunststoff, Acrylglas, LED
Maße
104 cm x 1.128 cm x 42 cm
Ausgestellt
Inventarnummer
G 18681/1
Zugang
Ankauf 0
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, erworben mit Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V.
Zitiervorschlag / Permalink
Thomas Demand, LENBACHHAUS, 2011/2012, Aluminium, Öllack, Kunststoff, Acrylglas, LED, 104 cm x 1.128 cm x 42 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, erworben mit Unterstützung des Förderverein Lenbachhaus e.V., © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Lenbachhaus, Ernst Jank und Simone Gänsheimer
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/lenbachhaus-30031850

Werktext

Auf den neuen Zugang zum Lenbachhaus werden die Besucher*innen bereits von Ferne hingewiesen durch Thomas Demands Schriftskulptur "LENBACHHAUS" (2012). Weit mehr als ein reines Namenszeichen, setzt sich die farblich klar von der Fassade abgehobene Skulptur aus einzelnen Lettern zusammen. Diese sind dreidimensional geformt und entwickeln sich aus der Grundfläche einer Antiquaschrift mit Serifen. Nach vorne hin verjüngt sich diese zu einer Groteskschrift. Die Antiqua ist der bei Museumsgründung 1929 verwendeten Typografie entliehen, während die Groteske dem heutigen Schriftgebrauch des Hauses entspricht. Beide Schriftebenen dieser Metallskulptur verbinden keilförmige Stege, aus denen sich plastische Wirkung und damit ein verstärktes Zusammenspiel von Licht und Schatten ergibt. In den schmalen Linien der schnörkellosen Metalllettern leuchtet die Skulptur und markiert damit auch nachts den Zugang zum Haus.

Der bei München geborene, heute in Berlin lebende Thomas Demand (*1964) arbeitet vorwiegend plastisch. Häufig baut er Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis, meist Fotos von historischen Ereignissen oder Orten, aus farbigen Papieren lebensgroß nach. Diese so wiedergewonnenen Stätten nimmt er fotografisch auf und reproduziert sie. Die Fotografien zeigen nun ein gewandeltes Bild. Seine Arbeit "Embassy" (2007), eine Tatort-Dokumentation des Vorfalls in der Botschaft des Niger in Rom im Jahr 2001, welcher der Regierung Bush schließlich als eine Legitimation für den Irakkrieg dienen sollte, hat er zur Eröffnung des neuen Lenbachhauses in einem eigenen Raum installiert.