Jeppe Hein

Raum in Bewegung. Bewegung im Raum 28.06 – 04.10.2020

Jeppe Heins Wasserpavillon reagiert sensorisch auf Passanten. Beim Herantreten an die runde Wasserwand wird ein Teil des Wasserstroms unterbrochen, so dass man den Pavillon betreten kann. Im Inneren angelangt, schließt sich die Wand und die Besucher_innen sind vom Geschehen des Platzes und der Straßen abgeschirmt. Die individuelle Wahrnehmung des Ortes verändert sich in unerwarteter Weise.

Das Verhältnis des Individuums zu seiner Umwelt und die psychologische Reaktion auf räumliche Veränderungen stehen im Zentrum künstlerischer Praxis des dänischen Künstlers Jeppe Hein (geb. 1974). Mit interaktiven Konstruktionen, die den Bereich der Kunst hin zur Architektur erweitern, experimentiert er mit den variablen Grenzen zwischen räumlichen und gesellschaftlichen Parametern wie Innen und Außen, Privat und Öffentlich, Integration und Ausgrenzung. Obwohl Hein sich mit der formalen Ökonomie seiner Installationen durchaus auf Aspekte minimalistischer Skulptur bezieht, geht es ihm nicht allein um formale Repräsentation, sondern auch um das Herstellen eines umfassenden Environments, in dem Funktionalismus und Design unmittelbar mit der räumlichen Erfahrung des Betrachters zusammenfließen.

Heins interaktiver Wasserpavillon "Raum in Bewegung / Bewegung im Raum" wurde im Jahr 2002 mit Hilfe der Jubiläumsstiftung der Deutschen Bank angekauft und wird nun 2020 im Rahmen der Sammlungspräsentation wieder installiert.