Name
Robert Delaunay
Biographical data
1885 - 1941
GND-Nr.
Biography

Robert Delaunay, geboren am 12. April 1885 in Paris, verbrachte den größten Teil seiner Kindheit auf dem Landgut eines Onkels bei Bourges. Nach einer abgebrochenen Schulausbildung begann er 1902 eine Lehre als Bühnendekorateur, 1904 stellte er erstmals im "Salon des Indépendants" Bilder im spätimpressionistischen Stil aus. Im Haus seiner Mutter lernte er den "naiven" Maler Henri Rousseau und den Schriftsteller Guillaume Apollinaire kennen. 1907 traf Delaunay im Pariser Salon des deutschen Kunsthistorikers Wilhelm Uhde die junge russische Malerin Sonia Terk, die seit 1908 mit Uhde verheiratet war und die er nach ihrer Scheidung einige Jahre später heiratete.

1909 begann er mit seinen ersten großen Serien, "Saint-Séverin", "La Ville" und "La Tour". Durch Vermittlung der polnischen Malerin Elisabeth Epstein, einer Freundin Wassily Kandinskys und Studienkollegin von Sonia Delaunay, kam der Kontakt mit dem Münchner Kreis zustande. Von allen drei Serien zeigte Delaunay Beispiele auf der 1. Ausstellung des "Blauen Reiter" 1911/12 in München, wobei vor allem der kubistisch zersplitterte "Tour Eiffel" großen Eindruck auf die deutschen Künstlerkollegen machte. Ab 1912 schuf Delaunay die umfangreiche Serie seiner "Fenêtres (Fensterbilder)", die mit prismatischen, quasi-abstrakten Farbrauten arbeiten. Diese Werke übten ebenfalls auf Künstler wie Paul Klee, Franz Marc und August Macke, die ihn in seinem Pariser Atelier besuchten, einen entscheidenden Einfluss aus. Auf Delaunays erster Einzelausstellung in der "Sturm"-Galerie in Berlin 1912 wurde eine große Anzahl dieser Fensterbilder gezeigt, auf dem "Ersten Deutschen Herbstsalon" 1913 präsentierte Delaunay am selben Ort seine neue Serie der "Formes Circulaires (Kreisformen)".

Während des Ersten Weltkriegs lebten Robert und Sonia Delaunay in Portugal, 1921 kehrten sie nach Paris zurück. 1931 wurde Delaunay Mitglied der Gruppe "Abstraction-Création", der führenden Vereinigung abstrakter Künstler in Frankreich, aus der er ebenso wie Naum Gabo, Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp und Otto Freundlich 1934 wieder austrat. 1937 übernahm er mit seiner Frau die Ausstattung zweier Pavillons auf der Pariser Weltausstellung. In diesen Jahren entstand seine letzte Serie der großformatigen "Rythmes sans fin (Rhythmen ohne Ende)". Während des Zweiten Weltkriegs wich das Ehepaar Delaunay vor der deutschen Besatzung 1940 in die Auvergne aus, dann weiter in den Süden nach Mougins in die Nähe ihrer Freunde Arp und Magnelli. Delaunay starb am 25. Oktober 1941 in Montpellier.

Bestandskatalog Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München, 2013.