Paul Klee, Blumensteg, Gießkanne und Eimer, 1910, 47 (B)

Blumensteg, Gießkanne und Eimer by Paul Klee

Date
1910, 47 (B)
Classification
Zeichnung / Arbeit auf Papier
Medium
Aquarell auf Papier auf Karton
Dimensions
13,9 cm x 13,4 cm
Signature and inscriptions
u. l. mit Tusche: Klee; auf dem Untersatzkarton u. r. mit Tusche: 1910 47
On display
No
Inventory number
G 13116
Acquisition
Ankauf 1963
Credit line
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Citation / Permalink
Paul Klee, Blumensteg, Gießkanne und Eimer, 1910, 47 (B), Aquarell auf Papier auf Karton, 13,9 cm x 13,4 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
https://www.lenbachhaus.de/en/discover/collection-online/detail/blumensteg-giesskanne-und-eimer-30011500

Werktext

1910, Jahre vor Klees Tunisreise, entstand eine Reihe von kleinformatigen Aquarellen, in denen der Künstler versuchte, reine Farbe ohne Bindung an die Linie oder traditionelles Hell-Dunkel für die Gegenstandsbeschreibung einzusetzen. Das Tagebuch gibt Aufschluss über sein Verfahren: "Sommer in Bern … Aquarelle nass in nass auf wasserbestäubtes Papier. Schnelle nervöse Arbeit mit einem bestimmten Klang, dessen Teile über das Ganze verspritzt." Trotz des spontanen, fließenden Farbauftrags fällt eine überlegte Setzung der Tonwerte auf, der Gewichte heller und dunkler Partien, deren Verteilung Klee in seinen Schwarzaquarellen auf das Genaueste erprobt hatte. Die Farbe wechselt in subtilen Abstufungen zwischen Blumensteg, Gießkanne und Eimer.

Dieses in seiner Sparsamkeit und Ruhe so betörende Blatt zeigt damit deutlich den Einfluss von Paul Cézanne und dessen entmaterialisierten, die Gegenstände ersetzenden Farbflächen. Im Frühjahr 1909 hatte Klee eine Ausstellung Cézannes in der 'Münchner Secession' gesehen, "das größte malerische Ereignis bis dahin!", wie er in sein Tagebuch notiert. Dort heißt es weiter: "Das ist mir der Lehrmeister par excellence, viel mehr als van Gogh". Diese Bemerkungen Klees stehen in Zusammenhang mit seinen Erörterungen über die Rolle von Disziplin und Willen bei der Entstehung eines Kunstwerks und über die Sparsamkeit der Mittel, die oft einen scheinbar naiven, 'primitiven' Eindruck erzeugen.