Franz Marc, Zwei blaue Pferde vor rotem Felsen, Postkarte aus Sindelsdorf an Wassily Kandinsky in München, 21. Mai 1913

Zwei blaue Pferde vor rotem Felsen, Postkarte aus Sindelsdorf an Wassily Kandinsky in München by Franz Marc

Date
21. Mai 1913
Classification
Postkarte
Medium
Aquarell, Deckfarben, gefirnisst
Dimensions
14 cm x 9 cm
Signature and inscriptions
rückseitig Poststempel: Sindelsdorf 21. Mai 1913; mit Tusche: Herrn|Wass. Kandinsky|Kunstmaler|in München|Ainmillerstr. 36/Rgb| L.K. kommen Sie beide doch|mit zu Sacharoff; wir be-|teiligen uns keinesfalls an|einem ev. souper, – wir|können dann zu 4 gemütlich|wo Abendessen. Im Falle|Sie gehen, nehmen Sie doch|Billette für uns mit und|[eingefügt: Treffpunkt Abendkasse] benachrichtigen Sie uns davon.|Wenn Sie nicht gehen, nehmen|wir Billette selber am Abend Freitag u.|kommen Samstag Nachmittag|[Fortsetzung o. l. auf dem Kopf] ca. 4 Uhr zu Ihnen; ist|es recht? Abd. sind wir|nicht frei. Herzl. 2x2 Fz. Marc
On display
No
Inventory number
GMS 742
Acquisition
Schenkung 1957
Credit line
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
Citation / Permalink
Franz Marc, Zwei blaue Pferde vor rotem Felsen, Postkarte aus Sindelsdorf an Wassily Kandinsky in München, 21. Mai 1913, Aquarell, Deckfarben, gefirnisst, 14 cm x 9 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
https://www.lenbachhaus.de/en/discover/collection-online/detail/zwei-blaue-pferde-vor-rotem-felsen-postkarte-aus-sindelsdorf-an-wassily-kandinsky-in-muenchen-30012321

Werktext

Die "Zwei blauen Pferde vor rotem Felsen" sind ähnlich wie viele gemalte Kartengrüße an Else Lasker-Schüler eine Inkunabel für Marcs künstlerische Vorstellungswelt. Zwei blaue Fohlen ruhen friedlich beieinander auf einem kleinen Rasenstück, hinterfangen von der kristallinen, gestaffelten Form einer rötlichen Berglehne. Ihre 'geistige' Farbe, ihre Pose und ihre Präsentation wie auf einem Altar symbolisieren gleichermaßen den Einklang mit dem Hier und Jetzt, das ursprüngliche 'Beisichsein' wie auch das Verlangen nach jenseitigen Gefilden und Verklärung. Die "Sehnsucht nach dem unteilbaren Sein" (Marc) gewinnt hier bildliche Gestalt.

Der Text ist eher prosaisch: "L. K. Kommen Sie beide doch mit zu Sacharoff; wir beteiligen uns keinesfalls an einem ev. souper, und wir können dann zu 4 gemütlich wo Abendessen. Im Falle Sie gehen, nehmen Sie doch Billette für uns mit und (Treffpunkt Abendkasse) benachrichtigen Sie uns davon. Wenn Sie nicht gehen, nehmen wir Billette selber am Freitag u. kommen Samstag Nachmittag ca. 4 Uhr zu Ihnen; ist es recht? Abd. sind wir nicht frei. Herzl. 2 x 2 Fz. Marc."

Werktext aus: Friedel, Helmut; Hoberg, Annegret: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München. Prestel Verlag, 2007.