Alexej von Jawlensky, Sommerabend in Murnau, 1908-1909

Sommerabend in Murnau by Alexej von Jawlensky

Date
1908-1909
Classification
Gemälde
Medium
Öl auf Pappe
Dimensions
33,6 cm x 45,2 cm x 0,5 cm , 32,9 cm x 44,5 cm
Signature and inscriptions
u. l.: A. Jawlensky
On display
Inventory number
G 13109
Acquisition
Schenkung 1960
Credit line
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Citation / Permalink
Alexej von Jawlensky, Sommerabend in Murnau, 1908-1909, Öl auf Pappe, 33,6 cm x 45,2 cm x 0,5 cm , 32,9 cm x 44,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
https://www.lenbachhaus.de/en/discover/collection-online/detail/sommerabend-in-murnau-30011699
  • The Blue Rider
  • expressionism
  • mountain
  • landscape
  • tree

Werktext

Der "Sommerabend in Murnau" weist mit seiner graphischen Ökonomie, den intensiven Farben und der Verwendung schwarzer Konturen große Ähnlichkeit zu gleichzeitigen Landschaftsbildern Gabriele Münters auf. In wenigen, lockeren Flächen spannen sich die Formationen der Landschaft über das Bild, lediglich im Zentrum durch einige sparsame Details charakterisiert. Jawlenskys Begriff der malerischen 'Synthese' wird in diesem Bild besonders anschaulich. 1907 hatte Jawlensky den malenden Pater Willibrord Verkade aus Beuron kennen gelernt, der ihm die Flächenkunst der französischen 'Nabis' in der Nachfolge Paul Gauguins noch einmal entscheidend näherbrachte. Die Technik des 'Cloisonnismus', das heißt die rhythmische Gliederung der Bildelemente durch schwarze Konturen, verband sich bei Gauguin mit dem Streben nach subjektiver Interpretation der Wirklichkeit.

"Kunst ist vor allem ein Mittel des Ausdrucks", diese Botschaft brachte auch Paul Serusier nach München, der 1907 Verkade dort besuchte und mit Jawlensky bekannt wurde. Der in der Kunsttheorie seit der Jahrhundertwende vieldiskutierte Begriff der 'Synthese', den Jawlensky häufig gebrauchte, wurde durch ihn Kandinsky und den anderen Münchner Freunden vermittelt. Im Kreis des werdenden 'Blauen Reiter' sollte er eine wichtige, erweiterte Bedeutung erlangen, in die Kandinskys Idee einer Kunst der 'inneren Notwendigkeit' integriert wurde. Kandinsky, der sich formal besonders von der dynamischen Struktur und den 'wilden' Farben einiger Murnauer Bilder Jawlenskys inspirieren ließ, äußerte sich dem Älteren gegenüber später dankbar über die Zeit, "da Sie mich lehrten".