Dorfstraße im Winter by Gabriele Münter

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Gabriele Münter, Dorfstraße im Winter, 1911

Details

  • Date
    1911
  • Classification
    Gemälde
  • Medium
    Öl auf Pappe auf Holz
  • Dimensions
    52,4 cm x 69 cm
  • Signature and inscriptions
    u. l.: Münter 1911
  • On display
    No
  • Inventory number
    GMS 664
  • Acquisition
    Schenkung 1957
  • Credit line
    Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957
  • Citation / Permalink
    Gabriele Münter, Dorfstraße im Winter, 1911, Öl auf Pappe auf Holz, 52,4 cm x 69 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    https://www.lenbachhaus.de/en/discover/collection-online/detail/dorfstrasse-im-winter-30018450

Werktext

In dem stark farbigen Bild der "Dorfstraße im Winter" kommt das Einfache und Direkte von Münters malerischem Talent, aber auch seine Radikalität einmal mehr zu kraftvollem Ausdruck. In klar voneinander abgegrenzten Flächen stehen leuchtende, scheinbar naturferne Farben unvermittelt nebeneinander. Grüne, rote, weiße und dunkelblaue Häuser säumen die Dorfstraße, auf deren Schatten sich neben dem vermischten Schneeweiß das kräftige Blaugrün des Himmels ins Türkis vertieft.

Links spannt sich über einer Gelbzone eine Reihe aufgehängter violetter Wäschestücke. Das schräge Kippen der Häuser, durch energische schwarze Konturen akzentuiert, verleiht dem Motiv Dynamik und 'deformiert' es unter der subjektiven Sehweise der Künstlerin. Trotz der ungewöhnlichen Farbkontraste enthält das Bild keinen schrillen Ton, nicht zuletzt wegen der disziplinierten, klaren Gliederung der Elemente. 'Knappheit' der Ausdrucksmittel herrscht, auf andere Weise wie im Werk Kandinskys, auch hier. Ein schwedischer Kritiker der Münter-Ausstellung in Stockholm im Jahre 1916 bringt den scheinbar selbstverständlichen Umgang der Malerin mit neuen Sehweisen auf den Begriff "Frau Münter ist eine sehr radikale Malerin, aber ihr Temperament ist so, dass ihr Radikalismus sich nicht aufdrängt."

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