Details

  • Date
    1906
  • Classification
    Gemälde
  • Medium
    Öl auf Pappe
  • Dimensions
    49,7 cm x 52,8 cm x 0,5 cm , 70 cm x 67 cm x 5,9 cm
  • Signature and inscriptions
    u. l.: A. Jawlensky; u. r.: A. J.
  • On display
    No
  • Inventory number
    G 13107
  • Acquisition
    Ankauf 1963
  • Credit line
    Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
  • Citation / Permalink
    Alexej von Jawlensky, Der Bucklige, 1906, Öl auf Pappe, 49,7 cm x 52,8 cm x 0,5 cm , 70 cm x 67 cm x 5,9 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
    https://www.lenbachhaus.de/en/discover/collection-online/detail/der-bucklige-30011697

Werktext

Das Bild "Der Bucklige" entstand rund zehn Jahre nach Alexej Jawlenskys Ankunft in München, wo er seine künstlerische Ausbildung nach Verlassen der St. Petersburger Akademie fortgesetzt hatte. Dazwischen lag die intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Strömungen der zeitgenössischen Kunst, besonders mit dem Vorbild der neuen französischen Malerei. 1903 reiste Jawlensky erstmals in die Normandie und nach Paris. 1905 folgte ein weiterer Aufenthalt in der Bretagne, wo er Bilder der herben Landschaft und ihrer Bewohner schuf.

Zum ersten Mal gelang Jawlensky hier eine Weiterentwicklung von der spätimpressionistischen Manier seiner frühen Landschaften und Stillleben und ein Durchbruch zu einer eigenen Aktivität der Farbe: "Die Bilder waren glühend in den Farben", schreibt er über seine bretonischen Werke, "und mein Inneres war damals zufrieden".
Das Bild des buckligen Jungen im Dreiviertelprofil ist in intensiven Blautönen mit spannungsvollen, kräftigen Pinselstrichen ausgeführt, deren gestückelter, pastoser Farbauftrag an die expressive Handschrift Vincent van Goghs erinnert, den Jawlensky damals sehr verehrte. Noch 1908 erwarb er unter erheblichen finanziellen Opfern ein Landschaftsbild des großen Meisters.

Das Motiv des buckligen, vom Schicksal gezeichneten Menschen hat Jawlensky mehrfach beschäftigt, zuletzt im "Buckel" von 1911 mit der verzerrten Gestalt einer Bäuerin in schreiendem Rot. Das Bildnis des jungen Bretonen und andere Werke von 1905 wurden auf dem 'Salon d'automne' in Paris ausgestellt und brachten Jawlensky zum ersten Mal internationale Anerkennung ein. Bei dieser Gelegenheit konnte er auch die Bekanntschaft mit Henri Matisse knüpfen.

Werktext aus: Friedel, Helmut; Hoberg, Annegret: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München. Prestel Verlag, 2007.