Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts

21. Februar 2017 – 30. September 2019 IM LENBACHHAUS

BILDSCHÖN – Ansichten des 19. Jahrhunderts

 

Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts
21. Februar 2017 bis Ende 2018 im LENBACHHAUS

Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als »bildschön« gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.

»Bildschön« unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus. Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, präsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film- und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.

Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mit der immer reicheren Bilderwelt.

Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute »Bayer« gespielt wird. Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.

Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze »große Theater« der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.

Kuratiert von Susanne Böller

Publikation

Bildschön – Ansichten des 19. Jahrhunderts, EDITION LENBACHHAUS 04, 2017, Texte von Susanne Böller, Deutsch / Englisch, 204 S., reich bebildert, 18 €
Der Katalog zur Ausstellung ist ab sofort im Museumsshop sowie online erhältlich.

WAS TUN!

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Di, 9. Oktober 2018, 18 Uhr
im Lenbachhaus

Dauer: 1 Std.
Kosten: 3 Euro / Person zzgl. Eintritt
Tickets sind an der Museumskasse im Lenbachhaus, an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket oder online erhältlich.

Pressestimmen

»Das 19. Jahrhundert jedenfalls war voll mit Geschichten in Bildern. Ob im Privaten oder in der Öffentlichkeit, ob zur Unterhaltung oder zur Bildung – allenthalben wurden Szenen ins Bild gesetzt. Die Maler des 19. Jahrhunderts schufen Bilderwelten bis dahin kaum gekanntes Ausmaßes.« (Evelyn Vogel, Süddeutsche Zeitung)

»Hier steht im Hintergrund ein Jahrhundert, das von der geschlossenen Welt der Stände in den freien Markt inklusive Raubtierkapitalismus und Imperialismus schoss, zugleich einen noch nie geahnten Fortschritt in Wissenschaft, Technik und freiheitlichen Denken möglich machte. Hier schaukelt die Wiege der Moderne.«
(Simone Dattenberger, Münchner Merkur)

»Das 20. Jahrhundert war die Zeit des Fernsehens, das 21. ist das von Internet & Co. – und das 19. Jahrhundert die große Zeit der Bilder. Gerade auch in München, das sich damals zur führenden Kunststadt Deutschlands entwickelte. [...]  Die Bestände werden hier neu präsentiert. [...]  Aha-Effekte garantiert – oder auch Überrumpelung [...] Öha in Öl.« (Matthias Bieber, Tageszeitung)

»Unter dem Titel ‚Bildschön‘ hat Kuratorin Susanne Böller die hauseigene Malerei nun so ungemein anregend aufbereitet, dass man sich leicht zwischen Gebirgsketten und Waldlichtungen, Spaziergängerinnen und Atelier-Nackedeis vergessen kann.« (Christa Sigg, Abendzeitung)

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