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1914 – 1918. Kriegsjahre und künstlerische Realitäten in München

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen für die Gesellschaft und die Kunst sind das Thema einer gemeinsamen Führungsreihe von Pinakothek der Moderne und Lenbachhaus. Die Kunstvermittler Angelika Grepmair-Müller und Felix Billeter stellen monatlich abwechselnd Werke beider Museen unter besonderen thematischen Aspekten vor. Die sammlungsübergreifenden Führungen bieten die Möglichkeit, inhaltliche Fäden zwischen den Kunstwerken, aber auch den beiden Museen und der Geschichte ihrer Sammlungen zu spannen. Neben dem Herstellen der historischen Bezüge soll ein gemeinsames Gespräch über die heutige Wahrnehmung stattfinden. Die Führungen beginnen jeweils mit einer kurzen Einführung.

Die Teilnahme an den Führungen war kostenlos (zuzüglich Eintritt: Pinakothek der Moderne 10€, erm. 7€, Lenbachhaus 10€, erm. 5€).
Die Teilnehmerzahl war auf 25 Personen beschränkt.
Anmeldung ab eine Stunde vor Beginn an der Information (Pinakothek) oder an der Kasse (Lenbachhaus).

Donnerstag, 20. März 2014, 18.30 Uhr
Pinakothek der Moderne
Mit Angelika Grepmair-Müller, Kunstvermittlerin
Kunst am Vorabend des Krieges bis zum Kriegsende
Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg. Damit begann der erste industrielle Krieg der Neuzeit, dem bis zu seinem Ende mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 zig Millionen tote und verwundete Soldaten und Zivilisten zum Opfer fielen.
Die Pinakothek der Moderne bietet eine Fülle von Werken aus diesen Jahren. Franz Marc und August Macke ließen 1914 hymnische künstlerische Visionen einer neuen, besseren Welt zurück, als sie in den Krieg zogen - um nicht mehr zurückzukehren. Wilhelm Lehmbruck gab 1915 mit der denkmalhaften Plastik des „Gestürzten“ der tiefsten Erschütterung über den Krieg ihren immerwährenden Ausdruck. Ernst Ludwig Kirchner schuf 1918, gebrochen und der einstigen Utopien verlustig, sein „Selbstbildnis als Kranker“.

Freitag, 11. April 2014, 16.00 Uhr
Pinakothek der Moderne
Mit Felix Billeter, Kunsthistoriker
Der Staat kauft Kunst. Erwerbungen während des Krieges

Trotz der Kriegsbelastungen wurden während der Jahre 1914 bis 1918 erstaunlich viele Kunstwerke, darunter ab 1912 auch moderne Gemälde und Skulpturen, von den Pinakotheken angekauft oder als Schenkung übernommen. Am Beispiel eines Werks von Franz Marc, das 1917 in die Sammlung kam, und eines »Überraschungsbildes« aus dem Depot wird Einblick in die Ankaufspolitik dieser Zeit genommen. Dazu wird ein Ausblick auf die weitere Geschichte der Kunstmuseen in München und ihrer Bestände gegeben, insbesondere auf ihren Umgang mit der internationalen modernen Kunst.

Samstag, 10. Mai 2014, 11 Uhr
Lenbachhaus
Mit Angelika Grepmair-Müller, Kunstvermittlerin
Der Russe Kandinsky muss Deutschland verlassen
Mit der Kriegserklärung an das Zarenreich am 01. August 1914 mussten die nun zu »feindlichen Ausländern« erklärten russischen Künstler Deutschland innerhalb 24 Stunden verlassen. Dies hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das künstlerische Schaffen und die Karrieren russischer Künstler aus dem Kreis des Blauen Reiter und der Neuen Künstlervereinigung München zur Folge. Wir betrachten vor diesem biografischen Hintergrund Werke von Kandinsky, Jawlensky, Werefkin, Bechtejeff und Mogilewskij.

Donnerstag, 10. Juli 2014, 18.30 Uhr
Pinakothek der Moderne
Mit Felix Billeter, Kunsthistoriker
Spiegel der Gesellschaft – der Krieg verändert die Kunst
Viele bedeutende Künstler der Moderne, beispielsweise Beckmann, Dix, Kokoschka oder auch Braque, leisteten Dienst an der Front und entkamen dem Tod manchmal nur knapp. Ihre Traumata veränderten nicht nur ihre Biografien, sondern auch ihr künstlerisches Schaffen. Den kriegsbedingten Veränderungen und Stilbrüchen wird besonders in den Werken von Max Beckmann und Otto Dix nachgegangen. Vor dem Hintergrund der Kriegsereignisse werden Schlagworte wie »Rückkehr zur Ordnung« und die Entstehung der »Neuen Sachlichkeit« verständlicher.

Freitag, 12. September 2014, 16.00 Uhr
Lenbachhaus
Mit Felix Billeter, Kunsthistoriker
Heimatfront. Arbeiter und Künstler nach dem Krieg
Das Thema der Heimatfront sowie die unmittelbaren Auswirkungen nach Ende des Weltkrieges werden am Beispiel einer Künstlerfreundschaft aufgerollt und nachvollziehbar gemacht. Der Maler Georg Schrimpf war in der Weimarer Zeit ein Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“, während der ehemalige Bäckergeselle, Gelegenheitsarbeiter und Kriegsverweigerer Oskar Maria Graf heute als anerkannter bayerischer Schriftsteller gilt.

Freitag, 12. Dezember 2014, 16.00 Uhr
Lenbachhaus
Mit Angelika Grepmair-Müller, Kunstvermittlerin
Zurück zur Ordnung! Reaktionen auf die Kriegstraumata

1914/2014 Die Neuvermessung Europas
Weitere Veranstaltungen in München von März bis Dezember 2014. Ein Programm von über 65 Partnern, koordiniert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München anlässlich des Kriegsausbruchs vor hundert Jahren. Für die Inhalte der Beiträge sind die Veranstalter verantwortlich.

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