VERANSTALTUNGEN

 

 

Dok.Fest

Geopolitik und Körper: Drei Filme

Eröffnung des Filmprogramms
Mi, 11. Mai 2016, 19 Uhr
im Kunstbau des Lenbachhauses
Anja Kirschner, Moderation (2016)
Nach der Vorführung findet ein Gespräch mit der Regisseurin statt.

Für eine Kooperation mit dem Münchner DOK.fest haben wir eine Filmreihe mit
dem Titel Geopolitik und Körper: Drei Filme zusammengestellt. Anhand dreier Positionen, die sich sowohl in ihren künstlerischen Ansätzen sowie in ihrer filmischen Form stark voneinander unterscheiden – Performancedokumentation, abendfüllender Film, Dokumentarreihe – wird ein Feld skizziert, in dem sich die Konsequenzen abstrakter geopolitischer Interessen an konkreten Körpern manifestieren.

SCREENINGS
Do, 12. Mai - So, 15. Mai 2016
Alle Vorführungen finden im Georg-Knorr-Saal des Lenbachhauses statt.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

14 Uhr
William Pope L., The Great White Way, 22 Miles, 9 Years, 1 Street (2001–2009)
USA, Englisch, 5 Min.

Sich in einer ‚vertikalen Gesellschaft‛ körperlich in die Horizontale begeben, im Dreck liegend die Straße entlang kriechen: mit dieser so schlichten wie in doppelter Hinsicht treffenden Geste entwirft William Pope L. in seinen Crawl Performances eine Entsprechung der Prinzipien der Klassengesellschaft. Ausgehend vom Standpunkt, dass Rassismus nicht auf der Existenz unterschiedlicher Hautfarben/Abstammungen fußt, sondern vielmehr die Unterscheidung in Hautfarben a priori ein rassistisches Konzept ist, forciert die Arbeit von Pope L., der sich auch als „freundlichsten schwarzen Künstler Amerikas ©“ bezeichnet, Klasse gemeinsam mit Konstrukten des ‚Weißseins‛ und ‚Schwarzseins‛ zu denken. William Pope L. (*1955) lebt in Chicago.

 

Clarisse Hahn, Notre corps est une arme (2011)
(Unser Körper ist eine Waffe)
Frankreich / Türkei / Mexiko
Kurdisch, Türkisch, Französisch, Spanisch mit englischen Untertiteln, 43 Min.

Clarisse Hahns drei Teile umfassende Videoserie zeigt verschiedene Situationen, in denen Körper als Kampf- und Widerstandsmittel gegen Unterdrückung und Ausbeutung agieren.

In Prisons sprechen zwei im kurdischen Widerstand aktive Frauen über ihre vergangene Inhaftierung in einem türkischen Gefängnis. Im Jahr 2000 traten die Frauen gemeinsam mit über Tausend anderen in der Türkei Inhaftierten in einen Hungerstreik, um die unmenschlichen Bedingungen in türkischen Gefängnissen anzuprangern. Polizei- und Militäreinheiten stürmten im Dezember des Jahres mehrere Gefängnisse und schlugen den Streik mit brutaler Gewalt nieder. Der Titel der Filmserie Unser Körper ist eine Waffe stammt aus dem Gespräch mit einer der beiden Frauen, die mit den physischen Folgen des damaligen Hungerstreiks lebt.

In Los desnudos defilieren Hunderte mexikanische Landarbeiter_innen durch die Straßen Mexico Citys, um gegen die staatliche Vereinnahmung ihres Grund und Bodens zu protestieren.

Für Gerilla filmt Clarisse Hahn Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Einsatz an der türkisch-irakischen Grenze sowie, oftmals verarmt und obdachlos, in Hahns Heimatstadt Paris. Clarisse Hahn (*1973) lebt in Paris.


15.15 Uhr
Anja Kirschner, Moderation (2016)
Griechenland / Italien / Ägypten / Großbritannien
Deutsch mit englischen Untertiteln, 149 Min.

Moderation wurde in Ägypten, Griechenland und Italien gedreht und handelt von einer Horrorfilmregisseurin und ihrer Drehbuchautorin, deren neuestes Projekt von seinem ‚Rohmaterial‘ heimgesucht und von ihren gegensätzlichen Begehren auf die Probe gestellt wird. Mit dem Scheitern ihres Vorhabens konfrontiert, verliert sich die Regisseurin mehr und mehr in Gesprächen mit ihren Schauspieler_innen, die darum kreisen wie Horror die materiellen und affektiven Realitäten ihrer Existenz auf und jenseits der Leinwand durchdringt. Horrorfilm-Motive kreuzen zusehends die Grenzen zwischen Realität und Fiktion; der Einsatz unterschiedlicher Videoformate – von HD-, über Skype- und Handyvideos – verstärkt den Grenzverlust zwischen Fakt, Fiktion und Genre.

Moderation verweist auf das Horrorkino aus dem Europa des Kalten Krieges, der Infitah-Ära Ägyptens und dem Griechenland der Zeit nach der Junta und will Lebensrealität weder naturalistisch abbilden, noch sie unter Rückgriff auf das Irrationale sublimieren. Vielmehr wird das sogenannte Irrationale genutzt, um das, was die Protagonist_innen heimsucht, zu externalisieren und zu entsubjektivieren, um so eine Basis für rationales Handeln an seinen Grenzen zu schaffen. (Text: Anja Kirschner)

Moderation wurde in Auftrag gegeben von der Kuratorin Nadja Argyropoulou für Polyeco Contemporary Art Initiative (GR), koproduziert von Beirut (EG) und Nomas Foundation (IT) sowie unterstützt von Elephant Trust (UK) und dem Griechischen Zentrum für Film (GR). Anja Kirschner (*1977) lebt in Athen.

Heute
24
10
2017
Öffentliche Führung
»Bildschön – Ansichten des 19. Jahrhunderts«
Public guided tour
"Picture Perfect – Views from the 19th century"

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