Stiftungen

  

 

CHRISTOPH HEILMANN STIFTUNG

Im Jahr 2012 vereinbarten die Christoph Heilmann Stiftung, München, und die Städtische Galerie im Lenbachhaus eine enge Zusammenarbeit; dabei wurden dem Lenbachhaus rund hundert Werke der Stiftung überlassen, die im Rahmen der neuen Sammlungspräsentation in einer ersten Auswahl vorgestellt werden.

Nirgendwo sonst in Deutschland entwickelte sich seit 1800 die Landschaftsmalerei so reich und frei wie in München, entfaltete prägende, internationale Bedeutung und gab Impulse für die Moderne. Im frühen Gemäldebestand des Lenbachhauses bildet die Münchner Landschaftsmalerei einen Schwerpunkt. Mit der dauerhaften Aufnahme der Sammlung der Christoph Heilmann Stiftung ist ein wesentlicher, neuer Akzent gesetzt: Es ergeben sich vielfältige Beziehungen zwischen den beiden Sammlungskomplexen, und die Entwicklung früher Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts ist jetzt an herausragenden Werken nachzuvollziehen.

Neben der Münchner Schule werden neu auch die Dresdner Romantik sowie die Berliner und Düsseldorfer Schule in charakteristischen Einzelbeispielen gezeigt; besonders wichtig ist der erstmals darstellbare Zusammenhang mit den Malern von Barbizon in Frankreich. Deren bahnbrechende künstlerische Wege zu einem modernen Naturverständnis wurden bereits um die Jahrhundertmitte in München wahrgenommen und veranlassten bald einzelne Maler zu Reisen nach Paris und Barbizon. Auch die nach 1850 organisierten internationalen Kunst- und Weltausstellungen trugen zu einem Bewusstsein für moderne Kunsttendenzen bei und gaben über nationale Grenzen hinweg vielseitige Anregungen.

So hat beispielsweise der nun im Lenbachhaus mit einem Hauptwerk vertretene Gustave Courbet 1851 erstmals in München ausgestellt. Berühmt wurde die Kunstausstellung von 1869 im Münchner Glaspalast, auf der auf Einladung Eduard Schleichs d. Ä. viele Barbizon-Maler vertreten waren; Courbet und Camille Corot wurden beide mit Medaillen für ihre Werke geehrt. Wichtige Künstler der Sammlung des Lenbachhauses wie Schleich oder Carl Spitzweg wurden nachhaltig von den Barbizon-Malern beeinflusst. Dank des reichen Bestands der Christoph Heilmann Stiftung ist nun eine aufschlussreiche Zusammenschau dieses künstlerischen Austauschs möglich.

 

Neuerwerbungen

Die Sammlung der Christoph Heilmann Stiftung FRÜHE DEUTSCHE UND FRANZÖSISCHE LANDSCHAFTSMALEREI DES 19. JAHRHUNDERTS wird entsprechend ihrem zu Grunde liegenden Konzept kontinuierlich ausgebaut.
So kamen in den letzten beiden Jahren zu den Sammlungsschwerpunkten wichtige Neuerwerbungen hinzu:

Darunter die bildmäßig ausgeführte Ölstudie von ERNST FRIES (1801-1833), einem der bedeutendsten süddeutschen Romantiker der zwanziger Jahre und Malergenosse von Camille Corot. Wie viele seiner Malerfreunde hat Fries sich hier das Motiv des romantisch verwilderten Parkes Chigi in den Albaner Bergen bei Rom vorgenommen.

ADOLPH VON MENZEL (1815-1905) ist nunmehr in der Sammlung mit einer jüngst wieder aufgetauchten Studie in Aquarell/Gouache vertreten, die den Blick nach dem Hof aus dem Atelierfenster in der Berliner Marienstraße 22 wiedergibt. Es handelt sich dabei um eine Vorarbeit zu der berühmten Ansicht aus dem Jahr 1867 in der Alten Nationalgalerie Berlin.

Zur Gruppe der großen BARBIZONMALER zählt neben Théodore Rousseau
dessen enger Freund JEAN FRANÇOIS MILLET (1814-1875). Von ihm gelang es, ein bedeutendes Frühwerk zu erwerben, das ein ganz in sich gekehrtes, nacktes Bauernmädchen an der Böschung eines Baches zeigt. Interessant ist u.a., dass dieses kleinformatige inoffizielle Bild kurz nach der sogenannten Februarrevolution von Millet im Pariser Salon 1849 gezeigt werden konnte.

 

SYMPOSIUM

Die Christoph Heilmann Stiftung veranstaltet im Lenbachhaus vom 3. bis 5. Juli 2015 ein internationales Symposium zum Thema "Mobilität und Naturerfahrung im 19. Jahrhundert – Landschaftsmalerei eine Reisekunst?".

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie hier.

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