Der Blaue Reiter

 

 

MARIANNE VON WEREFKIN

Marianne von Werefkin (1860 – 1938) wurde in ihrer russischen Heimat 1886 Schülerin des berühmten Realisten und Protagonisten der Gruppe der ›Wanderer‹, Ilja Repin. Mit ihren Porträts im Stil eines atmosphärischen Naturalismus errang sie bereits früh große Beachtung. Ab 1891 arbeitete sie mit Alexej Jawlensky und übersiedelte mit ihm 1896 nach München. Hier gab Werefkin fast zehn Jahre lang die Malerei auf, um sich der Förderung von Jawlenskys Talenten zu widmen, befasste sich jedoch intensiv mit Untersuchungen zur Maltechnik sowie kunsttheoretischen Diskussionen. Erst gegen Ende der fast einjährigen großen Frankreichreise mit Jawlensky begann Werefkin 1907 wieder zu malen. In ihrem Werk formten nun Einflüsse des Symbolismus und Anregungen Ferdinand Hodlers, der ›Nabis‹ und Edvard Munchs eine eigenwillige Synthese. Der gemeinsame Malsommer in Murnau 1908 und die produktive Zusammenarbeit in der ›Neuen Künstlervereinigung München‹ führten zu einem Œuvre, dessen großes Thema die menschliche Existenz und ihr Ausgeliefertsein an unsichtbare Kräfte innerer und äußerer Natur ist. Fast alle ihre Bilder zeigen Figuren, zum Teil in additiver Reihung, wobei Werefkin die Einzige aus dem Umkreis des ›Blauen Reiter‹ war, die konkret die menschliche Arbeitswelt und Fabrikarbeit thematisierte. Auch die Landschaft bildet in diesen Kompositionen einen spannungsvoll aufgeladenen »Schicksalsrahmen«.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zogen Werefkin und Jawlensky in die Schweiz, 1921 kam es in Ascona zur endgültigen Trennung. Dort lebte und arbeitete Werefkin unter prekären materiellen Bedingungen, doch integriert in die Künstlerkolonie des Monte Verità, bis zu ihrem Tod 1938.

»Ein Leben ist viel zu wenig für all die Dinge, die ich in mir spüre, und ich erfinde mir dafür andere in mir und außer mir. Ein Wirbel erfundener Wesen umgibt mich und hindert mich, die Wirklichkeit zu sehen. Die Farbe beißt mich ans Herz.« Marianne von Werefkin

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