Der Blaue Reiter

Neue Künstlerverinigung und Abspaltung

 

 

NEUE KÜNSTLERVEREINIGUNG MÜNCHEN' UND ABSPALTUNG DES 'BLAUEN REITER'

Nach dem produktiven Malsommer von Kandinsky, Münter, Jawlensky und Werefkin in Murnau 1908 vertieften sich in München die Kunstdiskussionen im Kreis der progressiv gesinnten Künstlerfreunde, die sich regelmäßig im Salon von Jawlensky und Werefkin in Schwabing trafen. Im Januar 1909 entschloss man sich zur Gründung der 'Neuen Künstlervereinigung München'. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben Kandinsky, Jawlensky, Münter und Werefkin auch Adolf Erbslöh, Alexander Kanoldt und Alfred Kubin sowie Paul Baum, Wladimir Bechtejeff, Erma Bossi, Moissej Kogan und der Tänzer Alexander Sacharoff. Bis 1911 veranstaltete die 'NKVM' jedes Jahr eine Ausstellung in der Münchner Galerie Thannhauser, die allerdings vernichtende Kritiken in der Presse erhielten. Durch seine Parteiname für die 'NKVM' anlässlich der 2. Ausstellung 1910 kam Franz Marc in Kontakt mit der Gruppe und wurde ebenfalls Mitglied. Kandinsky und Marc schlossen sich bald eng aneinander an und gerieten zunehmend in Konflikt mit den gemäßigten Mitgliedern der Vereinigung. 1911 planten sie die Herausgabe eines Kunst-Almanachs, dem sie den Namen Der Blaue Reiter gaben.

Als im Dezember 1911 die Jury der 3. 'NKVM'-Ausstellung ein fast abstraktes Bild von Kandinsky zurückwies, kam es zum Bruch: Kandinsky, Marc und Münter traten aus der 'NKVM' aus und organisierten in kurzer Zeit eine eigene Schau, die zur legendär gewordenen 1. Ausstellung des 'Blauen Reiter' wurde. Während sich in der Gruppe des 'Blauen Reiter' nun die künstlerischen Kräfte dieser wichtigen Erneuerungsbewegung des deutschen Expressionismus bündelten, löste sich die restliche 'NKVM' bereits 1912 auf.