Der Blaue Reiter

 

 

MURNAU UND DIE ANFÄNGE DES ›BLAUEN REITER‹


Ein gemeinsamer Arbeitsaufenthalt der Künstlerpaare Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin im Sommer 1908 in Murnau führte zu einer neuartigen, expressiven Malerei. Damit beginnt künstlerisch die Geschichte des ›Blauen Reiter‹.

Die malerische Lage des Ortes auf einem Hügel über dem Murnauer Moos vor der unvermittelt aufsteigenden Alpenkette, das intensive Licht und die bunt gestrichenen Häuser des Dorfes begeisterten die Künstler. Angeregt auch von der jüngsten französischen Malerei von Henri Matisse und den ›Fauves‹ kam es zu einem wahren Schub im Schaffen der vier Künstlerfreunde. Spontan und in einer Art rauschhaften Farbexplosion hielten sie Ansichten des Ortes und seiner Umgebung fest. Kennzeichen dieser Bilder sind stark leuchtende, flach und unvermischt nebeneinander gesetzte Farben, eine flächenhafte Strukturierung des Bildaufbaus und eine Vereinfachung der Formen bis hin zur Abstrahierung des Naturvorbildes. Auch 1909 arbeiteten die Künstler wieder gemeinsam in Murnau. Nun entdeckten sie auch die volkstümliche Hinterglasmalerei und die religiöse Volkskunst für sich. Stilistisch wurde besonders die Hinterglasmalerei mit ihren leuchtenden Farben, einfachen schwarzen Konturen und der »Primitivität« der Darstellung zum Vorbild. Kandinsky und Münter begannen diese Gegenstände zu sammeln und ihr Haus in Murnau damit einzurichten. Das sogenannte »Russenhaus« wurde zu einem Zentrum der Entwicklung in den nächsten Jahren.

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