Der Blaue Reiter

 

 

PAUL KLEE

Paul Klee (1879 – 1940) wuchs als Sohn eines Musikerehepaars mit deutschem Vater und Schweizer Mutter in Bern auf und kam 1898 zum Studium der Kunst nach München. 1900 besuchte er für kurze Zeit die Akademieklasse von Franz von Stuck. Nach Reisen nach Italien, Frankreich und einem mehrjährigen Aufenthalt in Bern ließ er sich 1906 endgültig in München nieder. Zunächst schuf er ausschließlich Werke in grafischen Techniken, deren intellektuelle Sensibilität bereits die künstlerische Eigenart des Gesamtwerks erkennen lässt. Im Herbst 1911 kam er in Kontakt mit Kandinsky, der sein Nachbar in Schwabing war und sein Talent sofort erkannte. Daraufhin beteiligte sich Klee an der 2. Ausstellung des ›Blauen Reiter‹ im Frühjahr 1912. Im selben Jahr besuchte er Robert Delaunay in Paris, dessen neueste Fensterbilder ihn aufgrund ihrer farbigen Abstraktion stark beeindruckten. Den endgültigen Durchbruch zur Farbe brachte jedoch erst die Tunisreise, die Klee gemeinsam mit Macke und Moilliet im April 1914 unternahm.

Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte Klee – wie auch Kandinsky – als Lehrer am Bauhaus in Weimar, später in Dessau. In der Bauhaus-Zeit entwickelte er sein erklärtes Anliegen, das geheimnisvolle Zwischenreich zwischen der realen Erscheinung und dem Wesen der Dinge sichtbar zu machen, zu souveräner Meisterschaft. Mit subtilen Bildarchitekturen aus organischen und anorganischen Elementen, mit rhythmischen Strukturen und durch die Einbeziehung emblematischer Zeichen wirkte er als Schöpfer neuer Bildwelten. Nach einer kurzen Zeit als Professor an der Düsseldorfer Akademie erhielt Klee 1933 Lehrverbot durch die Nationalsozialisten. Er verließ Deutschland und kehrte in die Schweiz zurück. Hier schuf er, von Krankheit zunehmend gezeichnet, ein umfangreiches Spätwerk, in dem Engelbilder und ihre oft nur rudimentären Zeichen zu einem zentralen Thema wurden.

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