19. Jahrhundert

 

 

CORINTH UND SLEVOGT

Der in Ostpreußen geborene Lovis Corinth (1858 – 1925) studierte von 1876 bis 1880 an der Münchner Akademie und lebte nach Studienaufenthalten in Antwerpen, Paris, Berlin und Königsberg wieder hier, wo er 1892 zu den Gründungsmitgliedern der Münchener Secession gehörte. Im Jahr 1900 übersiedelte er nach Berlin und wurde Vorsitzender der dortigen Secession. 1903 heiratete er seine Schülerin, die Malerin Charlotte Berend. Seit 1918 verbrachte er möglichst viel Zeit in Urfeld am Walchensee in Bayern.
Corinth war einer der vielseitigsten deutschen Maler um die Jahrhundertwende. Seine Entwicklung reicht von einem vielfigurigen, fast kruden Naturalismus über eine impressionistische bis zu einer expressionistischen Phase, in der mythologische Themen zugunsten von Porträts, Landschaften und Stillleben immer mehr in den Hintergrund treten. Im Selbstbildnis mit Skelett aus dem Jahr 1896 zeigt sich der 38-jährige Künstler. Das Bild kündigt eine Reihe von Selbstdarstellungen an, die Corinth ab 1900 in ununterbrochener Folge bis zu seinem Tode malte, und die gewöhnlich an seinem Geburtstag am 21. Juli entstanden. Corinth stellt sich hier nicht im Akt des Malens dar, sondern begegnet dem Betrachter mit eindringlichem, mürrischen Blick in massiger Unmittelbarkeit. Ein aufgehängtes Skelett sitzt ihm im Nacken. Im 19. Jahrhundert ein Standardrequisit von Künstlerateliers, spielt es hier auf traditionelle Memento-Mori-Darstellungen an.

Max Slevogt (1868 – 1932), neben Corinth der zweite große deutsche Naturalist und Impressionist, lebte in den Jahren 1885 bis 1897 größtenteiIs in München, bevor er nach Neukastel in der Pfalz zog. Seine Danae wurde bereits vor der Eröffnung aus der Ausstellung der Münchener Secession von 1899 entfernt, da man befürchtete, daß die realistische Darstellung eines unklassischen Frauenkörpers im Bereich der klassischen Mythologie einen Skandal provozieren könnte.

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