Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts

 21. Februar 2017 bis ende 2018 im LENBACHHAUS

BILDSCHÖN – Ansichten des 19. Jahrhunderts

 

Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts
21. Februar 2017 bis Ende 2018 im LENBACHHAUS

Bildschön — Ansichten des 19. Jahrhunderts

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Bilder. Sie erreichten eine größere Öffentlichkeit als je zuvor. Künstlerinnen und Künstler prägten auf wirkmächtige Weise die Kultur ihrer Zeit, ein sehr viel breiteres Themenspektrum wurde bildwürdig und im Idealfall vom Publikum als »bildschön« gelobt. Die damals erfundenen Motive bestimmen bis heute, was wir als romantisch, als traurig oder als schön empfinden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand ein enorm vielfältiges erzählerisches Bilduniversum, das immer wieder durch seine formale Innovationskraft begeistert.

»Bildschön« unternimmt eine Neuinterpretation der Sammlungsbestände der Kunst des 19. Jahrhunderts im Lenbachhaus. Um andere Perspektiven auf diese reiche Bildkultur zu eröffnen, präsentiert die neue Ausstellung bewusst eine große Bandbreite von künstlerischen Stilen und Inhalten. Sie erschließt, ergänzt von Fotografien, Film- und Hörbeispielen, nicht nur den zeitgenössischen Kontext der Themen und Bildwelten, sondern beleuchtet schlaglichtartig den Nachhall des langen 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.

Die Ausstellungsbesucher und Kunstsammler des 19. Jahrhunderts, die Leser von Büchern, Zeitschriften oder Reiseführern erwarteten anschauliche Darstellungen und unterhaltsame Geschichten, weshalb viele Künstler die bestehenden Verhältnisse eher bestätigten, als sie kritisch zu hinterfragen. Doch ließen sie gelegentlich ironisch durchblicken, dass ihre Produktionen oft auf Modellen und Attrappen beruhten. Die Erfahrungswelt des Einzelnen erweiterte sich drastisch mit der immer reicheren Bilderwelt.

Durch die Hand der Künstler wurden Naturansichten zu den Postkartenlandschaften, die wir heute noch aufsuchen. Trachten und bäuerliches Brauchtum wurden im 19. Jahrhundert wiederbelebt oder gar neu erfunden und die entstehenden Bilder so einflussreich, dass auf Oktoberfesten weltweit heute »Bayer« gespielt wird. Zentral für die Beziehung zur Natur war und ist im Bewusstsein der Deutschen der Wald, als visueller und emotionaler Projektionsraum.

Wenn Maler auf dem Land lebten, interpretierten sie nicht nur Ländliches, sondern sie experimentierten auch mit modernen Lebensformen, und ihre Kunst vermittelte dann ein von urbanen Zwängen befreites Lebensgefühl. Als Porträtisten des Bürgertums und der Aristokratie entwarfen Künstler deren öffentliches Image, sie verhandelten Geschlechterverhältnisse und Standesunterschiede. Für das ganze »große Theater« der modernen Welt galt es nun, visuelle Entsprechungen zu finden: für so unterschiedliche Phänomene wie die Begeisterung für die Vergangenheit, die Fragen der Naturwissenschaften oder die Verlockungen des Spiritismus.

Kuratiert von Susanne Böller

Veranstaltungen

Vortrag »... ich selbst bin in diesem Augenblick das Kunstwerk... -
‚Der Leitfaden des Leibes‘ bei Joseph Beuys und Friedrich Nietzsche«
Kirsten Claudia Voigt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Di, 14. März 2017, 19 Uhr
im Lenbachhaus


Vortrag »Ein Kanon ist zum Singen da!
Die Kunst der Moderne am Städel Museum Frankfurt«

Felix Krämer
Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum Frankfurt
Di, 23. Mai 2017, 19 Uhr
im Lenbachhaus


Präsentation des Tagungsbandes
»Landschaftsmalerei, eine Reisekunst? – Mobilität und Naturerfahrung im 19. Jahrhundert«
H
rsg. für die Christoph Heilmann Stiftung von Claudia Denk und Andreas Strobl, Berlin / München: Deutscher Kunstverlag 2017
Montag, 23. Oktober 2017, 19 Uhr
Lenbachhaus


Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos.

WAS TUN!

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
Di, 14., 21. März, 18. April, 19. September, 10. und 24. Oktober 2017, jeweils 18 Uhr
So, 19. und 26. März, 2., 30. April, 7., 21. Mai und 24. September, 15. und 29. Oktober 2017, jeweils 14 Uhr
im Lenbachhaus

 

KURATORENFÜHRUNGEN
Di, 28. März 2017, 18 Uhr
Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses

Fr, 7. April 2017, 16 Uhr
Susanne Böller, Kuratorin der Ausstellung

Di, 16. Mai 2017, 18 Uhr
Susanne Böller, Kuratorin der Ausstellung

Di, 27. Juni 2017, 18 Uhr
Karin Althaus, Sammlungsleiterin Kunst des 19. Jahrhunderts und Neue Sachlichkeit

Mi, 20. September 2017, 17.30 Uhr
Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses

Mi., 18. Oktober 2017, 17.30 Uhr
Karin Althaus, Sammlungsleiterin Kunst des 19. Jahrhunderts und Neue Sachlichkeit

Fr., 8. Dezember 2017, 16.00 Uhr
Susanne Böller, Kuratorin der Ausstellung

Dauer: 1 Std.
Kosten: 2,50 Euro / Person zzgl. Eintritt
Tickets sind an der Museumskasse im Lenbachhaus, an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket oder online erhältlich.

 

WAS TUN! FERIENPROGRAMM

SCHATTENTHEATER
»Was war einmal und was ist jetzt?«

Für Kinder zwischen 6 bis 12 Jahren
Di, 11., Do, 13. und Mi, 19. sowie Fr, 21. April 2017, jeweils von 10–16 Uhr
Weitere Termine in den Pfingstferien folgen in Kürze.

Was passiert in den wilden Wäldern? Welche Farben erscheinen in den Träumen? Warum zeigen sich die Malerinnen und Maler in ihren Bildern selbst bei der Arbeit? Welche Geschichten erzählen die Bilder? Was haben diese mit unserem Leben zu tun? Und was finden wir »bildschön« - die Geschichten oder die Kunst?

»Ach, das ist ja wahrlich bildschön!« – hat das Kunstpublikum häufig ausgerufen, als es sich vor über hundert Jahren »schöne« Werke angeschaut hat. Wie wirken diese Bilder heute auf uns? Das und vieles mehr werden wir im Rahmen des Schattentheaters untersuchen. Gemeinsam mit Euch und passend zur Ausstellung Bildschön. Ansichten des 19. Jahrhunderts machen wir uns auf die Suche nach dem »Bildschönen«, ob in den Geschichten oder in der Kunst. So werden wir Darstellungen von Landschaften, von Menschen sowie von Situationen des Lebens – auf der Bühne oder im Atelier – genau betrachten, erforschen und uns über Mythen und Märchen austauschen. Den Spuren dieser Geschichten wollen wir folgen, um sie dann als ganz eigene Erzählung im Schattentheater zu inszenieren.

Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

 

FRISCHGEBACKEN!

Ein geführter Rundgang für Erwachsene mit Babys
Mi, 29. März, 26. Juli und 25. Oktober, jeweils 10.30 Uhr

FRISCHGEBACKEN! ist ein geführter Rundgang durch die Dauer- und Sonderausstellung für Erwachsene mit Babys. Kein strenger Ablauf. Kein vorgegebener Plan diktieren den gemeinsamen Rundgang, sondern die Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmenden – ob Stillpausen oder Babygeschrei.


Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

Pressestimmen

»Das 19. Jahrhundert jedenfalls war voll mit Geschichten in Bildern. Ob im Privaten oder in der Öffentlichkeit, ob zur Unterhaltung oder zur Bildung – allenthalben wurden Szenen ins Bild gesetzt. Die Maler des 19. Jahrhunderts schufen Bilderwelten bis dahin kaum gekanntes Ausmaßes.« (Evelyn Vogel, Süddeutsche Zeitung)

»Hier steht im Hintergrund ein Jahrhundert, das von der geschlossenen Welt der Stände in den freien Markt inklusive Raubtierkapitalismus und Imperialismus schoss, zugleich einen noch nie geahnten Fortschritt in Wissenschaft, Technik und freiheitlichen Denken möglich machte. Hier schaukelt die Wiege der Moderne.«
(Simone Dattenberger, Münchner Merkur)

»Das 20. Jahrhundert war die Zeit des Fernsehens, das 21. ist das von Internet & Co. – und das 19. Jahrhundert die große Zeit der Bilder. Gerade auch in München, das sich damals zur führenden Kunststadt Deutschlands entwickelte. [...]  Die Bestände werden hier neu präsentiert. [...]  Aha-Effekte garantiert – oder auch Überrumpelung [...] Öha in Öl.« (Matthias Bieber, Tageszeitung)

»Unter dem Titel ‚Bildschön‘ hat Kuratorin Susanne Böller die hauseigene Malerei nun so ungemein anregend aufbereitet, dass man sich leicht zwischen Gebirgsketten und Waldlichtungen, Spaziergängerinnen und Atelier-Nackedeis vergessen kann.« (Christa Sigg, Abendzeitung)

Bleiben Sie immer informiert!

Suche

Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein