Franz von Lenbach

 

 

FRANZ VON LENBACH MALERFÜRST

Franz von Lenbach (1836 – 1904) prägte im späten 19. Jahrhundert den Mythos von München als Kunststadt entscheidend mit. In einfachen Verhältnissen geboren, an der Kunstakademie ausgebildet, setzte er sich – spätestens mit seinem Aufstieg zum gefeierten Porträtmaler ab 1870 – als weltgewandter, virtuoser Künstler in Szene. Sein großer künstlerischer und cialis brand name wirtschaftlicher Erfolg fand Ausdruck in seinem inszenierten Auftreten: In einem der Öffentlichkeit zugänglichen Schauatelier in seiner Künstlerresidenz stand er im eleganten Anzug an der Staffelei.

Lenbach galt als der wichtigste deutsche Bildnismaler seiner Zeit. Die Gesellschaftsgrößen gingen in seinem Haus ein und viagra price aus, um sich von ihm porträtieren zu lassen. Seine Malweise orientierte sich an alten Meistern wie Rubens, Tizian und buy generic cialis Veronese, doch bediente er sich durchaus auch des neuen Mediums Fotografie als Hilfsmittel. In unverwechselbarem Stil porträtierte er den Papst, Kaiser und low cost viagra Könige, elegante Damen und cialis express delivery bedeutende Herren aus Politik und Wirtschaft. Seine Kunstauffassung prägte das öffentliche Gesicht beziehungsweise das Image der High Society wie des aufstrebenden Großbürgertums des späten 19. Jahrhunderts. Wichtige Zeichen seines Aufstiegs waren die Heirat mit Magdalena Gräfin Moltke und seine zweite Ehe mit Lolo von Hornstein. Die Familie, vor allem die Töchter Marion und Gabriele, wurden dank mondäner und oft reproduzierter Porträts von der Hand des Vaters Bestandteil des öffentlichen Lebens. Zu Lenbachs vielen Freunden zählten die Maler Hans Makart und Friedrich August von Kaulbach, das Ehepaar Cosima und Richard Wagner, sein Lehrer Carl Theodor von Piloty, der Schriftsteller und Nobelpreisträger Paul Heyse und die Bildhauer Lorenz Gedon und Reinhold Begas. Lenbach selbst wurde mit seiner inszenierten Lebensweise zum Inbegriff des Malerfürsten, eine Stellung, die viele seiner Münchner Kollegen ebenfalls anstrebten. Den ersten Anfängen einer neuen Kunst stand er jedoch äußerst reserviert gegenüber und verkörpert deshalb in paradigmatischer Weise das, wovon sich die Künstler der Secession und später des ›Blauen Reiter‹ lösen wollten.

»Ich gedenke mir einen Palast zu bauen, der das Dagewesene in den Schatten stellen wird; die machtvollen Zentren der europäischen großen Kunst sollen dort mit der Gegenwart verbunden sein.«

Franz von Lenbach 1885

HISTORISCHE RÄUME DES LENBACHHAUSES

Dem nach außen hin vorgetragenen Anspruch der Lenbachschen Villa antwortete im Innern eine gleichermaßen prächtige Ausstattung. In den Wohn- und Repräsentationsräumen ebenso wie im Atelier- und Galerietrakt herrschte eine üppige Dekorationskunst mit historischen Versatzstücken. Sie dokumentierte die umfassende Bildung und Kennerschaft sowie den künstlerischen Erfolg des Hausherrn. Die ursprüngliche Einrichtung umfasste kostbare antike Skulpturen, mittelalterliche Malereien, seltene Teppiche und Gobelins, aber auch Kopien, etwa von antiken Reliefs, wenn Originale nicht erhältlich waren. Hinzu kam die Inszenierung der Innenräume durch ein dämmriges Halbdunkel, das alles in eine geheimnisvolle Atmosphäre tauchte. Hinter den Kulissen war Lenbachs Wohnhaus eines der modernsten in München: Es war vollständig elektrifiziert und besaß eine Dampfheizung, ein Bad sowie ein Fotoatelier.

In dieser Pracht war verwirklicht, was Lenbachs Zeit unter der Residenz eines "Malerfürsten" verstand. Sie eignete sich als Repräsentationsort für höchste Gäste: Fürst Bismarck, dessen öffentliches Bild Lenbach durch seine zahlreichen Porträts geprägt hatte, nahm anlässlich seines Besuchs 1892 auf dem Balkon der Villa die Ovationen der Münchner Bevölkerung entgegen. Nach den Zerstörungen der Anlage von 1944/45 konnten 1952 nur noch das Foyer und die Repräsentationsräume im ersten Stock des Mitteltraktes wiederhergestellt werden. 1994 erhielt die Eingangshalle ihre originale Farbigkeit zurück, 1996 wurden die Repräsentationsräume anhand alter Fotografien mit den originalen Möbeln und Kunstobjekten in ihr früheres Aussehen zurückversetzt. Die rekonstruierten historischen Räume im ehemaligen Wohnhaus sind der Kunst Lenbachs und dem von ihm geschaffenen Ambiente gewidmet. Dabei wird eine umfangreiche Auswahl aus der Kunstsammlung Lenbachs, dem ursprünglichen Inventar der Villa und Lenbachs eigenen Gemälden gezeigt.

Im Jahr 1983 schuf Gerhard Merz einen Gemäldezyklus für die Lenbachschen Repräsentationsräume, der sich mit mit dem 1962 entstandenen "Shockumentary" Mondo Cane auseinandersetzt. Die ganze Werkgruppe, am deutlichsten sichtbar im Bild Monochromie-Ultramarin, ist eine Hommage an Yves Klein.

 

Die historischen Räume werden aus Sicherheitsgründen bei Einbruch der Dämmerung geschlossen.

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