Forschung

  

 

 

Rupprecht Geiger

Am 15.12. 2007 eröffnete das Lenbachhaus die Retrospektive „Rupprecht Geiger zum 100. Geburtstag“. Aufgrund der langjährigen Beziehung des Lenbachhauses zu Rupprecht Geiger entstand bereits 1998 eine Diplomarbeit zur Maltechnik von Rupprecht Geiger.

In der Sammlung befindet sich eine Vielzahl von Werken, die häufig gezeigt werden, wie z.B. „Neues Rot für Gorbatschow“, und die für diese Ausstellung restauriert wurden. Zudem werden der Großteil der Grafik, eine große Auswahl vor kurzem gefertigter Collagen und viagra canadian einige Architekturmodelle für Farbräume gezeigt.

 

 

Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
Abbildung 4

Die Gemälde: Maltechnik und buying viagra Zustand

„... für ihn [Geiger] sind Farbe und cialis 20mg Licht eins, seine Bilder sind Porträts der Farbe, er malt die Farbe selbst.“ (Ruhrberg, 1967)
Die Entwicklung der Maltechnik Rupprecht Geigers ist eng mit der Entstehung der verschiedenen Bildideen verknüpft. So erfordern verschiedene Motive entsprechend angemessene Darstellungstechniken. Die Freude am Experimentieren ist charakteristisch für sein Werk und get propecia online zeigt sich auch in den von ihm verwendeten Techniken.
So wählte Geiger im Laufe der Jahre verschiedene Bindemittel für seine Farben. Anfangs mischte er die Pigmente mit Eitempera, ab Mitte der 50er Jahre benutzte er zunehmend Öl. Ab Mitte der 60er Jahre wechselte er noch einmal das Medium und buy cheap propecia verwendete dann bis heute Acrylharz.
Die Wahl des Bindemittels wurde sicher durch die jeweils unterschiedlichen Möglichkeiten und viagra for sale Erscheinungsformen des Farbauftrages beeinflusst. Zum Beispiel erforderte die Darstellung eines chromatischen Farbverlaufs oder auch eines monochromen „Farbporträts“ den anonymisierten Farbauftrag; also einen Farbauftrag ohne individuell ausgeprägten Pinselduktus. Um das zu erreichen benutzte Geiger verschiedene andere Hilfsmittel wie Farbrollen und –walzen, Sieb und Bürste oder Druckluft zum Aufsprühen der Farbe. Obwohl es gesprühte Flächen auf Tempera-Gemälden gibt (siehe Abbildung 1), scheint diese Farbzusammensetzung technisch weniger geeignet als in Öl angeriebene Pigmente. Das Bedürfnis nach einem technisch gut gesprühten Farbauftrag war unter anderem ein Grund für den Wechsel des Bindemittels.
Auch für die klare Begrenzung der nebeneinanderliegenden Farbflächen hat Geiger sich verschiedener Techniken bedient. Man findet frei mit dem Pinsel umrandete Flächen, nachträglich abgekratzte Partien (siehe Abbildung 1) und schon vor dem Farbauftrag mit Tape abgeklebte Felder, die charakteristische Ränder aufweisen (siehe Abbildung 2).
Unabhängig von den verwendeten Materialien und der Art des Farbauftrages ist allen Gemälden die extreme Empfindlichkeit der meist sehr matten Farbschichten gemeinsam. Durch den allgemein sehr hohen Pigmentanteil und entsprechend eher geringen Bindemittelanteil ist das gesamte Materialgefüge empfindlich auf mechanische Einflüsse wie Kratzer (siehe Abbildungen 3 + 4), und in sich so instabil, dass sich relativ schnell kleinste und größere Partikel aus dem Gefüge lösen können (siehe Abbildungen 5-6).

 

 

Abbildung 5
Abbildung 6
Abbildung 7
Abbildung 8
Abbildung 9

Eine häufig erforderliche Maßnahme ist die Stabilisierung und Festigung dieser fragilen Partien. Wegen der extrem empfindlichen Farbschichten muss man bei der Behandlung weit über die sonst üblichen Materialien und Methoden hinausgehen.

Die monochromen Flächen von Geigers Gemälden lenken das Auge des Betrachters sofort auf kleinste Unregelmäßigkeiten. Oberflächlich angelagerter Staub beeinträchtigt kurzfristig das Betrachtungserlebnis, längerfristig das Materialgefüge (siehe Abbildungen 7 + 8) und kann in vielen Fällen trocken mit einem feinen weichen Pinsel abgenommen werden. Andere Oberflächenphänomene, wie z.B. ein öfter zu beobachtender gräulicher Belag auf der Farbschicht, haben ihre Ursache in komplexen chemischen Veränderungen, die unter anderem mit der Materialalterung der Bindemittel in Zusammenhang stehen.

Eine weitere Maßnahme, die als präventiver Schutz auch an den Gemälden von Rupprecht Geiger durchgeführt wird, ist die Anbringung eines Rückseitenschutzes aus säurefreier Pappe. Dies dient sowohl als Klimapuffer als auch dem mechanischen Schutz vor Stößen. In vielen Fällen wird zusätzlich in den schmalen Hohlraum zwischen Leinwandrückseite und Rückseitenschutzpappe ein Vlies aus Polyester eingelegt, um Schwingungen und Vibrationen beim Handling zu minimieren.

Eine gravierende Veränderung des optischen Eindruckes der Gemälde kann durch die Alterung der häufig von Geiger verwendeten Tagesleuchtfarben entstehen (Abbildung 9). Die ursprünglich für militärische Zwecke entwickelten Pigmente haben die Fähigkeit im normal sichtbaren Licht zu fluoreszieren und daher eine enorme Leuchtkraft. Im Laufe der Zeit und mit zunehmender Beleuchtung verlieren sie diese Fähigkeit. Um dies zu verhindern, muss bei der Präsentation darauf geachtet werden, die direkte Beleuchtung der Gemälde zu verringern und die schädliche UV-Strahlung weitestgehend zu reduzieren.

Weitere präventive Schutzmaßnahmen für die Gemälde bestehen in der entsprechenden Klimatisierung der Ausstellungsräume und geeigneten Sicherheitsmaßnahmen.

 

 

Modell 1
Modell 2

MODELLE UND COLLAGEN

Die Modelle zeigen verschiedene Situationen des Farbe-Tankens, eine wesentliche Vorstellung von Rupprecht Geiger, die Erholung durch Farbe postuliert. Ein einziges Modell wurde im Park des Bezirkskrankenhauses Taufkirchen/Vils realisiert. (siehe Werkverzeichnis S. 361)

Die Modelle lagerten lange in Geigers Atelier und wurden ebenfalls für die Ausstellung restauriert. Durch die lange Lagerung hatten die Objekte gelitten. Sie waren stockfleckig, verschmutzt, zerkratzt und bestoßen. Der ehemalige Zustand der Modelle konnte jedoch anhand historischer Aufnahmen belegt werden. So fehlten u.a. die Modellfiguren, die die Proportionen vermitteln und wesentlich für das Verständnis des Objektes als Modell sind.

Ziel der Restaurierungsmaßnahmen war, ein geschlossenes Erscheinungsbild der Modelle zu erzielen, ohne die Werke künstlerisch zu überarbeiten: Brüche wurden neu verleimt, Pappe gefestigt, die Oberflächen gereinigt, Fehlstellen gekittet und retuschiert. Die Modellfiguren wurden gemäß den alten Fotos aus Balsaholz geschnitzt und grau gestrichen.

Zuletzt arbeitete Geiger spielerisch mit ephemeren Materialien aus dem Alltag, die er zu Collagen montierte. Es entstanden überaus zarte Gebilde wie z.B. eine auf Tagesleuchtrot geklebte Birkenrinde, kaum größer als ein Schulheft. Neben der oftmals erfindungsreichen Montage und Hängung dieser Werke wurde eine Großzahl von Grafiken in der Vorbereitung zur Ausstellung in der Grafikrestaurierungsabteilung des Lenbachhauses passepartouriert und neu gerahmt.


MALTECHNISCHE LITERATUR

Klein, Felicitas:  Die Verwendung von Tagesleuchtfarben in der modernen Kunst – am Beispiel von Rupprecht Geiger, Kuno Gonschior und Siegfried Cremer, Diplomarbeit am Institut für Technologie der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1993.

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