Forschung

  

 

 
Abb. 2. Salome , ehemals Hessisches Landesmuseum Darmstadt, seit 1945 verschollen
Abb. 3. Salome, Galerie Katharina Büttiker Art Deco- Art Nouveau, Zürich
Abb. 4. Fotografische Bildnisstudie zu Salome

Salome

Die Legende der Salome entstammt dem dem Neuen Testament (Markus 6,23). Herodias, Herodes' Frau und dr fox viagra frühere Frau von dessen Bruder, will sich an Johannes dem Täufer rächen, der ihre Eheschließung kritisiert hatte. Bei einer Geburtstagsfeier tanzt ihre Tochter Salome. Der Vater, begierig nach seiner Stieftochter, setzt einen Preis aus: „Um was du mich auch bitten wirst, ich werde es dir geben bis zur Hälfte meines Reiches“ (MK 6,23) Die Mutter flüsterte ihrer Tochter daraufhin ein, den Kopf des Johannes als Preis zu fordern; und so geschieht es. Stuck wählt den Moment des Schleiertanzes, der auch als Schlüsselszene in Richard Strauss gleichnamiger Oper von 1905 einging. Ein dunkelhäutiger Diener bietet den Kopf des Johannes auf einer Schale dar. Salome, von kühlem Licht beschienen und bruising on cialis ihren Körper darbietend, lächelt triumphierend. (Abb. 1)

Drei Versionen

1906 malt Stuck drei Fassungen der Salome: das Werk im Lenbachhaus (Abb. 1), eine seit dem 2. Weltkrieg verschollene Fassung (ehemals Hessisches Landemuseum (Abb. 2) und ein kleinformatiges Werk, heute Galerie Katharina Büttiker, Zürich (Abb. 3).
Stuck arbeitete häufig mit Fotografie als Hilfsmittel: zu Salome liegen drei fotografische Bildnisstudien mit einem kostümierten Modell vor (Abb. 4).

 

 

 

 

Abb. 5. Verschiedene Sterne aus dem Himmel der Salome
Abb. 6
Abb. 7

Maltechnik

Franz von Stucks Maltechnik ist ebenso innovativ wie die vieler seiner Zeitgenossen und buying viagra entwickelte sich im Laufe seiner Karriere stetig. Entgegen der auch vom Lenbachhaus geführten Bezeichnung „Öl auf Leinwand“ ist auch die Salome mit einer Temperafarbe gemalt. Indiz hierfür ist neben der optischen Beobachtung eine eindeutige Beschriftungen der Rückseite. Temperafarbe war von zahlreichen Herstellern in Tuben in verschiedensten Varianten erhältlich und best generic cialis sites zeigt u.a. beim Vermalen Vorteile im Vergleich zu Öl, da sie rascher trocknet und lowest viagra price ein zügigeres Arbeiten erlaubt. Mit unterschiedlichen Rezepturen hergestellt, deckte sie ein breites Spektrum von technischen Anforderungen ab – man konnte je nach Zusammensetzung und viagra 25mg vs 50mg Malmittel von matt leuchtend über ölähnlich glänzend bis lasierend alle Effekte erreichen. Spekuliert werden darf auch hinsichtlich der Verwendung verschiedener Bindemittelsysteme, z.B. bei der Gestaltung der Sterne, die bei naher Betrachtung mehrschichtig und jeder individuell aufgebaut sind (Abb. 5-7).

Die Erforschung der Maltechnik Franz von Stucks ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes "Von Böcklin bis Kandinsky - Maltechnische und analytische Forschungen zu komplexen Bindemittelmischungen in der Münchner Temperamalerei um 1900", das derzeit vom Doerner-Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen durchgeführt wird. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus ist Kooperationspartner dieses Projektes: doernerinstitut.de/de/projekte/tempera/tempera_1.html

Restaurierung 2011/12

Das Erscheinungsbild des Gemäldes vor der Restaurierung war geprägt von einem feinteiligen, schüsselförmigen Craquelée in definierten Bereichen und verschieden stark glänzenden, nicht-originalen, wachshaltigen Firnisschichten sowie zahlreichen, unstimmigen Retuschen und flächigen Übermalungen. Vor allem die Craqueléefelder, die durch die spannungsreichen Firnisschichten noch begünstigt werden, waren von Verlust bedroht und mussten minutiös unter dem Mikroskop gefestigt werden. Auch der Zierrahmen aus der Hand des Rahmenmachers Irlbauer bedurfte der Restaurierung. Während der Schließzeit des Lenbachhauses widmete sich die Restaurierungsabteilung der komplexen Restaurierung dieses bedeutenden Werkes der Münchner Malerei des Jugendstils, um es zur Neueröffnung angemessen präsentieren zu können.

2013/14

Die Restaurierung des Werkes bot Anlass für umfassende Recherchen in verschiedenen Bereichen. Die neuen Forschungsergebnisse mündeten in eine Publikation des Lenbachhauses, die das Thema „Salome“ unter verschiedensten Blickwinkeln betrachtet. Diese ist im Onlineshop des Lenbachhauses erhältlich.

Abbildungsnachweise und Literatur

1 Bierbaum, Ostini: Franz von Stuck, 4. Aufl. 1924, S.111
2 Brandlhuber, Burs (Hg.): Franz von Stuck Meisterwerke der Malerei, 2009, S. 88
3 Städtische Galerie im Lenbachhaus
4 Birnie-Danzker, Pohlmann, Schmoll gen. Eisenwerth: Franz von Stuck und die Fotografie, München 1996, S. 68
5-7 Städtische Galerie im Lenbachhaus/Kunstbau, Winkelmeyer und Päffgen

 

I. Winkelmeyer

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