Forschung

 

 

SAMMLUNGSARCHIV DER STÄDTISCHEN GALERIE IM LENBACHHAUS

Die im Besitz der Städtischen Galerie im Lenbachhaus befindliche Kunstsammlung umfasst derzeit ca. 25.000 Kunstwerke und gliedert sich in verschiedene Teilbereiche, die in mehreren Inventaren dokumentiert sind.
Der Galeriebestand (G-Inventar) zählt derzeit insgesamt rund 19.000 Inventarnummern. Sammlungsschwerpunkte bilden die Münchner Malerei des 19. Jahrhunderts, die Sammlung des „Blauen Reiter“ mit Werken von Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, Alexej Jawlensky, August Macke, Paul Klee u.a., Werke der Neuen Sachlichkeit sowie die Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst mit Arbeiten von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Richard Serra, Ellsworth Kelly, Sol LeWitt, Angela Bulloch, Wolfgang Tillmans, Erwin Wurm u.a.

Zahlreiche berühmte Hauptwerke der umfangreichen „Blaue Reiter“-Sammlung, die sich im Besitz des Lenbachhauses befindet, stammen aus der Gabriele Münter-Stiftung aus dem Jahr 1957, die in einem eigenen Inventar geführt wird (GMS-Inventar) und 1185 Nummern umfasst.

Weiterhin bewahrt das Lenbachhaus die ehemals private Sammlung Franz von Lenbachs an Kunstgegenständen, Möbeln, Gobelins, Vasen und anderen Gegenständen auf, die er gesammelt und in seiner Villa aufgestellt hatte, sowie zahlreiche eigenhändige Gemälde und Studien des Künstlers. Als Geschenk Lolo von Lenbachs, der Witwe des Künstlers, an die neu gegründete Städtische Galerie im Jahr 1925 wurden diese ebenfalls in einem eigenen Inventar (L-Inventar) mit ca. 800 Nummern erfasst. Zudem befindet sich die Sammlung von etwa 6000 Original-Negativ-Platten von Franz von Lenbach im Haus.

Außerdem besitzt das Lenbachhaus aus dem Nachlass von Thomas Theodor Heine insgesamt 2589 Zeichnungen, die ebenfalls in einem eigenen Inventar geführt werden (H-Inventar).

Im Kubin-Archiv (s.u.) sind neben dem umfangreichen Archiv-Material insgesamt 677 Kunstwerke Alfred Kubins inventarisiert.

Das umfangreiche sogenannte K-Inventar mit derzeit ca. 20.500 Einträgen führt den Bestand sämtlicher Kunstwerke, die von der Stadt München und deren verschiedenen Dienststellen erworben worden sind. Er wird von der Städtischen Galerie verwaltet und verwahrt.

Darüber hinaus betreut das Lenbachhaus eine Vielzahl von Dauerleihgaben verschiedener Stiftungen:
Wichtige Beiträge zur Sammlung stammen von dem 1993 gegründeten Förderverein Lenbachhaus e.V., der sich neben vielen anderen Fördermaßnahmen auch um die finanzielle Unterstützung bei der Erweiterung des Sammlungsbestands bemüht. Die von ihm getätigten Erwerbungen vorwiegend im Bereich der Kunst nach 1945 werden ebenfalls in einem gesonderten Inventar aufgenommen und geführt (FVL-Inventar).

Die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung hat ebenfalls bereits über 100 Neuerwerbungen im Kontext der im Lenbachhaus befindlichen Sammlungen des „Blauen Reiter“ und der zeitgenössischen Kunst ermöglicht (AK-Inventar) und stellt diese für die Präsentation im Lenbachhaus als Dauerleihgaben zur Verfügung.

Die KiCo Stiftung wurde im Dezember 2009 von einem Sammlerehepaar ins Leben gerufen, das schon vor 15 Jahren begonnen hat, junge zeitgenössische Kunst mit direktem Bezug zur bestehenden Sammlung des Lenbachhauses zu sammeln und dem Museum in Form einer Stiftung als Dauerleihgabe zu überlassen (KiCo-Inventar). Die KiCo Stiftung unterstützt das Lenbachhaus ganz maßgeblich dabei, seine eigene Sammlungspolitik auch in den kommenden Jahren entsprechend fortzusetzen.

Im Jahr 2012 vereinbarten die Christoph Heilmann-Stiftung in München und die Städtische Galerie im Lenbachhaus eine enge Zusammenarbeit. Dabei wurden rund 100 Werke der Stiftung dem Lenbachhaus überlassen (CHS-Inventar), die im Rahmen der neuen Sammlungspräsentation in einer ersten Auswahl vorgestellt werden. Es handelt sich vornehmlich um Werke des 19. Jahrhunderts: der Maler von Barbizon in Frankreich, aber auch der Dresdner Romantik sowie der Berliner und Düsseldorfer Schule.

Darüber hinaus betreut das Lenbachhaus als Dauerleihgaben die Gemälde und die Skulpturen des Vereins Bildender Künstler, Münchens Secession e.V. mit einem derzeitigen Umfang von ca. 300 Kunstwerken sowie den Nachlass von Johann Georg von Dillis aus dem Besitz des Historischen Vereins von Oberbayern mit ca. 8900 Einträgen.

Das Sammlungsarchiv betreut die Bestandserfassung und dokumentiert neben den Kunstwerken auch die Geschichte des Museums seit seiner Gründung im Jahr 1925 und der Eröffnung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus im Mai 1929. Für die Inventarisierung und Dokumentation der einzelnen Kunstwerke werden neben der elektronischen Datenerfassung, die die Objektinformationen in einzelnen Datensätzen bündelt, zentral zugänglich macht und gezielte Suchabfragen ermöglicht, bis heute weiterhin Inventarbücher, Karteikarten, Bildakten und andere Ordnungssysteme genutzt.


Ansprechpartner
Dr. Irene Netta
Telefon +49 89 233 8261
Fax + 49 89 233 82693
irene.netta (at) muenchen.de

Raimund Beck
Telefon +49 89 233 82640
Fax +49 89 23382693
raimund.beck (at) muenchen.de

Kubinarchiv

Als wichtige Ergänzung zur Sammlung des >Blauen Reiter< wurde 1971 das Kubin-Archiv mit Materialien zu dem österreichischen Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) von Dr. Kurt Otte, Hamburg, erworben und bis 1983 vollständig im Lenbachhaus installiert. Der Apotheker und Sammler Otte hatte das Archiv seit den frühen 1920er Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler aufgebaut,  dabei handelte es sich bei Abschluss der Sammeltätigkeit um das größte Einzelarchiv zu einem bildenden Künstler dieser Generation. Es umfasst ca. 385 Tusch- und Bleistiftzeichnungen sowie  Aquarelle, das gesamte lithographische Werk Kubins mit 180 Blättern, alle 34 Mappenwerke des Künstlers, 24 Skizzenbücher und 31 handschriftliche Tagebücher. Dazu kommen ca. 8000 weitgehend unpublizierte Briefe und Karten von Künstlerfreunden und anderen Persönlichkeiten an Kubin und ca. 3000 eigenhändige Briefe von Kubin an die entsprechenden Korrespondenz-Partner.

Die Bibliothek des Kubin-Archivs umfasst  ca. 800 Bände der gesamten von Kubin illustrierten Bücher von 1903 bis 1957, sämtliche eigene Schriften Kubins in Erstpublikationen sowie die nahezu vollständige Sekundärliteratur über Kubin (ca. 5000 Titel: Bücher, Aufsätze, monographische Ausstellungskataloge, Kataloge zu Gruppenausstellungen, Kleinschriften, Briefeditionen). Der Bibliothek ist eine umfangreiche historische Presse-Dokumentation von 1901 bis 1977 angegliedert. Ferner verfügt das Archiv über ca. 800 persönliche Fotografien Kubins, ca. 150 Graphiken anderer Künstler sowie umfangreiche Konvolute persönlicher Dokumente Kubins, einschließlich 34 Filmen und Tonbändern von 1937 bis 1977.

Ansprechpartnerin
Dr. Annegret Hoberg
Telefon +49 89 233 82622
Fax +49 89 233 82693
annegret.hoberg (at) muenchen.de

 

Für Reproduktionsanfragen wenden Sie sich bitte an Frau Anahita Martirosjan, repro-lenbachhaus (at) muenchen.de, Tel: 089 / 233 82633 oder klicken Sie hier.

Suche

Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein