Das Museum

 

 

Licht im Museum

Licht gehört zu den zentralen Themen eines Museums, deshalb wurde bei der Planung der neuen Ausstellungsräume viel Wert auf Tages- wie auch auf Kunstlicht gelegt. Während der Altbau der Lenbachschen Villenanlage mit seinen zahlreichen Fenstern viel Tageslicht in den Ausstellungsräumen verspricht, stellt sich der Neubau von Foster + Partner überwiegend mit einer geschlossenen Außenhaut dar. Davon ausgenommen sind die Ausstellungsräume des zweiten Obergeschosses, in die durch Lichtsheds Nordlicht fällt, sodass hier die Sammlung des Blauen Reiter im Tageslicht gezeigt werden kann.

Ein besonderes Ziel des Bauvorhabens war es, für ein Kunstlicht zu sorgen, das die ausgestellten Werke möglichst natürlich beleuchtet, konservatorische Anforderungen in höchstem Maße erfüllt und neue Gestaltungsmöglichkeiten durch variable Lichtfarben eröffnet. Dabei sind die räumlichen Bedingungen äußerst unterschiedlich: Räume, die durch Lichtsheds oder durch Fenster natürliches Tageslicht bekommen, müssen durch Kunstlicht in annähernd gleicher Weise auszuleuchten sein. Umgekehrt sollen Räume ohne Fenster in einer dem Tageslicht entsprechenden Qualität beleuchtet werden.

Mit der Entscheidung, für die museale Beleuchtung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus die innovative LED-Technologie einzusetzen, wurde eine für den Museumsbereich wegweisende Ausstellungsbeleuchtung entwickelt. LED als Leuchtmittel ist heute in aller Munde. Ein entscheidender Vorteil der LED-Technik ergibt sich, verglichen mit dem "vibrierenden" Flimmern von Leuchtstoffröhren, aus der hohen Gleichmäßigkeit des Leuchtens. Eine wesentliche Funktion der LED-Beleuchtung von Ausstellungsräumen ist es, eine dem Tageslicht ähnliche Wirkung zu erzielen und gleichzeitig ein breites Spektrum von sehr kaltem, bläulich erscheinendem Licht (6000 Kelvin) bis zum warmen Ton (3000 Kelvin) zu ermöglichen.

Bei der Entwicklung spezieller LED-Leuchten für den Ausstellungsbereich wurde das Lenbachhaus von dem Münchner Lichtkünstler Dietmar Tanterl beraten, der auch die technische Realisation durch OSRAM und das Ingenieurbüro Bamberger und Partner, zusammen mit dem Baureferat begleitet hat. Diese Leuchten bestehen aus fünf unterschiedlich farbigen Leuchtdioden und erlauben durch entsprechende Steuerung eine Lichtwirkung, die der jeweiligen Beleuchtungsaufgabe entspricht. Ein Vorzug dieser Technik ist, dass auch nach der Einstellung einer bestimmten Lichtqualität eine Veränderung der Helligkeit möglich ist. So können Kunstwerke in derselben Lichtqualität unterschiedlich hell ausgeleuchtet werden.

Räume mit sehr unterschiedlichem Lichteinfall so zu behandeln, dass eine gleichmäßige Lichtwirkung entsteht, stellt eine besondere Herausforderung im Lenbachhaus dar. Die Lichtdecken im ersten Obergeschoss und die Lichtsheds im zweiten Obergeschoss ermöglichen ein Kunstlicht, das dem Tageslicht verwandt ist. Kunstlicht wird in den Räumen im Nord- und Südflügel über das Anstrahlen der Deckenspiegel eingesetzt.

Um all diesen verschiedenen Anforderungen zu genügen, mussten "maßgeschneiderte" Lösungen gefunden werden. Selbst die Strahler, mit denen einzelne Objekte direkt beleuchtet werden können, wurden in LEDTechnik entwickelt. Alle ausstellungsrelevanten Bereiche sind damit im Lenbachhaus erstmals in einem Museum mit derselben Lichtqualität ausleuchtbar. Da jeder einzelne Raum lichttechnisch angesteuert und eingestellt werden kann und dies in größter Variationsbreite, kann auf die gezeigte Kunst besonders reagiert werden. Ziel ist es, ein möglichst natürliches Licht zu erzielen, in dem die Kunstwerke am besten sichtbar werden. Erreicht wäre dies, wenn dem Besucher des Museums gar kein "Licht" auffallen würde.

Das Projekt konnte durch eine maßgebliche Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 2 Mio. Euro im Rahmen des Wettbewerbs "Kommunen in neuem Licht / Optische Technologien" und mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch den Förderverein Lenbachhaus und die Stadtsparkasse München realisiert werden.

Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers: "Die neuartige Ausstellungsbeleuchtung ist ein Meilenstein für die Städtische Galerie im Lenbachhaus. Sie ist Ausdruck auch einer technischen Zukunftsfähigkeit, die die Sammlung im wahrsten Sinn des Wortes in einem neuen Licht erscheinen lässt.

 

 

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