Von Eva Wolpers.

Das kulturelle Leben der Stadt München ist etwas Besonderes und es ist wunderbar daran teilhaben zu können. Darin sind wir uns sicher einig, hier in diesem Forum, aber wohl auch darüber hinaus. Das liegt vor allem am großen Engagement der Menschen und dem breiten Interesse für Kunst und Kultur in der Stadt. Das verbindende Potenzial Münchens als Ort, an dem sowohl die kunsthistorische Forschung und Bewahrung als auch zuweilen beeindruckend avantgardistische Kunstproduktion eine lange Tradition besitzen, ist fraglos ein Reichtum der Stadt. Das Lenbachhaus ist dabei ein Ort, der wie kaum ein anderes Museum diesen großartigen Spagat über die Jahrhunderte und Epochen schafft und dabei auch noch stets jung aussieht. Teilzuhaben an diesem so vielgestaltigen Museum ist eine Freude, die die Mitglieder des Fördervereins verbindet – untereinander, mit dem Haus und über Generationen hinweg. Jedes Mitglied des Vereins trägt seinen Teil bei und fungiert außerdem als Botschafter des Museums in der Stadt und über deren Grenzen hinaus.

Als gebürtige Münchnerin und privat wie beruflich in der Kunst zu Hause, bin ich schon seit vielen Jahren ebenfalls bekennender Fan des Lenbachhauses. Seit 2013 bin ich selbst Mitglied im Förderverein und seit 2017 schließlich auch im Vorstand aktiv. Dabei ist es mir eine ganz besondere Freude, die Leidenschaft für dieses Museum, seine Sammlung und sein Programm, mit jungen Menschen zu teilen. Für die Generation unter 40 Jahren habe ich innerhalb des Fördervereins als zwanglose Gruppe die Jungen Freunde etabliert, die sich gemeinsam zu Führungen, Atelierbesuchen und Veranstaltungen trifft. Im Moment sind unter den insgesamt 306 Mitgliedern des Fördervereins 36 Junge Freunde – Tendenz steigend. Allein seit Anfang diesen Jahres sind sieben neue Mitglieder ganz bewusst zu uns als Junge Freunde gestoßen. Wir freuen uns immer über „Verstärkung” – ein Jeder mit Interesse ist willkommen, gern auch erst einmal zum Schnuppern. Die beruflichen Hintergründe sind sehr verschieden und besondere Kenntnisse braucht es keine.

Begonnen hat das Ganze mit unserer Kick-Off Veranstaltung im Mai 2017. Direktor Matthias Mühling führte uns persönlich durch das Lenbachhaus und die Ausstellung Mentales Gelb. Sonnenhöchststand. Im Anschluss an diese exklusive Führung waren wir eingeladen bei einem Drink im Direktorenbüro untereinander und mit ihm ins Gespräch zu kommen und uns kennenzulernen. Seitdem bieten die Jungen Freunde in regelmäßigen Abständen spannende Veranstaltungen an, die Einblicke in die junge Münchner Kunstszene gewähren und Gelegenheiten schaffen, die Stadt zusammen neu zu entdecken, Freunde und Gleichgesinnte zu treffen, Denkanstöße zu geben und sich auszutauschen. Dabei sind auch Vorschläge aus der Gruppe immer willkommen.

Besonders eindrücklich sind stets die Atelierbesuche bei denen wir Münchner Künstlerinnen und Künstler über die Schulter schauen dürfen und eine wunderbar zwanglose Einführung in ihr Werk und Schaffen erhalten. So waren wir zum Beispiel bei Tim Bennett in Giesing zu Gast. Der britische Maler und Bildhauer empfing uns auf ein Bier in seinem kleinen Atelier. Zwischen Baumarktmaterial, Gips, Stahl, Beton, Holz und Lack verbrachten wir einen heiteren und erkenntnisreichen Abend, an dem wir viel über die ebenso konzeptuelle wie humorvolle Bildhauerei des Künstlers lernten.

Die Künstlerin Caro Jost empfing uns einige Wochen später ebenso herzlich und gewährte uns Einblick in ihre sogenannten „Streetprints“, die sie weltweit als Spuren bedeutender Künstlerpersönlichkeiten sammelt. Bei einem Glas Wein nahm uns die Künstlerin mit ihren Kunstwerken aus Straßenabdrücken auf eine Welt- und Zeitreise in Ateliers im New York der 1960er Jahre, auf die Straßen Moskaus und bis nach Shanghai. Der direkte Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern spielt bei diesen Besuchen eine ganz zentrale Rolle und nicht selten vergisst man die Zeit in der Atmosphäre des künstlerischen Schaffens zwischen den halbfertigen und fertigen Werken.

Außerdem haben wir das neue Format „Blick hinter die Kulissen“ ins Leben gerufen. In dieser Reihe dürfen wir den „Museumsmachern“ auf die Finger schauen. Unser erster Besuch fand im Restaurierungsatelier des Lenbachhauses statt. Weder Wein noch Bier sind hier angemessen, dafür durften wir alte Farbschichten durch das Mikroskop inspizieren und erfuhren viel darüber, wie all das, was wir in den Künstlerateliers entstehen sahen, auch über die Jahrhunderte bewahrt werden kann.

Selbstverständlich sind alle Jungen Freunde auch bei den regulären Veranstaltungen des Fördervereins willkommen, wie etwa dem alljährlichen Sommerfest mit Tanz und Drinks im wunderschönen Garten der ehemaligen Villa Franz von Lenbachs.

Ich empfinde es als große Bereicherung, durch mein Engagement im Förderverein Teil des Lenbachhauses zu sein, vieles direkt mitzuerleben und dabei das Museum in seiner Arbeit auch noch zu unterstützen. Interessierte, die das Lenbachhaus als einen inspirierenden Ort erleben und in seinem Wirken ebenfalls unterstützen möchten sind jederzeit sehr herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Euch!

Eva Wolpers ist im Vorstand des Förderverein Lenbachhaus e.V. und betreut die Jungen Freunde. Wer Lust bekommen hat, selbst eine Freundin oder ein Freund des Lenbachhauses zu werden, findet hier alle Informationen und Kontaktdaten.

Veröffentlicht am 2. August 2018

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