von Karin Dotzer.

Seit knapp 20 Jahren arbeiten Registrars in Deutschland.
Vorher war dieser Beruf hier – wie in den meisten europäischen Ländern – gänzlich unbekannt. Er entstand nach dem Ende des 2. Weltkrieges in den USA, als in den fünfziger und sechziger Jahren die Zahl der Ausstellungen immer mehr zunahmen und Sammlungen aufgebaut und vergrößert wurden.

Die Berufbezeichnung „Registrar“ stammt aus diesen Anfängen, als es in erster Linie darum ging, den Besitz von Museen zu registrieren. Mit zunehmender Ausstellungstätigkeit erweiterte sich das Aufgabenspektrum.

Registrars erstellen heute Budgets und Verträge, verhandeln und überwachen Versicherungsbedingungen, koordinieren Ausstellungen und sind für die Logistik der Kunstobjekte und deren passende Transportverpackung zuständig.

Ergänzt werden diese Tätigkeiten durch umfangreiche Dokumentationen all dieser Aufgaben. So ist das „Büro des Registrars“ der zentrale Punkt, an dem alle mit der Ausleihe für Ausstellungen und Verwaltung des Sammlungsbestandes zusammenhängende Tätigkeiten zusammenlaufen.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Registrars weltweit vervielfacht. Auch im Lenbachhaus sind derzeit 2 Mitarbeiterinnen in diesem Berufsfeld tätig.

Bedingt durch den globalen Transfer von Kulturgütern erweitern sich das Aufgabenspektrum des Registrars und dessen Verantwortung kontinuierlich. Der Fokus für die Zukunft liegt hierbei auf der Entwicklung von Strategien zur Kostenreduzierung bei Ausstellungsprojekten, dem Umgang mit hochsensiblen Kunstwerken, deren Transport und Präsentation rund um den Globus, der Einhaltung von rechtlichen Vorgaben der EU und der Anpassung von geänderten Bestimmungen z.B. in der Luftfrachtsicherheit für den laufenden Museumsbetrieb.

Karin Dotzer ist Registrar an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.

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