von Iris Winkelmeyer und Lisa Kern.

Diesen Donnerstag, den 22. November 2012, berichten Iris Winkelmeyer, Leiterin der Restaurierungsabteilung, und Lisa Kern, wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Sammlungsarchiv und die Provenienzforschung am Lenbachhaus, von der Restaurierung, der Provenienz und Ausstellungsgeschichte des Werkes »Salome« von Franz von Stuck.

Bei dem im Jahre 1906 entstandenen Gemälde handelt es sich entgegen der landläufigen Beschreibung nicht um ein Gemälde „Öl auf Leinwand“, sondern um ein Temperagemälde.
Stucks »Salome« zeugt von einer routinierten Anwendung dieser Technik, wobei Stuck die einzelnen Schichten mit Zwischenfirnissen trennte. Stuck grundierte die bereits farbgrundierte Leinwand »Salomes« mit einer Bleiweisschicht, die offenbar keine stabile Verbindung mit der Farbgrundierung einging – dies führte zu einer unzureichenden Haftung der Schichten.

Vor der Restaurierung des Werkes 2011/2012 war der Gesamteindruck der »Salome« bestimmt von einem mattgelben, vermutlich wachshaltigen und dicken Firnis. Dieser zog die Malschicht spannungsreich nach oben und förderte Schollen. Ebenso auffällig waren viele winzige Fehlstellen, Craqueléfelder und zahlreiche braune Retuschetupfer.

Eine Dünnung des pastosen und spannungsreichen Firnisses führte zu einer Entspannung der Farbschollen. Diese wurden anschließend mit Störleim, Wärme und Druck niedergelegt. Nach der Festigung wurden alle umbrafarbigen Retuschen mit einem Lösungsmittelgel angequollen und entfernt. Die zahlreichen Fehlstellen wurden mit Leimkreidekitt gekittet, mit Gouachefarben und Gamblin Colors (Retuschierfarben) retuschiert. Anschließend wurde das Gemälde mit einer dünnen Mastixfirnis und anschließend mit Dammarfirnis (beides gelöste Naturharze) gespritzt, wobei die seidenmatten Originalfirnisse Stucks als Vorbild dienten.

Parallel zur Restaurierung des Gemäldes brachten Recherchen zur Provenienz und Ausstellungsgeschichte des Bildes einige neue Erkenntnisse zutage. So ist mittlerweile bekannt, dass das Gemälde schon sehr bald nach seiner Entstehung eine lange Reise über den Atlantik angetreten hat und sich über lange Jahre im Besitz eines amerikanischen Privatsammlers befand. Was diesen wiederum mit der Tänzerin Saharet verband, die Franz von Stuck 1906 in München porträtierte, erzählen wir in unserer Veranstaltung.

Teilnahmemodalitäten
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Teilnehmerzahl bei dieser Veranstaltung auf 50 Personen begrenzt ist. Bei großer Nachfrage können Plätze früh vergeben sein, so dass wir eine Teilnahme grundsätzlich nicht garantieren können.

Iris Winkelmeyer ist Leiterin der Restaurierungsabteilung am Lenbachhaus, Lisa Kern wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Abteilung Sammlungsarchiv und Provenienzforschung des Hauses.

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