Von Vaira Sirava

Hallo! Ich heiße Vaira, bin 12 Jahre alt und habe in den Osterferien im Lenbachhaus am Projekt »Kunsthörspiel oder Hörspielkunst« mitgemacht.

Viele Kinder kennen die Situation mit den Eltern im Museum und unter lauter Erwachsenen zu sein. Da kann man sich als Kind schon wie ein »Alien« vorkommen. Das Lenbachhaus möchte das ändern. Im Projekt »Kunsthörspiel und Hörspielkunst« haben sieben Kinder, darunter auch ich, Kunstwerke ausgesucht, sich zu diesen Geschichten ausgedacht und sie im Radio Feierwerk aufgenommen. Ziel war es, Audioguides zu erstellen, die nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder interessieren.

Wir hatten einige Kunstwerke zur Auswahl und haben gemeinsam abgestimmt, welche wir in den Audioguide aufnehmen wollen. Dabei war es nicht entscheidend, ob die Werke schön sind, sondern ob sie interessant wirken, auch auf Grund ihrer (Entstehungs-)Geschichte. Mir gefiel vor allem das »Wirbelwerk«. Es sieht wirklich beeindruckend aus mit den vielen bunten Glasscheiben und es wirft tolle Schatten an die Wand. Außerdem hat das Wirbelwerk eine lustige Form. Es könnte einen Tornado, eine Eiswaffel oder auch etwas ganz anderes darstellen.

Als erstes haben wir uns die Werke genau angesehen und im Anschluss darüber gesprochen, was wir alles auf dem Werk erkennen können (z.B. bei einer Person den Gesichtsausdruck, die Haltung, Kleidung etc.). Dann haben wir einen Zeitstrahl erstellt, auf dem Fakten und wichtige Dinge über die Werke wiedergegeben waren. So hatten wir alles im Blick. Danach haben wir uns eine zu dem Werk mögliche, passende Szene ausgedacht und jedem Kind wurde eine Rolle (mitspielende Person oder Erzähler) in der Geschichte zugeteilt. Die Geschichten werden so nicht nur von einem Erzähler beschrieben, sondern es wirken unterschiedliche Figuren mit. Die Personen, die in der Geschichte vorkommen, spielen alle eine unterschiedliche Rolle, die für die Erzählung wichtig ist. Wie in einem Theaterstück eben.

Als wir mit den Vorüberlegungen fertig waren, ging es ans »Probe-Einsprechen«, damit wir uns während der Aufnahmen nicht versprechen. Es war sozusagen wie eine Übung. Anschließend haben wir mithilfe eines Mikrofons den Text aufgenommen. Während der Aufnahmen durften wir uns nicht allzu sehr bewegen, da das Mikrofon auch sehr leise Geräusche »mitbekommt«. Es war also höchste Konzentration angesagt. Diese Aufnahmen wurden dann mühsam zurecht geschnitten und es wurden verschiedene Geräusche hinzugefügt, sodass am Ende ein richtiges Hörspiel entstand.

Normalerweise werden in den Audioguides nur Fakten erwähnt. Doch in unserem wird zu den Werken eine Geschichte in Form eines Hörspiels erzählt. Unsere Geschichten sind sehr anschaulich erzählt, dabei lustig und zusätzlich mit Geräuschen und Klängen ausgeschmückt. Jeder, der vor einem Werk im Lenbachhaus steht, kann sich das entsprechende Hörstück zu dem Werk anhören. So macht das Museum noch viel mehr Spaß.

Ich bin der Meinung, dass es sich lohnt den Kinderaudioguide anzuhören, wenn man das Lenbachhaus besucht. Außerdem ist der Kinderaudioguide zwar von Kindern für Kinder gemacht, aber auch die Erwachsenen können auf unterhaltsame Weise viel lernen.

Jetzt möchte ich aber auch noch die anderen Kinder, die bei dem Audioguide mitgemacht haben, befragen und herausfinden, wie es ihnen gefallen hat!

Warum habt ihr euch genau für diese sechs Kunstwerke entschieden?

Lorenz: Diese sechs Bilder haben auf uns besonders spannend gewirkt. Außerdem haben sie uns gut gefallen.

Was ist deine Lieblingsgeschichte zu den Kunstwerken im Lenbachhaus?

Lilli: Meine Lieblingsgeschichte war die Geschichte mit dem Familienportrait von Fanz von Lenbach.
Lorenz: Die schönste Geschichte war die von Erma Bossi und Wassily Kandinsky. Da hat man sich richtig in den Raum hinein versetzt gefühlt. Bei der Produktion hat aber die Geschichte von Joseph Beuys am meisten Spaß gemacht.

Gibt es ein Kunstwerk, das dir besonders gut gefällt? Wenn ja, warum?

Lilli: Mir gefällt das Kunstwerk von Emilie von Hallavanya besonders, weil es ein sehr authentisches Portrait ist, das in ihrem Atelier gemalt wurde. Das Atelier gefällt mir sehr, weil es chaotisch ist!
Lorenz: Bei Beuys finde ich sehr spannend, wie er die Leute zum Nachdenken anregt. Weil nicht immer alles offensichtlich ist, kann man viel rein interpretieren.
Aaron: Ich finde das Wirbelwerk toll, weil es so riesig ist und so viele verschiedene schöne Farben hat.

Wie hat euch das Projekt gefallen? Was hat am meisten Spaß gemacht und was war der schwierigste Teil?

Lilli: Das Projekt hat mir sehr, sehr gut gefallen. Am meisten Spaß hat mir das Einsprechen der Texte gemacht. Schwierig bzw. sehr anstrengend war es, die Texte zu schreiben.
Noah: Mir hat alles insgesamt sehr viel Spaß gemacht.
Aaron: Mir auch, aber nach einem ganzen Tag Arbeit war man immer total erledigt.
Lorenz: Das stimmt! Vor allem in den letzten paar Stunden, in denen wir den Feinschliff gemacht haben, war es schwer noch Geduld zu haben.

Warum sollte man sich euer Kunsthörspiel unbedingt anhören?

Noah: Es macht Spaß es sich anzuhören und man kann sehr viel über die verschiedenen Bilder lernen. Es ist einzigartig, dass das Hörspiel von Kindern für Kinder gemacht wurde.
Lorenz: Aber auch Erwachsene können etwas dabei lernen.

Ich wünsche Euch und Ihnen viel Spaß beim Zuhören!
Eure Vaira

1. Olafur Eliasson, Wirbelwerk, 2012

2. Franz von Lenbach, Franz von Lenbach mit Frau und Töchtern, 1903

3. Emilie von Hallavanya, Selbstbildnis im Atelier, um 1915

4. Gabriele Münter, Kandinsky und Erma Bossi am Tisch, 1912

5. Marianne von Werefkin, Selbstbildnis I, um 1910

6. Joseph Beuys, Zeige deine Wunde, 1974/75

 

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